Als Nachtclubkönig von Berlin machte er im prüden Westdeutschland den Striptease populär. Heute nennt sich der Vater von sieben Kindern stolz "letzter Playboy" der Republik.

Rolf Eden, 77, mit seiner - möglicherweise künftigen Frau Brigitte auf einer Party. Angeblich will er die 27-Jährige im Dezember heiraten© Rainer Jensen/ DPA
Moment. Ich bekomme zwar eine ganz gute Rente, habe mein Leben lang einbezahlt. Eigentlich bin ich aber Couponnier. Wissen Sie, was das ist?
Das ist einer, der nur noch Coupons schneidet. Für die Zinsen von der Bank. Ich weiß, dass es vielen nicht gefällt, aber es ging mir noch nie so gut wie heute. Alles läuft smooth. Jeden Tag, egal wo, überall schreien die Leute: "Unser Rolf! Unser Vorbild! Wir wollen so sein wie du!"
Ja. Glücklicherweise. Dadurch ist mir ein anständiger Beruf wie Pförtner oder Arzt erspart geblieben. Bis 30 irgendwas studieren? Schade um die schöne Lebenszeit! Ich war Kellner, Sänger, Taxifahrer, Staubsaugervertreter. Und dann habe ich mich gefragt: Was kannst du besonders gut?
Mit den Frauen umgehen. Mein Beruf, meine Berufung ist Playboy. Ich bin der "Playboy Number one"! Das ist ein wunderschöner Titel. Es gibt Tausende von Professoren, Hunderte von Politikern, aber Playboys gibt es nur einen.
Einer der Gründe ist natürlich Torschlusspanik. Die Angst, dass ich nie mehr eine so hübsche, süße Frau finde. Sie ist wirklich ein Schatz. Brauchbar für alles. Sie hat auch extra ein bisschen was Medizinisches gelernt. Man weiß ja nie.
Was? Aber jeden Tag! Natürlich nicht immer mit derselben, das nicht. Übrigens: Falls es mal nicht klappt, nehme ich kein Viagra, sondern ein anderes Mädel. Sind Sie Frauenrechtler?

1971 beim Planschen im Pool - mit Gespielinnen und Matratze© Herbert Peterhofen
Im Gegenteil! Ich bin der größte Fan von Alice Schwarzer und der Emanzipation. Diese Frau hat uns Männer gerettet. Seitdem müssen wir die Frauen nicht mehr ernähren, sie arbeiten für ihr Geld, wohnen alleine, sie erziehen ihre Kinder. Der Feminismus ist nur für die Männer gemacht!
Also 1.000 waren es sicher, gezählt habe ich nie. Aber rechnen Sie mal: 1.000 Frauen in 60 Jahren - das sind gar nicht so viele. In den letzten Jahren war ich meinen sieben festen Freundinnen verhältnismäßig treu.
Ja. Ich will ihre Namen nicht vergessen oder durcheinanderbringen.
Klar. Früher hießen alle "Schnuppi". Aber "Chérie" ist einfach eleganter und so schön französisch. Da freuen sich die Frauen.
Gar nichts. Ich will in Würde jung bleiben. Über das Alter denke ich nicht eine Sekunde nach. Und es interessiert mich überhaupt nicht, was die anderen sagen. Es interessiert mich nur, was die Damen sagen.
Es gibt natürlich auch Frauen, die mich ablehnen, klar. Neulich hatte ich gerade ein Mädel zu Hause, die war 19 oder 20 und bildschön. Ich habe Klavier gespielt, es gab Champagner. Als es dann so weit war, hat sie gesagt: "Seien Sie mir bitte nicht böse, aber Sie sind mir zu alt." Die habe ich jetzt wegen Diskriminierung verklagt.
Nee, ehrlich. "Du bist nicht mein Typ" oder "ich habe einen festen Freund" - das hätte ich akzeptiert. Aber zu alt, nee.
Interview: Christoph Wirtz
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Ausgabe 44/2007