Kommunistin löscht Fotos von Hummer-Essen

16. Dezember 2007, 13:44 Uhr

Hummer und Kommunismus gehen nicht gut zusammen. Das dachte sich wohl auch Sarah Wagenknecht, Wortführerin der Kommunisten in der Linkspartei - allerdings erst nachdem sie das Schalentier in einem Straßburger Restaurant verspeist hatte. Die Beweisfotos löschte sie von einer fremden Digitalkamera.

Sahra Wagenknecht sagt, sie habe die Fotos gelöscht, weil sie ihr nicht gefallen haben©

Die Wortführerin der Kommunisten in der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht, ist ausgerechnet bei einem luxuriösen Hummer-Essen fotografiert worden - und hat anschließend die Bilder heimlich gelöscht. Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bestätigte die Europaabgeordnete, dass sie an dem Essen im Straßburger Restaurant "Aux Armes" im Juni teilgenommen und die Fotos selbst getilgt hatte. Sie hätten ihr nicht gefallen, sagte die 38-Jährige dem Magazin zur Begründung.

Herausgekommen ist der skurrile Vorfall, weil Wagenknechts Fraktionskollegin Feleknas Uca - ebenso wie Parteichef Lothar Bisky - an dem Hummer-Mahl teilgenommen und dabei auch fotografiert hatte. Uca schreibt in einer vom "Spiegel" zitierten Notiz, sie habe die Zustimmung aller gehabt, die Bilder für den Privatgebrauch zu knipsen.

Am nächsten Tag sei Wagenknechts parlamentarische Assistentin in Ucas Büro erschienen und habe sie gebeten, ihr die Kamera zu leihen, um Aufnahmen mit einer Bekannten zu machen, heißt es darin weiter. Einen Tag später habe sie die Digitalkamera zurückerhalten, die Fotos von Wagenknecht beim Hummer-Essen seien allerdings gelöscht worden. Uca nennt das den Angaben zufolge eine "heimliche Durchsuchung meiner privaten Fotos auf meiner Kamera".

KOMMENTARE (10 von 18)
 
