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21. März 2009, 19:20 Uhr

Papst will Angolas Geister austreiben

Unheilvolle Geister sieht der Papst in Angola am Werk. Da hilft seiner Meinung nach nur ein Mittel: Das afrikanische Land muss stärker missioniert, die Ungläubigen bekehrt werden. Zum Streitthema Kondome, mit dem Benedikt XVI. zum Beginn seiner Afrika-Reise aufgefallen war, gab es weitere Erläuterungen.

Papst Missionierung Angola

Will in Afrika stärker missionieren: Der Papst im angolanischen Luanda© DPA

Papst Benedikt XVI. hat am Samstag in Angola zur weiteren Missionierung des afrikanischen Kontinents aufgerufen. Auch fünf Jahrhunderte nach dem Beginn der Evangelisierung Angolas seien viele Menschen orientierungslos oder glaubten sich von unheilvollen Geistern und Mächten bedroht, sagte der Papst in einer Messe vor Bischöfen, Priestern und Ordensleuten in der Chiesa São Paulo der Hauptstadt Luanda.

"Unsere Aufgabe ist es, allen die Möglichkeit zu bieten, das ewige Leben zu erreichen", erklärte Benedikt. Er forderte dazu auf, keine sozialen Gruppen auszugrenzen, Straßenkinder nicht zu verurteilen und Greise nicht als Hexer zu verfolgen. Mit dieser Messe begann der zweite Tag des katholischen Kirchenoberhaupts in Angola. Auf seiner ersten Afrika-Reise hatte Benedikt zuvor Kamerun besucht.

Der Papst trifft in Angola auf eine sehr junge und auch sehr katholische Bevölkerung. Wo vor gut 500 Jahren die Evangelisierung des südlichen Afrika begann, sind heute mehr als die Hälfte der Menschen katholisch. Weit mehr als die Hälfte der rund 13 Millionen Angolaner sind jünger als 18 Jahre alt.

Benedikt kam nachmittags im Sportstadion Dos Coquieros der Hauptstadt mit Zehntausenden von Jugendlichen zusammen, um sie in der Aufbauarbeit nach 27 Jahren Bürgerkrieg zu "Mut und Gottvertrauen" zu ermuntern. Der Papst litt dabei augenscheinlich unter der Hitze, verfolgte aber aufmerksam das als religiöses Volksfest mit Stammestänzen und Gesängen gefeierte Treffen.

"Die herrschende soziale Kultur hilft euch nicht, das Wort Gottes zu leben" kritisierte Benedikt. In Kamerun hatte er bereits vor der "Tyrannei des Materialismus" gewarnt. "Die dynamische Kraft der Zukunft ist in euch", rief er den Jugendlichen zu, unter ihnen viele bürgerkriegsversehrte junge Angolaner, "die Erneuerung kommt von innen". Die katholische Kirche boomt in Afrika, und sie setzt darauf, auf dem "jungen" Kontinent noch weiter wachsen zu können.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi musste "Falschinterpretationen" von Äußerungen des Papstes zur Abtreibung richtigstellen. Benedikt habe am Freitag nicht gesagt, "dass die therapeutische Abtreibung abgelehnt werden muss", erklärte Lombardi. Er habe sich vielmehr gegen gesundheitspolitische Programme ausgesprochen, «in denen die Abtreibung als ein Mittel der Geburtenkontrolle breit verteidigt wird." Benedikt hatte vor afrikanischen Politikern und Diplomaten gesagt, es mache ihm besonders Sorgen, dass manche in ihrer Politik die Abtreibung als einen Teil "mütterlicher" Gesundheitsvorsorge anpriesen. "Was für eine bittere Ironie", rief der Papst aus.

