25. März 2013, 09:35 Uhr

Tilda Swinton schläft im Glaskasten

Tilda Swinton erklärt das Nickerchen zum Kunstwerk: Die Oscar-Gewinnerin legt sich im Museum of Modern Art in New York in einem Glaskasten schlafen - und alle dürfen zugucken. Na dann: gute Nacht! Von Frank Siering, Los Angeles

Da liegt sie nun. Den Kopf sanft auf ein Kissen gebettet, in Jeans und Bluse gekleidet. Die Schuhe hat sie angelassen, nur die schwarze Hornbrille liegt ordentlich zusammengeklappt neben dem Kopfkissen. Oscar-Gewinnerin Tilda Swinton macht ein Nickerchen. Kein normaler Nachmittagsschlaf in ihrem New Yorker Apartment, sondern eine Ruhepause für die Kunst. Neben den Bildern von van Gogh, Picasso und Miró haben die Kuratoren des Museum of Modern Art (MoMA) einen riesigen Glaskasten aufgestellt.

Die 52-jährige Britin ("Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Michael Clayton") liegt den ganzen Tag dort und lässt sich von den Besuchern des Musems beobachten. Die Aktion wurde nach Auskunft des Museums als "Überraschung" angekündigt und nennt sich "The Maybe" (Das Vielleicht).

Nicht die erste Aktion der exzentrischen Künstlerin

Am Samstag legte sich Swinton das erste Mal in den Glaskasten, doch bei einer Show soll es nicht bleiben, ließ das MoMA verlauten. In einer Stellungnahme hieß es aber auch, dass es weder einen Zeitplan noch eine Mitteilung des Museums oder von Swinton selbst zu weiteren Schlafeinlagen geben wird.

Für die Besucher des Museums bedeutet das, dass sie keinerlei Vorkenntnis von den Schlafaktionen der Oscar-Gewinnerin haben werden. "Sie (Swinton) sagt uns erst an dem Tag, an dem sie vorbeikommen wird, Bescheid", so ein Sprecher des Museums.

Es ist nicht das erste Mal, dass die als exzentrisch geltende Swinton an einer solchen Aktion teilnimmt. "The Maybe" fand das erste Mal 1995 in der Serpentine-Galerie in London statt und wenig später im Museo Barracco in Rom. Hinter dieser Aktion steckt laut MoMA der Ansatz, Kunst als gegenwärtigen Teil unseres Alltags zu verstehen. "Jetzt sehen wir die Kunst und dann ganz plötzlich nicht mehr", heißt es in einer Erklärung des Museums.

Frank Siering, Los Angeles
 
 
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