Redaktion (17.12.2007, 14:01 Uhr)
@Schwarenegger
Lieber Schwarenegger,
wir haben Ihnen soeben eine Mail geschrieben.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Redaktion
Filapensill (17.12.2007, 12:32 Uhr)
Luxusvilla oder Bratwurst
...ob Kommunist oder Kapitalist. Mir sind immer die Politiker lieber, die zb. für einen Mindestlohn eintreten und sich für soziale Gerechtigkeit engagieren - das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie mit ihrem Parlamentsgehalt in einer bescheidenen Hütte hausen müssen. Wenn man diesen lächerlichen Hummer (den sich eigentlich fast jeder Mensch in Deutschland leisten kann)zum Symbol von Doppelmoral und Verlogenheit machen will, dann fragt sich natürlich, welche Symbole der Verlogenheit denn für Konservative wie Altkanzler Kohl, Schäuble und Kanzlerin Merkel taugen würden: Steckrübensuppe, Kartoffelsuppe oder Brotsuppe? - Darüber wird gar nicht erst diskutiert, dabei könnte man daraus genauso Beweise für Doppelmoral und Verlogenheit konstruieren: "Verdient 80.000 im Monat und ißt mit dem Volk auf dem Weihnachtsmarkt eine Rostbratwurst mit Senf..."
Oder wie wärs damit: "Merkel grillt für Herrn Bush unter reger Anteilnahme des Volkes Wildschwein" (mit handverlesenem, vorher genau ausgesuchtem Gästen, abgeschirmt und isoliert wie schon Honecker)
Countryjoe (17.12.2007, 09:21 Uhr)
Auch nicht besser als andere.
Warum sollten die kommunistischen Politiker besser sein als andere? Spätestens, wenn man sich die Luxusvillen in Marburg betrachtet, die seinerzeit von KPD Bonzen gebaut wurden, sollte das klar sein.
Wer an der Spitze steht, zockt halt ab.
Auslaender (17.12.2007, 09:20 Uhr)
Skandal?
Der eigentliche Skandal ist doch, dass es mit oder ohne Hummer immer noch genug Dummköpfe gibt, die diese Frau wählen, ihr damit ein sehr ordentliches Einkommen verschaffen und eben einen solchen Lebensstil ermöglichen. Das gleiche gilt natürlich sinngemäß auch für die anderen Teilnehmer des Essens: Uca, Bisky usw.
Filapensill (17.12.2007, 02:03 Uhr)
Typisch Medien
Warum sollen eigentlich nur FDP und CDU-Abgeordnete Hummer essen dürfen? Das ist doch alles eine total scheinheilige Diskussion, die mich an den alten Unsinn von "Schröder raucht Havanna-Zigarren für 100 DM" oder "Joschka Fischer trägt Armani-Anzüge" erinnert.
Also, wer soviel verdient wie diese Politiker, den würde ich doch prompt für geizig und verlogen halten, wenn er in Klapperlatschen herumliefe und sich von Tütensuppen ernährte.
Vielleicht hat die Frau einfach geahnt, was die Medien aus der Kombination "Hummer und Kommunistin" basteln würden und vorsorglich die Fotos gelöscht.
Vielleicht könnten die Medienleute ja mal zur Abwechslung Angela Merkel beobachten, was sie einkauft und daraus dann geistreiche Schlüsse ziehen: "Die Kanzlerin zeigt sich volksverbunden: Bei LIDL kaufte sie im Sonderangebot eine Tafel Schokolade für 99 Cent."
schlotti (16.12.2007, 20:50 Uhr)
Mein Gott!
Muss denn aus jeder Kleinigkeit ein Politikum gemacht werden?
Vielleicht waren die Fotos wirklich schlecht. Die Tatsache, dass Frau Wagenknecht Hummer gegessen hat, ließ sich mit so einer Aktion sowieso nicht aus der Welt schaffen (wie der Artikel beweist).
Die Angelegenheit ist für Frau Wagenknecht peinlich und eine gute Vorlage, ein paar süffisante Witze auf ihre Kosten darüber zu machen.
Mehr aber auch nicht.
MfG,
Schlotti
FlyingDutchman (16.12.2007, 19:49 Uhr)
Kontrollverlust
Es ist schon drollig wie Sarah versucht die Ihr Image zu kontrollieren. Wäre es nicht viel einfacher zu den eigenen Handlungen zu stehen.
Nostradamus (16.12.2007, 19:14 Uhr)
Dummheit
Frau Wagenknecht handelt und denkt was ungeschickt. Ob Sie nun Hummer ißt oder Champagner trinkt. Sie soll's wie Gregor Gysi und Oskar Lafontaine halten:
Statt Wasser predigen und Champagner saufen sich für Hummer bei ALDI einsetzen.
Die erste große Hummerfarm für ALDI könnte man "Sahra Wagenknecht's Hummer Farm" nennen.
Da könnte Frau Wagenknecht mal ehrliche Arbeit als Kommunistin leisten und was dazu beitragen, dass es den einfachen Leuten besser geht.
So gesehen schwant mir, sind die Albrecht Brüder die einzigen wahren Sozialisten in Deutschland:
Die verkaufen für kleines Geld 1A Produkte und sorgen so für ein bischen Glück bei den kleinen Leuten und dafür, dass der soziale Frieden erhalten bleibt und keines misgönnt ihnen dafür den "Profit".
Frau Wagenknecht hingegen erscheint mir eher wie eine echte Katholikin, die frei nach dem Motto "Ora et labora" dem Verzicht huldigt und sich schuldig fühlt, sobald man feststellt, dass sie sich den Freuden des Lebens hingibt.
Ach ja Kommunisten haben ja keine Bibel, beten nicht und heilige haben die ja auch nicht außer das Kapital und Marx und Engels.
Öh...dass ich immer Parallelen sehe liegt am IQ>138. Da erkennt man Muster im Verhalten, die keiner sonst sieht oder sehen will.
Ist alles was schön ist gleich kapitalistische Dekadenz? Worin bestehen denn die kommunistischen Freuden, die der Menschheit winken, wenn man die Ideen der Kommunisten wahr werden ließe? Sprich: Wo sollte unsere Motivation sein für Frau Wagenknecht zu sein?
Ich kanns mir vorstellen: Frau Wagenknecht in Wandlitz, hinter einer 20 Meter hohen Mauer mit eigenen "Spezial-Supermärkten" und davor die Masse der Bürger im Mao Einheitslook auf einem schwarzen Fahrrad "Hurrah Sahra" rufen.....
Aua...
hei_zen (16.12.2007, 18:49 Uhr)
Wieder eine Offenbarung
...der kaputten Geisteshaltung die unter Kommunisten und sonstigen Ideologen, ob rechts oder links, immer noch vorherrscht.
@Schwarzenegger
Die Dame ist der größte Spießer, hatte sie doch zuallererst ein Problem mit ihrem eigenen Tun.
So groß war ihre Scham, dass sie auf hinterhältige Art und Weise die Privatfotos ihrer eigenen Fraktionskollegin zensieren musste.
Achja und die Nazikeule ist auch schon längst abgenutzt.
@Rest
Wiederherstellen wird wohl nicht funktionieren, wenn der Speicher schon mit neuen Bildern überschrieben wurde. Aber so eine, von ihr selbst bestätigte Meldung auf Spiegel.de wiegt mehr als jedes Bild.
O.Bi (16.12.2007, 18:15 Uhr)
Was hätte sie essen sollen, damit die Schreiber hier glücklich sind?
Und warum rennt diese Kollegin zum „Spiegel“ um denen wegen "heimliche Durchsuchung meiner privaten Fotos“ (mit fremden Leuten, die etwas gegen dieser Bilder hatten), die Westen voll zu rotzen?
Panorama
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