 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Vincent_Vega (23.03.2009, 14:26 Uhr)
@MichaF
Hypnose und der Glaube an Gott-oder-was-auch-immer werden sich wohl kaum gleichsetzen lassen. Man kann hellwach sein, vernunftbegabt nicht in hypnotischer Trance sein und trotzdem einen festen Glauben an Gott haben; man muss meiner Meinung dazu nach noch nicht mal an die Wunder glauben und erst recht nicht die Bibel als Geschichtsbuch betrachten.
Gerade wissenschaftliche Theorien darüber, wie manche "Wunder" entstanden sein könnten, sind immer wieder sehr interessant -für mich.
Aber wenn man anstelle eines Glaubens - egal ob in Gott und die Bibel oder aber an die Naturwissenschaft- nur einen Nichtglauben hat, wird man Leute, die einen wirklichebn Glauben haben, nur schwer verstehen können.
_________________
Aus Wikipedia:"Hypnotische Trance ist eine Form der Trance, bei der man durchaus fähig sein kann, sich willentlich zu bewegen und meist zusammenhängende Worte von sich gibt. Sie wird durch Hypnose eingeleitet. Als Besonderheit gilt hier die "Wachhypnose", in der man sich zwar in einem tranceähnlichen Zustand befindet, und sogar ein Rapport besteht, man aber trotzdem anscheinend hellwach ist und sich auch so verhalten und bewegen kann, so dass für ungeübte Augen kein Unterschied zum normalen Wachzustand erkennbar ist. Die Trance besteht hier wahrscheinlich unterschwellig und beeinträchtigt das Wachbewusstsein nicht."
MichaF (22.03.2009, 23:16 Uhr)
@Vincent_Vega
zu drei Sachen noch einen zusätzliche Kommentare:
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"Währenbd der rot-grünen Regierung sagte bereits Peter Scholl-Latour in einem anderem Zusammenhang, dass wir in Deutschland, die wir vergessen haben, was Glaube ist und wir (damals) eine Regierung hatten, die es ablehnt, den Eid auf die Verfassung mit dem Zusatz "so wahr mit Gott helfe" abzulegen, uns nicht in die Mentalität von Leuten hineiversetzen könnten, die meinen, sich für ihren Glauben umbringen zu müssen."
--> Ich beschäftige mich mit Hypnose und kann mir sehr gut vorstellen, was in Leuten vorgeht die sich für einen Glauben umbringen würden.
Gerade deshalb kritisiere ich beständig den Glauben an Wundern und die Autorität alter Schriften um einen im Fall von Fundamentalisten fatalen Rapport zu unterbrechen zu versuchen. Wenn man die Absuridtäten der Bibel oder des Korans nicht kritisiert sondern in Diskussionen als sakrosankt behandelt trägt man zu der Autorität dieser Bücher, zu einer gewissen Trance der Gläubigen und letztendlich auch zu der Möglichkeit des Fundamentalismus bei sich zu verbreiten.
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"Und die Problematik, dass Straßenkinder und Greise in Teilen Afrikas als Hexer verfolgt würden, ist mir schon länger durch die MEdien bekannt gewesen - und es will mir hier dioch niemand erzählen, dass man die Verfolgung der Straßenkiner gutheißen will."
--> Nein, das kann man nicht gutheißen. Aber aus atheistischer Sicht ist es ziemlich absurd den Glauben an Hexer und böse Geister mit Exorzismus zu bekämpfen und dann durch den Glauben Heilige, vatikanische Autoritäten und dem Geschäft mit Wundern (Lourdes, Fatima, Heiliger Rock, Turiner Grabtuch, etc.) zu ersetzen. Da würde man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
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"Dem Pastor, der meine Frau letzten Endes beerdigte, war es auch gleichgültig, dass meine nichtkatholische Frau auf einem katholischen Friedhof beerdigt wurde."
--> Mir ist unbekannt, dass es in Deutschland noch explizit katholische Friedhöfe gibt. (Außer vielleicht in Klosteranlagen.)
Wenn es sie gibt möchte ich dort nicht beerdigt werden sondern ganz gewöhnlich auf einem kommunalen Friedhof.
Vincent_Vega (22.03.2009, 21:20 Uhr)
Halbgebildete Kirchenkritiker
Bei weitem nicht alles, was der Papst so von sich gibt, findet meine Untersützung.
Aber was so einige hier von sich gebe, ist wirklich unter jedem Niveau.
Währenbd der rot-grünen Regierung sagte bereits Peter Scholl-Latour in einem anderem Zusammenhang, dass wir in Deutschland, die wir vergessen haben, was Glaube ist und wir (damals) eine Regierung hatten, die es ablehnt, den Eid auf die Verfassung mit dem Zusatz "so wahr mit Gott helfe" abzulegen, uns nicht in die Mentalität von Leuten hineiversetzen könnten, die meinen, sich für ihren Glauben umbringen zu müssen.
