Die alljährlichen Renntage in Ascot sind weit über die britischen Landesgrenzen hinweg berühmt - traditioneller Wettlauf der besten Pferdestärken und Schauplatz spektakulärer Kopfbedeckungen.

Neben garantierter Aufmerksamkeit bieten die Hut-Kreationen auch ein wenig Schatten© AP
Die alljährlichen Renntage in Ascot sind weit über die britischen Landesgrenzen hinweg berühmt - traditioneller Wettlauf der besten Pferdestärken und Schauplatz spektakulärer Kopfbedeckungen.
Nicht mehr allein wer adelig ist und etwas auf sich hält, trifft sich wohl-behütet rund um die Pferdearena. Mittlerweile zeigt sich auch das »niedere« Volk mit immer ausgefalleneren Kopfschmuck zum Wetten, Klatschen und Gesehen-Werden. Der Höhepunkt verrückter und schriller Kreationen wird traditionell am Ladies Day in Ascot erreicht. Das Sportereignis wird endgültig zur Nebensache, im Rampenlicht steht die Mode - und die mehr oder minder ausgefallen gekleideten Damen.
Auf der Tribüne schauen die adeligen Damen in strenger Missbilligung auf die unteren Reihen hinab. Bei einer derartigen Ansammlung ausladender Hüte, freigelegter Schultern und großzügiger Dekolletees lässt sich der Blick der Angetrauten nur noch unter Anstrengung auf das eigentliche Ereignis richten. Bisweilen müssen die Steward vor der »Königlichen Einfriedung« mit der Tribüne der Royals die Damen auffordern, allzu frei gelegte Hautpartien zu bedecken.
Die Glorie ist dahin. Der Adel ist empört. Manieren und Titel sind sowieso keine Voraussetzungen mehr, um Einlass zu finden. Was zählt, ist nicht Aristokratie, sondern Extravaganz. Und die zeigt sich eben nicht an dem, was man im, sondern auf dem Kopf trägt. Je verrückter, desto besser. Vorreiterin dieser Entwicklung ist die 1996 verstorbene Gertrude Shilling, die in Ascot fünf Jahrzehnte ihre ausgefallenen Kopfbedeckungen spazieren führte.