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12. Januar 2010, 10:57 Uhr

Die Deutschen sehen wieder mehr fern

In den vergangenen Jahren ging der Fernsehkonsum in Deutschland permanent zurück. Doch dieser Trend ist gebrochen: Erstmals seit drei Jahren verbrachten die Deutschen wieder mehr Zeit vor dem Fernseher.

Zoom
Fernsehkonsum, TV-Konsum, Fernsehen

Nach drei Jahren ist der Fernsehkonsum der Deutschen wieder angestiegen - auch bei jungen Menschen© DPA

Dreieinhalb Stunden verbringen die Bundesbürger im Schnitt täglich vor dem Fernseher. Im vergangenen Jahr stieg der durchschnittliche TV-Konsum um fünf auf 212 Minuten pro Tag. Dies geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die das Marktforschungsunternehmen Media Control veröffentlichte. Damit nahm der Fernsehkonsum erstmals seit drei Jahren wieder zu und erreichte das Niveau von 2006.

Auch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kletterte der Fernsehkonsum den Angaben zufolge um vier auf 182 Minuten und damit gut drei Stunden pro Tag. Diese Zahlen erstaunen, waren doch viele Medienexperten aufgrund des Rückgangs der letzten Jahre sowie der steigenden Bedeutung des Internets davon ausgegangen, dass dieses Medium gerade für junge Leute an Bedeutung verliert.

Der Süden lässt die Kiste öfter aus

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern ergibt sich eine deutliche regionale Ausprägung: Im Süden wird am wenigsten ferngesehen - Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegen ganz am Ende. Im Osten läuft die "Glotze" dagegen am längsten: Spitzenreiter sind wie im Vorjahr die Brandenburger, die täglich 262 Minuten vor der Mattscheibe hingen - das sind fast viereinhalb Stunden. Der tägliche Fernsehkonsum stieg in diesem Bundesland in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 52 Minuten.

Auf den weiteren Plätzen folgen Sachsen-Anhalt (254 Minuten) und Thüringen (252 Minuten). Mit 250 Minuten ist Bremen das westliche Bundesland, in dem die Bürger am längsten vor dem TV-Bildschirm sitzen. Insbesondere die jungen Zuschauer steigerten in dem Stadtstaat ihre Verweildauer: Der TV-Konsum in der Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen Bremer stieg um satte 54 Minuten auf nunmehr 166 Minuten täglich. Spitzenreiter bei der Tagessehdauer waren die über 50-jährigen Berliner mit täglich 333 Minuten. Das bundesweite Schlusslicht bildeten dagegen mit 75 Minuten die Berliner 3- bis 18-Jährigen.

Carsten Heidböhmer mit ADP
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Fakten (06.01.2010, 23:50 Uhr)
Klar - ausser Kartoffelchips als Hauptnahrung und Berieselung durch plutokratische Institutionen koennen sich die Meisten eh nicht mehr leisten.
So kann man wenigsten die Reichen in Bayreuth, St. Moritz und andere Erlauchte beobachten und hoffen das ein paar Brotkrummen oder Abfall von deren Tischen abfallen.
Tempelhofer (06.01.2010, 22:47 Uhr)
@ bayerbienengift
Da Sie offensichtlich einen Rechner mit Internet-Zugang haben, können Sie die GEZ überhaupt nicht kündigen. Und ein Autoradio haben Sir sicher doch auch ?

So leicht lässt Sie die GEZ nicht entkommen.