Und ich sage: ebenso wie der Papst, der vermutlich nie Sex oder eine Familie hatte, sich über Kondome und Familienplanung ein Urteil erlauben dürfte, dürften sich nicht wenige hier: D. SDChmidt etc... ein Urteil über den Glauben anderer erlauben.
Meiner Meinung nach hat der Papst unrecht, wenn er Kondome nicht als Mittel gegen AIDS ansieht; er hat aber recht, wenn er gegen Abtreibungen ist, denn damit wird ein bereits gestarteter Lebenszyklus ungterbrochen, der mit Kondombvenutzung gar nicht erst in Gang gesetzt würde. Und die Problematik, dass Straßenkinder und Greise in Teilen Afrikas als Hexer verfolgt würden, ist mir schon länger durch die MEdien bekannt gewesen - und es will mir hier dioch niemand erzählen, dass man die Verfolgung der Straßenkiner gutheißen will.
Was die katholische Kirche angeht, so kam sie mir persönlich doch an der Basis angepasster vor als ihr Ruf.
Als vor gut zwei Jahren meine nichtkatholische Frau verstarb, traf ich einem Seelsorger des Krankenhauses. Diesem, ein katholischer Pater mit Dr.-Titel, teilte ich meine Besorgnis mit, dass meine Frau und ich es nicht geschafft hatten kirchlich zu heiraten. Seine Antwort war:"Gott weiß, was zwischen Ihnen und Ihrer Frau war". Dem Pastor, der meine Frau letzten Endes beerdigte, war es auch gleichgültig, dass meine nichtkatholische Frau auf einem katholischen Friedhof beerdigt wurde. Vor vierzig Jahren hätten mehrere Hintergründe meiner Ehe zu einem "Aufstand" geführt- heute sehen auch die Pastöre dies weniger streng.
D.Schmidt (22.03.2009, 17:44 Uhr)
@MichaF
"(...)Solcher Exorzismus enthält oft psychisch Kranken eine adequate Behandlung vor und kann die Beschwerden sogar noch verschlimmern.(...)"
Jau, unterschreibe ich. Ein Beispiel trollt hier ja gerade rum. Arme Opfer.
Bebuquin (22.03.2009, 17:38 Uhr)
Bin ich hier neuerdings bei Kreuz.net?
Sonst findet man derartige christliche Beschimpfer eigentlich nur auf kreuz.net. Aber stern.de klingt wohl zum verwechseln ähnlich... *lol*
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Toll sind ja schonmal die unbegründeten Unterstellung aller "Und etliche von denen sind sowohl antisemitisch, als auch antikatholisch eingestellt."
--> Gut, wen wunderts. Befindet man sich mit derartigen Unterstellungen doch in bester Gesellschaft zur Hetze gegen Ungläubige und Frevler in der Bibel.
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Ansonsten wird hier zumindest eine meiner Vermutungen bzgl. Christen wiedermal belegt: Sie predigen zwar ständig etwas von Nächsten- und Feindesliebe und vom Hinhalten der anderen Wange. Aber im realen Verhalten ist es dann wohl nicht mehr als ein Marketinggag. Dann wird nämlich lieber in guter AT-Manier "Auge um Auge" vergolten, anstatt sich in NT-Manier im Dieseits auf die Bestrafung durch den Staat und im Jenseits auf Bestrafung durch Gott zu verlassen.
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Zum Abschluß noch etwas zum Thema Antikatholizismus:
Jedem dem auch nur halbswegs etwas am Grundgesetz, Menschenrechten, friedlichen Zusammenleben und humanistischen Gedankengut liegt, wird wohl um eine gewisse Portion Antikatholizismus kaum herumkommen. Denn was der Katholizimus über die Jahrhunderte angerichtet hat, hat man ja gesehen, und leider vertritt er heute in vielen Fragen kaum eine andere Linie.
Von daher ist es eher verwunderlich, dass es erst durch die Piusbrüder-Wiederaufnahme einen derartigen Protest in den Medien gab.
MichaF (22.03.2009, 15:43 Uhr)
Erwähnen sollte man auch:
Das der Kampf gegen Geister, Dämonen und dunkle Mächte in der katholischen Kirche immernoch im wortwörtlichsten Sinne als Exorzismus betrieben wird.
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Solcher Exorzismus enthält oft psychisch Kranken eine adequate Behandlung vor und kann die Beschwerden sogar noch verschlimmern.
TschiTschi (22.03.2009, 11:19 Uhr)
Die einen nennen es Geister ...
..., die anderen Teufel. Der Sinn ist derselbe: Den (einfachen) Menschen Angst zu machen, um sie zu disziplinieren bzw. den herrschenden gefügig zu machen.
Zusätzlich kann man das ganze dann auch noch kommerzialisieren - so wie es die katholische Kirche seit Jahrhunderten erfolgreich umgesetzt hat.
gesox (22.03.2009, 10:16 Uhr)
Afrika hat genug gelitten...
...Epidemien, Bürgerkriege, Diktaturen, Naturkatastrophen...

