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25. Mai 2002, 00:58 Uhr

Ein ganz besonderer Fall

Als Commissario Montalbano wurde Luca Zingaretti in Italien zum Star. Jetzt ermittelt er im ZDF. Wie der Krimiheld ist sein Darsteller ein etwas dickschädeliger Zeitgenosse

FOTO: Fabio Lovino / Contrasto

Als Commissario Montalbano wurde Luca Zingaretti in Italien zum Star. Jetzt ermittelt er im ZDF. Wie der Krimiheld ist sein Darsteller ein etwas dickschädeliger Zeitgenosse

Der Mann schaut selten freundlich - und wenn er doch mal lächelt, droht meistens Unheil. Die Stirn trägt er am liebsten in steilen Falten, die grünen Augen sind zu Schlitzen verengt. Ein launischer Finsterling mit kahl geschorenem Schädel und schneidender Ironie ist dieser Commissario Montalbano, untersetzt und bullig, alles andere als ein schnittiger Serienheld. Doch dieser Anti-Typ hat seine Heimat Italien im Sturm erobert - und könnte demnächst auch hierzulande letzte Erinnerungen an den smarten Kollegen Cattani dahindämmern lassen, der einst so tapfer »Allein gegen die Mafia« kämpfte: Am kommenden Sonntagabend wird der bruddelige Sizilianer im ZDF seinen ersten Fall lösen*, Auftakt einer vierteiligen TV-Serie des italienischen Staatssenders RaiDue, dem mit der Verfilmung der Kriminalromane des Bestsellerautors Andrea Camilleri bereits vor heimischem Publikum ein sensationeller Erfolg gelang.

Schuld daran ist nicht nur die literarische Vorlage des glänzenden Erzählers Camilleri, dessen witzige, wunderbar atmosphärische Sizilien-Krimis inzwischen auch in Deutschland eine so eingeschworene Anhängerschaft haben wie die Pepe-Carvalho-Thriller des Camilleri-Freundes Manuel V?zquez Montalb?n: Als Hommage an den spanischen Schriftstellerkollegen kam Camilleris Commissario zu seinem Namen. Sein markantes TV-Alter-Ego aber verdankt er dem römischen Schauspieler Luca Zingaretti, 39, und der gilt als seltener Glücksfall: »Zingaretti scheint den einzig möglichen Montalbano zu geben«, schwärmte das italienische Nachrichtenmagazin »Panorama«, »er ist derart überzeugend, dass er sogar das Orginal verblassen lässt.« Die Konsequenzen lassen sich beim Treffen mit Zingaretti hautnah erleben. »Ciao, Commissario!«, brüllt eine Gruppe junger Leute über die Straße, »Wie steht?s, Montalbano?«, stoppen ihn gestandene Männer unter kumpelhaftem Schulterklopfen, wildfremde Damen jeden Alters winken und werfen Handküsse - und Zingaretti, Glatze auch privat, drahtig und sehr viril, genießt und schweigt. Er hat lange geackert, bis der Erfolg kam, »was glauben Sie, wie gut er jetzt tut«.

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