rennschnecke (06.01.2010, 21:36 Uhr)
die zahlen stimmen überhaupt nicht mehr,
ps3 , das web , dvd
wie sollen solche zahlen
zustandekommen ,
daß ist unmöglich
STR_EDDS (06.01.2010, 13:44 Uhr)
Wenig Geld==TV Konsum?
Sorry. Aber diese Formel kaufe ich Euch nicht ab. Demnach müssten zu den ärmsten Zeiten oder in den ärmsten Ländern die TV Geräte geglüht haben. Das taten sie aber nicht - und sie tun es heute nicht. Welcher Familienvater (mal von den leuchtenden Ausnahmen hier im Forum abgesehen) tauscht denn freiwillig das Plasma-Budget gegen Zoobesuche, Theater o.ä.? Ich würde sagen: keiner. Diese Tendenz war in den späten 80er übrigens ebenso vorhanden (dmals durch den VHS-Boom ausgelöst).
.
Neenee, meine Herren. Nicht "die da oben". Wir da unten sind die Konsumenten. Aber wie immer wird für nahezu alles ein Anderer beschuldigt. Es ist ja nunmal nicht leicht sich seine eigene Verblödung einzugestehen, nicht? Für den Aus-Knopf brauche ich weder Merkel noch den ollen Lafo.
.
Weiter unten schrieb einer etwas über die "Eckkneipe". Stellt Euch mal in die Eckkneipe rein (in DDorf gibts viele davon) und hört Euch die Gesprächsinhalte an. Innerhalb von 10 min. erfahrt Ihr wie die Welt funktioniert. Dargebracht von verhinderten Bundeskanzlern und verunfallten Halbsätzen. Was sollen die Leute im Theater? Die gingen noch nie dort hin. Auch nicht vor 20 Jahren. Aber deren Kinder, welche damals noch mit dem Rennrad draußen rumgedüst sind und erst abends um Acht wieder im haus auftauchen, werden heute als Konsumenten von der GfK mit erfasst. Und das nicht wegen Geldmangel, sondern weil die Plagen vor dem TV einfach bequemer zu unterhalten sind. Gute Güte Leute, macht doch einmal die Augen auf und kommt nicht immer mit der bequemsten Antwort daher.
bayerbienengift (06.01.2010, 12:54 Uhr)
Ich glotze kein BlödTV mehr
Ich habe der GEZ gekündigt, sämtliche Empfangsgeschwüre aus meinen Geräten ausgebaut und kann die gesparten 3,5 Stunden
täglich für sinnvolle Dinge verwenden.
dalamar (06.01.2010, 11:41 Uhr)
Einfache Rechnung
Wachsende Perspektivlosigkeit
=
Wachsender TV-Konsum
und @ STR_EDDS
ganz sicher sind "die da oben" schuld. "Die da oben" legen schliesslich die Rahmenbedinungen fest, und die sind seit Jahren in einer Abwärtsbewegung. Und Schuld ist auch eine gewagte These, ich bin sicher, in den wahren Schaltzentralen der Macht wird so eine Entwicklung mit Wohlwollen verfolgt. Menschen die sich vom TV berieseln lassen sind weit weniger aufmüpfig, als Menschen die mit ihrer freien Zeit sinnvolleres anzustellen wissen.
Kroko (06.01.2010, 11:39 Uhr)
Wir leben
in einer freien Gesellschaft.

Das ist gut so; Nahteile muß man dafür in Kauf nehmen.

Ein Nachteil: Hirnlose Programmanager dürfen Schei..e senden, die sich hirnlose Zuschauer "reinziehen".
Am schlimmsten: beide Gruppen dürfen zu den Wahlen gehen. Was wählen die?--Richtig: Sch....

Seit 4 Jahren TV-frei--und das ist gut so

:))
sportartmakler (06.01.2010, 11:30 Uhr)
ab heute darf sich auch wieder fremgeschämt werden
dtl´s jugend entblödet sich wieder mal und hechelt einem traum hinterher....wenn diese spaßvögel repräsentativ sein sollten, ist auch klar warum der fernsehkonsum anstatt der des internets zunimmt, die sind schlichtweg mit den möglichkeiten überfordert. da lassen wir uns doch lieber berieseln...

@STR_EDDS : ich glaub den brüller hast du mißverstanden. der fernsehkonsum steigt sicherlich nicht wegen den sensationellen formaten....
jsmooth (06.01.2010, 10:02 Uhr)
Ohne den Artikel gelesen zu haben...
.. kann ich nur sagen: Schade
Xennia (06.01.2010, 07:14 Uhr)
Droge für die Armen
Je ärmer und hoffnungsloser ein Mensch ist, umso stärker ist sein Fernsehkonsum, für solche Menschen ist Fernsehen ein schäbiger Ersatz für das wirkliche Leben. Die genannten Gebiete in Deutschland mit geringerem Fernsehkonsum sind allesamt Gegenden des Wohlstands, geringer Hartz-IV-Quote und hoher genereller Lebensqualität, die sinnvollere Alternativen für die Freizeit bieten!
Die Dauer des täglichen Fernsehens hängt desweiteren vom Bildungsstand und vom Alter ab. Wer einen Hochschulabschluss hat und in einem hochqualifizierten Beruf arbeitet, sitzt nur selten vor der Glotze. Die ganz jungen Leute wenden sich immer mehr vom Fernsehen ab, da das Internet ihnen mehr Möglichkeiten bietet.
Ein höherer Fernsehkonsum ist bedenklich, da Fernsehen in negativer Hinsicht den Charakter (ver)formt und asoziales Verhalten fördert.
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