Lebensversicherungen können Ihre Altersvorsorge sinnvoll ergänzen. Sie müssen aber vorher prüfen, welche Versicherung sich für Sie eignet - und von welcher Sie besser die Finger lassen sollten.

Sie wollen entspannt im Alter leben? Dann sollten Sie rechtzeitig vorsorgen© Colourbox
Was hat man der Lebensversicherung in den vergangenen Jahren nicht alles vorgeworfen: altmodisch, undurchsichtig, renditeschwach. Doch selbst wenn all das zuträfe, kann eine kapitalbildende Lebensversicherung sinnvoll sein. Sie ist der "Klassiker" der Branche. Kein anderer Sparvertrag schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: finanzielle Absicherung von Angehörigen (und/oder größeren Krediten) im Todesfall und garantiert verzinste Kapitalauszahlung im Erlebensfall.
Wer genau diesen Bedarf hat (zum Beispiel Familien mit Wohneigentum), macht mit der Kapitalpolice zwar kaum einen Rendite-Reibach, aber ein solides Geschäft: 2010 belief sich die jährliche Gesamtverzinsung der Lebensversicherung laut der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur auf durchschnittlich 4,8 Prozent. Das schafft weder das beste Sparkonto noch ein Bundesschatzbrief.
Weitere Pluspunkte: Einmal gewährte Jahresgutschriften können nicht wieder verfallen. Einzahlungen können jederzeit ausgesetzt, verringert oder erhöht werden. Und: Die Rendite der Kapitalversicherung (Auszahlung eines Betrages) ist, anders als bei der privaten Rentenpolice (Auszahlung monatlicher Raten), nicht durch die Alterung der Gesellschaft bedroht. Gerade für Frauen, die statistisch länger leben als Männer, ist daher die Kapitalvariante stets rentabler als ihr Schwester-Produkt, die private Rentenversicherung. Dabei können sich Sparer auch die Kapitalauszahlungen im Nachhinein sogar noch sehr einfach in eine monatliche Rente umwandeln lassen.
Schwieriger als noch in früheren Jahren ist die Auswahl eines soliden Anbieters geworden. Am Markt tummeln sich allein bei den Lebensversicherern mehr als 100 Unternehmen. Dabei reißen die Negativ-Schlagzeilen aus der Branche nicht ab. Seit Jahren bröckeln die sogenannten Überschussbeteiligungen und der Garantiezins ab, viele Verträge erweisen sich für den Versicherer als schwer erfüllbar, und mit der Mannheimer Versicherung wäre beinahe ein ganzes Unternehmen pleitegegangen.
Als der Staat vor ein paar Jahren auch noch beschloss, auf Zinsgewinne aus Lebensversicherungen Steuern zu kassieren, sahen viele Experten das Ende dieser Versicherungsform gekommen. Denn nur wer noch bis 31. Dezember 2004 einen Lebensversicherungs-Vertrag unter Dach und Fach gebracht hat, kassiert seine Auszahlung irgendwann steuerfrei.
Den Steuerangriff, glaubten viele Experten, würde der Deutschen liebgewonnenes Vorsorgekind nicht überleben. Doch weit gefehlt. Die Lebensversicherung spielt auch mehr als 150 Jahre nach ihrer Erfindung noch eine zentrale Rolle für die Altersvorsorge der Bundesbürger. Derzeit gibt es über 90 Millionen Verträge bundesweit. Die Lebensversicherungen bilden damit eine gigantische Industrie, die überall dort einspringt, wo sich der Sozialstaat zurückzieht. Es ist aber auch ein Geschäft mit der Angst der Menschen und ihrem Bedürfnis nach Sicherheit.
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