HIV-Infizierter muss hinter Gitter - Opfer hat sich nicht angesteckt

26. März 2012, 15:09 Uhr

Zuerst erschleicht er sich beim Spielen im Schwimmbad das Vertrauen eines Achtjährigen - dann schließt er sich auf der Toilette mit dem Jungen ein und vergeht sich an ihm. Dass er mit HIV infiziert ist, weiß der 33-Jährige. Vor Gericht bricht er in Tränen aus.

Das Gericht nahm ihm die Reue ab: Ein mit HIV-infizierter Mann ist zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, weil er einen achtjährigen Jungen in der Toilette eines Hallenbades zum oralen Geschlechtsverkehr gezwungen hat. Das Landgericht Chemnitz verurteilte den 33-Jährige am Montag wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und versuchter schwerer Körperverletzung. Unter Tränen sagte der Mann: "Ich wünschte, ich könnte es rückgängig machen."

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte am 12. November 2011 den Jungen in einem Schwimmbad im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz misshandelt hatte. Der Richter hielt dem Angeklagten sein umfassendes Geständnis zugute. Damit habe er dem Kind eine Aussage vor Gericht und ein traumatisches Erlebnis erspart. Wegen seiner HIV-Infektion habe für das Opfer eine Ansteckungsgefahr bestanden, warf das Gericht dem Angeklagten vor. Er weiß seit September 2010 von seiner Infektion und ist seitdem auch in regelmäßiger medizinischer Behandlung. Das Kind wurde nicht infiziert.

Junge in abschließbare Toilette gelockt

Der Mann gab an, dass er mit dem Jungen auf der Rutsche des Schwimmbads getobt habe. Er habe dann vor dem Bad drei, vier Bier getrunken und später den Jungen in die abschließbare Toilette gelockt. Der 1,70 Meter große, mit seinen etwa 60 Kilogramm schmächtig wirkende Mann sitzt seit der Tat vor rund vier Monaten in Untersuchungshaft.

Nach Aktenlage habe der Junge das Geschehen gut verarbeitet, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte entschuldigte sich mehrfach beim Opfer und dessen Familie - von ihnen war jedoch niemand im Gerichtssaal. Für ein Geständnis war dem Mann vor Prozessbeginn eine maximale Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten in Aussicht gestellt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zum Thema
Panorama
Spende sucht soziale Helden
Aktion Deutschlands Herzschlag: Ohne diese Menschen wäre Deutschland sozial kälter Aktion Deutschlands Herzschlag Ohne diese Menschen wäre Deutschland sozial kälter
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von bh_roth: Eine App ist mit einem Tablet nicht kombatibel

 

  von Amos: Die Deutsche Bank trennt sich von der Postbank. Wer übernimmt nun die Anteile? Die Deutsche Post?

 

  von Gast 108576: Meine Frau hat einen 450-Euro-Job, wir haben aber auch geringe Einkünfte (150?) aus einer...

 

  von Gast 108572: SIM-Kartenwechsel

 

  von Gast 108550: Rentenbeiträge bei Haft

 

  von Gast 108514: sim kontakte kopierem

 

  von Gast 108512: Mobilfunkvertrag vorzeitig kündigen im Krankheitsfall

 

  von Grimi: Wie kann ich den " Ferrostatischen Druck bzw. Höhe" ermitteln???

 

  von Gast 108506: Wird kein Krankengeld gezahlt, wenn ich immatrikuliert bin?

 

  von Gast 108497: Gewährleistung bei selbstmontierten Möbeln?

 

  von Amos: G 8 oder G 9? Es wurden fast 80.000 Unterschriften FÜR G9 gesammelt. Und der Ministerin in...

 

  von Gast 108491: Anspruch auf Freistellung vor Vorruhestand bei mangelnder Beschäftigung

 

  von Gast 108468: Ofenboden platte(glas)möchte ich mit hitzebeständiger farbe streichen.Wer kann mir da helfen?

 

  von Gast 108462: Wie lange ?

 

  von Gast 108460: Guten Tag! Bin ich nach §33 Abs.1 Satz 4 SGB 2 verpflichtet

 

  von Gast 108446: Warum werden in US-Krimiserien und wohl auch in der Realität die Täter immer am Kopf auf die...

 

  von Gast 108444: Streik in der Kita - muss ich trotzdem zahlen?

 

  von Gast 108440: AVerMedia Live Gamer Portable Anschlüsse?

 

  von Gast 108438: Ab wie vielen Jahren kann man eine Ausbildung machen?

 

  von Gast 108429: LED Bateriebetrieben Einbaudurchmesser 60 mm; Einbautiefe 15mm. Gibt es in dieser Art etwas?