#aufschrei

25. Januar 2013, 12:03 Uhr

Die Sexismus-Debatte hat auf Twitter einen Wutsturm entfacht. Seit Donnerstagnacht schreiben Tausende Frauen über ihre ganz alltäglichen Erfahrungen.

Über Nacht haben Frauen und Mädchen Twitter als Sprachrohr für die eigene Wut entdeckt. Unter dem Hashtag #aufschrei berichten sie in Tausenden Tweets von den alltäglichen Erfahrungen mit Sexismus: vom Anstarren in der U-Bahn über verbale Angriffe bis zum Übergriff. Das reicht vom detaillierten "Die Männer, die mir als 13jähriger im Schwimmbad unter Wasser an die Brust und zwischen die Beine griffen" (Atari-Frosch@AtariFrosch), zum allgemeinen Dauerfrust "All die dummen Sprüche und ekligen Blicke, an die frau sich gar nicht mehr erinnert, weil sie die einfach immer verdrängt hat" (Helga 海文 @hanhaiwen) bis zur blanken Wut "Und jeder einzelne fucking 'das war doch nur n scherz'!!!" (Janne Worcek @Chwesta).

#aufschrei ist Ausdruck einer Debatte über Sexismus, die von zwei Magazinartikeln im "Spiegel" und im stern angestoßen wurde, in denen junge Journalistinnen vom Sexismus im Politikbetrieb berichteten, den sie am eigenen Leib erfahren haben.

Der Strom der Erinnerungen in 140 Zeichen macht deutlich, wie normal es in diesem Land ist, dass Frauen und Mädchen nicht respektiert und auch tätlich angegriffen werden. Wie ernst die Lage ist, machen diverse feindliche Reaktionen von Männern deutlich. Doch gibt es auch viele, die nicht nur Verständnis, sondern auch Empathie zeigen: "das traurigste an dieser ganzen #aufschrei-geschichte ist, dass es mich nicht ein bisschen überrascht", schreibt Hagen @ausnahmsweise.

"Ich heule gerade, aber hört bloß nicht auf!", schreibt Anne Wizorek @marthadear.

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