Rosemarie Fendel ist tot

14. März 2013, 14:00 Uhr

Ihre letzte große Rolle war ihr Auftritt im ZDF-Mehrteiler "Das Adlon". Rosemarie Fendel, Mutter von Schauspielerin Suzanne von Borzody, starb nach kurzer Krankheit im Alter von 85 Jahren.

Rosemarie Fendel, tot, gestorben, Schauspielerin, Adlon

Verschmitztes Lächeln und sehr viel Charme - so kannten und liebten die Zuschauer Rosemarie Fendel©

Vor wenigen Wochen begeisterte sie noch in der Rolle der alten Sonja Schadt ein Millionenpublikum im ZDF-Mehrteiler "Das Adlon". Erzählend führte sie durch die Trilogie, nur ab und zu erschien sie im Bild, ihre Stimme begleitete die Handlung meist aus dem Off. Jetzt starb die Schauspielerin Rosemarie Fendel nach kurzer schwerer Krankheit. Das Management bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Fendel wurde 85 Jahre.

Rosemarie Fendel war eine richtige Dame. Mit ihren feinen Gesichtszügen, ihrer aufrechten Haltung und ihrem sorgfältig frisierten Haar wirkte sie stets vornehm und diszipliniert. Doch das war nur ein Teil von ihr. Fendels andere Seite waren ihre Vitalität, ihre spontane Herzlichkeit und ihre Impulsivität, die sie auch in ihre vielen Rollen im Film und im Theater einbrachte. "Ich laufe als offenes Buch durch die Welt. Wenn ich Kummer habe, halte ich damit nicht hinter dem Berg", sagte sie mal in einem Interview.

Wenn Mutter und Tochter spielten

Die in Metternich bei Koblenz geborene Fendel wurde in Film und Fernsehen vor allem durch Rollen in "Ödipussi" (1988) und "Schtonk" (1992) bekannt, durch die Serie "Der Havelkaiser" und auch Auftritte in den Fernsehreihen "Der Staatsanwalt", "Polizeiruf 110" und "Pfarrer Braun".

Fendel war bis 1962 mit dem Regisseur Hans von Borsody (83) verheiratet. Aus ihrer Ehe ging Suzanne von Borsody (55) hervor, die ebenfalls Schauspielerin ist. Rund sechs Jahre lang hatte Fendel nach der Geburt ihrer Tochter ihre Arbeit als Schauspielerin unterbrochen. Ein Entschluss, der ihr nicht leicht gefallen sei. "Aber als das Kind auf die Welt kam, war mein Ehrgeiz weg, also litt ich keine Qualen. Sie spielten auch gemeinsam, zum Beispiel im ARD-Film "Mensch Mutter" 2003. Für beide waren diese Drehzeiten eine willkommene Gelegenheit, während der Pausen endlich mal wieder viel Zeit miteinander zu bringen. Ihr Verhältnis war herzlich und innig, so wie die Liebeserklärung, die Fendel ihrer Tochter einmal machte: "Du bist das Beste, was mir in meinem Leben je passiert ist."

Die Stimme von Elizabeth Taylor

Ihr Debüt gab Fendel 1946 an den Kammerspielen in München. Nach einem Engagement in Tübingen holte Gustaf Gründgens sie nach Düsseldorf ans Schauspielhaus. Es folgten Auftritte in Darmstadt, München und Frankfurt am Main. 1968 drehte sie an der Seite von Erik Ode für die Krimiserie "Der Kommissar" in der Rolle der Ehefrau. Doch Fendel begeisterte über Deutschland hinaus: Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman etwa war von hingerissen und schwärmte von ihrem "internationalen Format". Später übernahm sie einige Aufgaben als Synchronsprecherin: Elizabeth Taylor, Jeanne Moreau und Annie Girardot verlieh Fendel ihre Stimme.

Eine Traumkarriere, an der Fendel vor allem die Möglichkeit schätzte, in andere Rollen zu schlüpfen. "Dann muss man nicht immer über sich selber so nachgrübeln. Man grübelt ja immer über die Figuren, die man spielt. Diese Nabelschau, dazu bin ich überhaupt nie gekommen in meinem Leben", sagte sie einmal.

"Rosemarie Fendel ist mit dem Fernsehen groß geworden und das Fernsehen mit ihr", sagte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. "Sie war eine der ganz großen Schauspielerinnen, die ihrer Berufung bis zu ihrem Lebensende nachgehen konnte."

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Elizabeth Taylor Fernsehen Jeanne Moreau München Trauer
stern TV-Programm
Kostenlos downloaden: stern TV-Programm für iPhone, iPad und Android-Smartphones und -Tablets Mehr Infos über die App
 
Humor
Tetsche, Haderer, Mette und Co. Tetsche, Haderer, Mette und Co.
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Amos: Wieso ensteht auf heißer Milch oder Kakao immer diese eklige Haut?

 

  von Fragomatic: Wieviele Enklaven gibt es der Europäischen Union einschl. der Schweiz?

 

  von Musca: Ist das Betrug? Es werden völlig unrealistische Werte bei der Gebäudesanierung genannt

 

  von Amos: Wenn man sich verletzt und das Blut ableckt, schmeckt es metallisch. Warum?

 

  von Amos: Wieso kommt die Steuerfahndung immer morgens um 6? Hat das bestimmte Gründe? Ich dachte,...

 

  von Amos: Darf man im Elsass Deutsch sprechen oder hören Franzosen das nicht so gerne? Z. B. im Bistro oder...

 

  von blog2011: Ich muss mal eine dumme Frage loswerden wg. der Schweizer Franken.

 

  von bh_roth: K-Wert eines Mauerwerks

 

  von Amos: Aus einem anderen Forum: heißt es schallgedämpft oder schallgedämmt?

 

  von Panda09: Gute Fotokamera?

 

  von bh_roth: Thema Holzmauerwerk

 

  von ing793: "Ein guter Gulasch brennt zweimal" heißt es - warum eigentlich?

 

  von bh_roth: Bremsen rubbeln

 

  von Amos: Warum reißt der Mercedes-Stern in der Waschanlage nicht ab? So stabil sieht das Ding nicht aus!

 

  von blog2011: Ist ein illegaler Download immer nachweisbar?

 

  von HH-Immo: Wie kann man surfen im Internet die Werbung ausblenden?

 

  von Amos: Im Internet hat mich alle zwei Stunden der Proxy-Server herausgeschmissen. Jetzt habe ich bei...

 

  von dorfdepp: Wofür die 24,95?

 

  von Mehrwisser: Sauna im Garten?

 

  von RenGei02: iPhone 4s beim Zurücksetzen aufgehängt