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3. August 2006, 10:38 Uhr

"Es gibt keine Entschuldigung"

Er hatte einen Polizisten im Rausch als "Drecksjuden" beschimpft. Nun muss er sich vor Gericht verantworten. Mel Gibson ist schon vor dem Prozess erfüllt von Reue.

Mel Gibson entschuldigt sich bei jüdischen Organisationen für seine antisemitischen Äußerungen© Kevin Winter/Getty Images

Hollywood-Star Mel Gibson muss sich wegen Trunkenheit am Steuer vor Gericht verantworten. Fünf Tage nach seiner Festnahme in Malibu ist der Schauspieler von der Staatsanwaltschaft in Los Angeles angeklagt worden. . Unter den insgesamt drei Punkten, die ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legt, sind aber weder sein aggressives Verhalten gegenüber einem Polizisten noch Gibsons antisemitische Äußerungen bei der Festnahme.

Neben Fahren im betrunkenen Zustand wird ihm als weiteres Vergehen das Mitführen einer offenen Flasche Alkohol in seinem Fahrzeug vorgeworfen, berichtete der Internetdienst "E!Online". Sechs Monate Haft seien im Falle einer Verurteilung möglich, allerdings unwahrscheinlich, weil Gibson nicht als Wiederholungstäter vor Gericht stehe, hieß es weiter. Am 28. September muss Gibson oder einer seiner Anwälte vor Gericht erscheinen. Bis dahin bleibt Gibson gegen eine Kaution auf freiem Fuß.

"Ich bin kein Fanatiker"

Der Oscar-Preisträger war am vergangenen Freitag in Malibu auf dem kalifornischen Küstenhighway 1 gestoppt worden. Er fuhr nach Polizeiangaben fast doppelt so schnell wie erlaubt und hatte 1,2 Promille Alkohol im Blut. Bei der Festnahme war er Beamten gegenüber ausfallend geworden. Am Dienstag entschuldigte sich Gibson für seine antisemitischen Schimpftiraden.

Er wandte sich direkt an die jüdischen Organisationen und schlug ein Treffen mit den Vorsitzenden vor, um "in Einzeldiskussionen geeignete Wege für Heilung" zu finden. "Es gibt keine Entschuldigung und keine Toleranz für irgendjemanden, der sich antisemitisch äußert. Bitte akzeptieren sie von Herzen, dass ich kein Antisemit bin. Ich bin kein Fanatiker. Hass jeder Art geht gegen meinen Glauben", sagte der bekennende Katholik und Regisseur des Kreuzigungsfilms "Die Passion Christi" in der Erklärung.

Die jüdische Anti-Defamation League (ADL) akzeptierte die Erklärung. "Dies ist die Entschuldigung, die wir erwartet haben. Wir freuen uns über seine Bemühungen, den Schaden, den er angerichtet hat, wieder gut zu machen, auf die jüdische Gemeinde zuzugehen und Hilfe anzunehmen. Sobald er seinen Alkoholmissbrauch überwunden hat, werden wir bereit und gewillt sein, ihm in einer zweiten Entziehungskur bei der Bekämpfung dieser krankhaften Vorurteile zu helfen", sagte Direktor Abraham Foxman in einer auf der Internetseite der ADL veröffentlichten Erklärung.

DPA/AP/Reuters/son
 
 
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