...und jetzt auch noch Besuch vom Fürsten der Finsternis, der auf dem Feuer des Elends sein Süppchen kochen will.
H.P. (22.03.2009, 09:27 Uhr)
Wer sind die Ungläubigen die bekehrt werden müssen?
@Das afrikanische Land muss stärker missioniert, die Ungläubigen bekehrt werden. So der Papst.
Wer sind die Ungläubigen die bekehrt werden müssen?
Alle wollen die Welt bekehren, die Religionen und auch die heutigen Fürsten in Wirtschaft und Politik, wo uns das hingeführt hat wird uns jeden Tag bewusster, bis hin zum Untergang!
Wüsste man um das was wirklich ist, hätten sie weniger Einfluss auf uns, die Macht sollte eigentlich vom Volke aus gehen, wir stehen mit in der Verantwortung und wir haben Einfluss auf alles. WIR SIND NICHT MACHTLOS!
Im richtigen Verständnis brauchen wir weder Religionen noch Fürsten die das Volk missionieren belehren und unterdrücken.
Die Intuition führt den Menschen durchs Leben wie ein Kompass: wir achten zu wenig auf uns selbst, auf unsere innere Intuition die uns hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen.
http://www.lebedeinbestes.de/index.html
Bebuquin (22.03.2009, 02:55 Uhr)
@Plancklala
"@ Bebuquin: So wie du für "für jedes Verbrechen und jede ethische Katastrophe eine passende Bibelstelle findest" so finden irgendwelche jugendlichen Adventisten Prophezeiungen die den 11 September voraus sagten und wieder andere finden orientalische Pornographie. Das ist so, wie wenn man satanische Botschaften aus rückwertslaufenden Rocksongs heraus hört."
--> Nun die Legitmierung von Völkermord, Krieg, Hexenverbrennung, Strafe für Ehebruch im Dieseits und Jenseits, Tötung von Homosexuellen, Unterdrückung von Frauen, absurde Sexualvorschriften, ewige Höllenqualen für Kleinigkeiten usw. findet man eigentlich recht eindeutig in der Bibel formuliert.
Dazu braucht man keine absurden Interpretationen, sondern nur ein durchschnittliches Sprachverständnis.
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"Da möchte ich mal sehen wie ihr mit euren atheistischen Ressentiments (die ihr auch noch als den modernen Gedanken annehmt) Leute davon abhaltet irgendwelche Menschen zu verfolgen, die einen bösen Geist in sich tragen. Während der Papst es auf affirmativ katholische Weise macht kommt er damit doch weiter als ihr."
--> Nun ich weiß jetzt nicht inwiefern "modern" für Gedanken ein besonders aussagekräfties Qualitätkriterium sein soll, noch inwiefern sie annehmen, dass die Ansichten des Papstes dies sind, aber das ist hier auch nicht der Punkt.
Interessanter ist doch die Frage, inwiefern jemand überhaupt sowas wie einen "bösen Geist" in sich tragen kann. So lange dies nicht bewiesen ist, ist es für den armen Betroffenen wohl reichlich egal, ob er von den Anhängern der Papstkirche katholisch exorziert wird oder anderweitig unsinnig behandelt wird. Beides Mal wird derjenige Opfer eines Glaubens.
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