Fußball-WM 2010: Chile gegen Spanien Villa darf trotz "Dummheit" mitkicken


Spanien kann David Villa beim entscheidenden Gruppenfinale gegen Chile einsetzen. Die Disziplinarkommission des Fußball-Weltverbands FIFA verzichtete auf nachträgliche Ermittlungen gegen den Stürmer. Villa hatte gegen Honduras einem Gegenspieler ins Gesicht geschlagen.

Mit Hitzkopf David Villa und einem "Riesenrespekt" geht Spanien ins entscheidende Gruppenfinale gegen Überraschungsspitzenreiter Chile. "Das ist eine gute Nachricht", sagte Mittelfeldmann Andrés Iniesta am Mittwoch zur Entscheidung der FIFA-Disziplinarkommission, gegen den Stürmer wegen der Backpfeife gegen den Honduraner Emilio Izaguirre nicht nachträglich zu ermitteln. "David ist ein sehr wichtiger Spieler für uns." Spanien setzt am Freitagabend in Pretoria auf die erneute Treffsicherheit seines Doppel-Torschützen Villa. Nur im Fall eines Sieges gegen Chile hat der Titelkandidat bei der Fußball-WM den Einzug ins Achtelfinale sicher.

Der international viel Staub aufwirbelnde Handschlag des impulsiven Villas beim 2:0-Sieg gegen Honduras ist in Spanien und bei der "selección" weiterhin kein Thema. Trainer Vicente del Bosque hatte in dem Zusammenhang nur ganz allgemein von "einer Dummheit" gesprochen, sollte sich ein Spieler so etwas erlauben, weil er dann bestraft werden könnte. Er bezog dies keinesfalls auf Villa. Er wisse nicht, ob es überhaupt einen Schlag gegeben habe, beteuerte der stets besonnen auftretende del Bosque. Villa selbst hatte seinen Ausraster nach dem Abpfiff heruntergespielt: "Das war ein Reflex. Ich wollte ihn eigentlich nur wegschubsen. Das war keine Absicht."

Spätestens seit dem Spruch des Weltverbandes ist das Thema für die Spanier endgültig vom Tisch. "Die Disziplinarkommission hat den Fall untersucht und wird kein Verfahren eröffnen", sagte FIFA-Sprecher Pekka Odriozola in Johannesburg. Der japanische Schiedsrichter Yuichi Nishimura hatte die Tätlichkeit des zuvor selbst gefoulten Villa am Montagabend im Ellis Park nicht geahndet. Die FIFA-Ordnungshüter sahen nun ebenfalls keinen Grund für nachträgliche Ermittlungen.

Einziges Thema rund um die "furia roja" (rote Furie) ist das "Finale" gegen Chile. "Wir haben einen "Riesenrespekt vor Chile", versicherte Innenverteidiger Carlos Marchena bei der Pressekonferenz im Mannschaftsquartier in Potchefstroom. Das sei eine sehr starke, gut spielende Mannschaft. Trotz aller Hochachtung habe der Europameister "aber keine Angst" vor den Südamerikanern.

Andrés Iniesta sagte, er habe in den bisherigen zwei Spielen "einen guten Eindruck" von Chile gewonnen. "Das wird eine superintensive Partie." Der Offensivspieler des FC Barcelona, der gegen Honduras leicht angeschlagen gefehlt hatte, fühlt sich "hundertprozentig fit, meinem Team zu helfen". Die Iberer müssen qualitativ deutlich zulegen. Schließlich will der Europameister noch Gruppenerster werden.

Elmar Dreher, DPA DPA

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