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Vater schlägt zu, als Sohn vorgibt, homosexuell zu sein

Für einen Videostreich erzählte Youtube-Star Mert Matan seinem Vater, er sei schwul. Der schlug daraufhin zu. In einem zweiten Clip reagiert Matan auf Homophobie-Vorwürfe - und macht alles noch schlimmer.

Gay Prank mit Mert Matan

Szene aus dem "Gay Prank"-Video: Als Mert Matan seinem Vater vorgibt, dass er schwul ist, rastet dieser aus und schlägt zu. Trotzdem behaupten Vater und Sohn hinterher, nichts gegen Homosexuelle zu haben.

Mert Matan gehört in Deutschland zu den erfolgreichsten Produzenten von sogenannten "Pranks", Videostreichen. Sein Facebook-Kanal hat 830.000 Abonnenten, seine Filmchen haben oftmals siebenstellige Abrufzahlen. Doch mit seinem am Sonntag veröffentlichten Clip "Gay Prank an meinen Vater" hat der Hamburger Proteststürme entfacht. Denn er führt darin seine Familie als homophob vor. 

Das Konzept dieses Pranks ist ganz einfach: Matan sitzt im Wohnzimmer und erzählt seinem Vater, dass er schwul ist. Das scheint für den Deutsch-Türken eine unfassbar schlimme Vorstellung zu sein, denn er rastet wie auf Knopfdruck aus - und schlägt mehrmals zu. Wohlgemerkt: Sein Sohn ist Anfang 20. Dass er von seinem Vater geschlagen wird, scheint in der Familie nicht ungewöhnlich zu sein.

"Papa, denkst du, ich bin schwul?"

Vater Matan beruhigt sich erst wieder, als sein Sohn ihn aufklärt, es habe sich doch nur um einen Spaß gehandelt: "Papa, denkst du, ich bin schwul? Habt Ihr echt gedacht, ich bin schwul?“, ruft er. Als sei so eine Vorstellung gänzlich absurd. "Meine Mama würde mir das niemals glauben, dass ich schwul bin." Nicht so der Vater: "Der Arme zittert immer noch", ruft Matan in die Kamera.


Für diesen schwulenfeindlichen Film gab es entsprechend heftige Kritik in den sozialen Netzwerken und auch bei einigen Online-Magazinen. "Grandioser Prank, damit hast du bewiesen, wie homophob und intolerant du und deine Familie seid", kommentierte etwa eine Userin bei Facebook. Offenbar war das negative Feedback so heftig, dass sich Matan am Dienstag zu einer Klarstellung genötigt sah. Doch damit machte er alles noch viel schlimmer. Denn damit offenbarte er erst recht, wie tief die Homophobie in seiner Familie verankert ist. 

Mert Matan verteidigt die Parallelgesellschaft

Nach einigen halbherzigen Beschwichtigungen ("Alles wurde falsch verstanden", "In die ganze Sache wurde zu viel Falsches interpretiert"), kommt er dann aber schnell zum Kern des Problems: "Das Video ist nicht gegen Homosexuelle", sagt er, auch sein Vater habe nichts gegen Homosexuelle. "Außer, dass sein Sohn vielleicht schwul werden könnte. Das gibt es bei uns in der Familie nicht, in der Kultur und genauso in der Religion nicht."

Ein Satz, der aufs Furchtbarste die Ängste von Menschen bestätigt, die Angst vor Parallelgesellschaften haben. Denn er reklamiert für sich einen eigenen Wertekosmos, der nur scheinbar Toleranz walten lässt. Das Lebensmotto ist: "Jeder soll leben wie er will" - außer der eigenen Familie. Die soll leben wie Papa das will. Der zur Not drauflosprügelt.


Doch das merkt der Youtuber nicht. Er sagt: "Ich hab nichts falsch gemacht - meiner Meinung nach."

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