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WM 2010 - Deutschland - Ghana: Boateng will mit den Deutschen tanzen

Hochspannung vor dem "Schicksalsspiel": Am Abend droht der DFB-Elf gegen Ghana erstmals das Aus in einer WM-Vorrunde. Ghana-Star Kevin Prince Boateng verspricht den Deutschen ein "Tänzchen" bei jedem Tor.

Ganz Fußball-Deutschland bangt heute mit der Nationalmannschaft. Die neuen Hoffnungsträger Schweinsteiger, Özil und Co. müssen am Abend im 84.490 Zuschauer fassenden Soccer-City-Stadion von Johannesburg gegen Ghana gewinnen, um sicher ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Südafrika einzuziehen und einen historischen K.o. zu verhindern. Noch nie ist eine deutsche Mannschaft bei einer WM schon in der Vorrunde gescheitert.

"Die Mannschaft hat dieses Selbstbewusstsein und die innere Überzeugung, dass wir ein Spiel gegen Ghana auch gewinnen können", erklärte Bundestrainer Joachim Löw vor dem Gruppen-"Endspiel". Der Stuttgarter Cacau soll für den gesperrten Stoßstürmer Miroslav Klose, der beim 0:1 gegen Serbien eine Gelb-Rote Karte gesehen hatte, gegen die Afrikaner von Beginn an spielen.

Es geht auch um Löws Zukunft

Der DFB-Chefcoach wird seine 23 Spieler, die auch die Nacht vor dem Ghana-Spiel im Stammquartier in Erasmia verbrachten, am Vormittag nochmals zu einem kurzen und leichten Training auf den Hotel-Sportplatz bitten. "Dann werden wir noch einige Dinge durchsprechen und wichtige Hinweise geben", verriet Löw. Nach dem Mittagessen und einer kurzen Mittagsruhe steht ab 18 Uhr vom Hotel Grand Velmoré die rund einstündige Busfahrt nach Johannesburg an. Anstoß ist um 20.30 Uhr.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat nochmals erklärt, dass auch ein Ausscheiden nach dem letzten Gruppenspiel nicht automatisch das Ende der Bundestrainer-Zeit von Löw bedeuten müsse. Erst einmal würde man sich dann wie abgesprochen zu einem Gespräch treffen. Für Löw sind ein Vorrunden-K.o. und damit verbundene mögliche Entscheidungen für die eigene Zukunft jetzt ohnehin kein Thema. "Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Trainer während des Turniers ausgetauscht wird. Deshalb werde ich Ihnen am Donnerstag noch in dem Amt begegnen", erklärte der 50-Jährige mit einem Lächeln.

"Black Stars" sind zuversichtlich

Besondere Brisanz hat das Aufeinandertreffen der DFB-Elf nicht nur, weil sich Ghana bisher als das stärkste der afrikanischen Mannschaften präsentiert hat, sondern vor allem durch das Aufeinandertreffen mit Kevion Prince Boateng. Der "Bad Boy" wird in Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Nachdem Ghanas Mittelfeld-Ass mit einem Foul den WM-Traum von Michael Ballack platzen ließ, könnte der gebürtige Berliner mit seinen "Black Stars" Fußball-Deutschland mit dem erstmaligen Vorrunden-Aus einen noch viel schwereren Schlag versetzen. Und während von offizieller deutscher und ghanaischer Seite alles unternommen wurde, um die Brisanz aus der Begegnung zu nehmen, tönte Boateng vor dem Spiel: "Mir ist es egal, ob Deutschland rausfliegt. Wir spielen auf Sieg, wollen weiterkommen. Nach einem Tor machen wir ein schönes Tänzchen für die deutschen Kollegen." Ghana reicht - im Unterschied zur deutschen Mannschaft - ein Unentschieden, um im Turnier zu verbleiben. Die "Black Stars" sind allerdings zuversichtlich, gegen die Deutschen gewinnen zu können.

Auch wenn sich Boateng vor dem Spiel noch einmal verbal deutlich zeigte, auf dem Feld wird er nur seine Aufgabe erfüllen - glaubt zumindest Trainer Milovan Rajevac. "Wir haben oft darüber gesprochen, aber das Problem wurde nur von den Medien geschaffen. Er wird sich nicht provozieren lassen", sagte der Serbe am Dienstagabend in Johannesburg.

dho/DPA / DPA

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