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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

Romeo und Julia im Fußballstadion

Ab sofort führt Sie stern.de mit dem TV-Tipp des Tages durch den TV-Dschungel. Heute: das Liebesdrama "Schicksalsspiel".

  Hansa-Fan Lalla (Jürgen Vogel, vorne) ist in Alarmzustand: Ein St.-Pauli-Fan hat sich an seine Schwester rangemacht

Hansa-Fan Lalla (Jürgen Vogel, vorne) ist in Alarmzustand: Ein St.-Pauli-Fan hat sich an seine Schwester rangemacht

"Schicksalsspiel"
23.15 Uhr, NDR

LIEBESDRAMA Ich wollte schon immer miterleben, wie ein Star geboren wird. Einmal dachte ich, es wäre so weit. Als ich 1994 "Schicksalsspiel" mit Nicolette Krebitz in ihrer ersten großen Rolle gesehen habe, war ich mir sicher: Aus der wird was. Der Bildschirm begann zu leuchten, sobald sie auftrat. Sie war jung, unschuldig, unverbraucht - und in ihr Gesicht konnte man beinahe alles hineinprojizieren. Ein wenig so wie bei der jungen Romy Schneider.

Es ist dann doch etwas anders gekommen, die Krebitz ist zwar heute eine angesehen Schauspielerin - zum Star reichte ihr Ehrgeiz doch nicht ganz. "Schicksalsspiel" ist auch heute noch sehenswert - nicht nur, wegen der Hauptdarstellerin. Intelligent überträgt der Film Shakespeares "Romeo und Julia" ins Fußball-Milieu. Der St.-Pauli-Fan Roland (Niels Bruno Schmidt, der für die Rolle einen Grimme-Preis erhielt) lernt beim Auswärtsspiel seiner Mannschaft in Rostock die Kellnerin Conny (Krebitz) kennen und verliebt sich in sie. Blöd nur, dass ihr Bruder Lalla (Jürgen Vogel) fanatischer Hansa-Rostock-Fan ist - und die sind mit St. Pauli in etwa so verfeindet wie die Capulets mit den Montagues. Ein Happy End ist für die Liebenden so fern wie für Nicolette Krebitz die Weltkarriere.
Ein persönlicher TV-Tipp von Carsten Heidböhmer, Kulturredakteur bei stern.de


"Hotel Lux"
20.15 Uhr, Arte

TRAGIKOMÖDIE von Leander Haußmann ("Sonnenallee"). Berlin in den 30er-Jahren: Kabarettist Hans Zeisig (halb ernst, aber voll gut: "Bully" Herbig) und Kollege Siggi Meyer (Jürgen Vogel) sind Stars im Varieté Valetti. Doch wegen ihrer Führer- Parodien bekommen sie Ärger mit den Nazis. Während Siggi in den Untergrund geht, landet Zeisig in der titelgebenden Moskauer Herberge für Exilkommunisten. Weil man ihn dort aber für Hitlers Astrologen hält, soll er nun Stalin die Sterne deuten… Haußmann gelingt eine augenzwinkernde Verwechslungskomödie vor ernstem Hintergrund. Kein zweites "Sein oder Nichtsein", aber eine amüsante Politfarce im edlen Look. (bis 21.50)

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