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7. Dezember 2011, 13:00 Uhr

Der will doch nur spielen

Flugbegleiter sind Spielverderber: Weil er sein Handygame nicht unterbrechen wollte, ist Alec Baldwin aus einer Maschine der American Airlines geflogen. An Bord soll es zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen sein. Von Jens Maier

Alec Baldwin, American Airlines, Flugzeug, Rauswurf

Spielerowdy: Alec Baldwin ist süchtig nach Scrabble

Kein Promi-Bonus bei American Airlines: Wenn die Durchsage ertönt, dass alle elektronischen Geräte an Bord ausgeschaltet werden müssen, gilt das selbst für Hollywoodstars. Ganz egal, ob sie gerade dabei sind, den Highscore eines Handy-Spiels zu knacken, oder nicht. Diese Erfahrung hat jetzt auch Alec Baldwin machen müssen.

Der Schauspieler ist am Dienstag in Los Angeles aus einer Maschine der Fluglinie American Airlines geworfen worden. Der Flieger war bereits startklar und die Türen geschlossen, als die Anschnallzeichen aufblinkten und auch Baldwin gebeten wurde, sein Handy auszuschalten. Der 53-Jährige ignorierte die Ansage jedoch. Baldwin spielte auf seinem Telefon "Words with Friends", ein Handyspiel, das ähnlich wie Scrabble funktioniert. Als eine Stewardess ihn aufgefordert habe, das Gerät sofort auszuschalten, soll es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein.

Wie ein Augenzeuge dem Nachrichtendienst "TMZ" berichtete, sei Baldwin wütend zur Toilette gestürmt und habe die Klotür so laut zugeschlagen, dass der Kapitän der Maschine sich bei der Stewardess erkundigt habe, was für ein Geräusch das gewesen sei. Schließlich musste Baldwin auf Anweisung des Flugkapitäns die Maschine verlassen.

Passagiere verärgert über Verzögerung

Die anderen Passagiere reagierten auf die Verzögerung verärgert. "Alec Baldwin vom Flugzeug entfernt worden", twitterte der Medienexperte und frühere MTV-Manager Michael J. Wolf, der in derselben Maschine saß und genervt war, dass die Maschine wegen Baldwin noch einmal umdrehen musste. "Wir mussten an den Flugsteig zurück. Schrecklich dass jeder warten musste."

Baldwin hingegen zeigte auch nach dem Vorfall wenig Verständnis für das Verhalten des Personals. "Eine Flugbegleiterin hat mich angemacht, weil ich 'Words with Friends' gespielt habe, obwohl wir noch am Gate standen und die Maschine sich nicht bewegt hat", beschwerte er sich auf seinem Profil bei Twitter. Und ätzte: "Kein Wunder, dass American Airlines fast pleite ist." Laut "TMZ.com" waren das nicht die einzigen Beleidigungen, die Baldwin gegen die Fluglinie losließ.

Dabei hat die Stewardess lediglich die Sicherheitsvorschriften befolgt, nach denen bei geschlossener Kabinentür alle Handys ausgeschaltet sein müssen - ganz egal ob die Maschine noch am Gate parkt oder nicht.

Mehrere Prominente hatten bereits Ärger im Flugzeug

Baldwin ist nicht der erste Prominente, der sich im Flugzeug einen Streit mit dem Personal geliefert hat. Vor wenigen Monaten sorgte der französische Schauspieler Gerard Depardieu für Schlagzeilen, weil er in einer Air-France-Maschine in die Kabine pinkelte. "Transformers"-Star Josh Duhamel musste im vergangenen Jahr einen Flieger verlassen, weil er sich weigerte, sein Blackberry auszuschalten und Kevin Smith wurde vor wenigen Wochen von Bord geworfen, weil er angeblich zu dick sein.

Der Sprecher Baldwins scheint den Rauswurf seines Schützlings mit Humor zu nehmen: "Alec wurde gebeten, den Flug zu verlassen, weil er "Words with Friends" (WWF) gespielt hat, als die Maschine noch am Gate parkte. Er liebt WWF so sehr, dass er den Flieger lieber verlassen hat, als das Spiel zu beenden", erklärte er den Vorfall.

Alec Baldwin, American Airlines, Flugzeug, Rauswurf

Der Spielehersteller hat eine eindeutige Nachricht an die Airline: "Let Alec play"© Screenshot

Und der Firmenchef des Spieleherstellers Zynga bedankte sich auf seine Weise für die kostenfreie Werbung für "Words with friends". Auf Twitter veröffentlichte er einen Screenshot eines Spielstands auf dem zu lesen ist: "Let Alec play (Lasst Alec spielen)". Der Spielstand zwischen Alec Baldwin und American Airlines: 1:0.

Von Jens Maier
 
 
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