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Ratgeber Geldanlage

Alternativen zum Sparbuch

Das Sparbuch ist zwar des Deutschen liebste Geldanlage, doch auf Dauer verliert Ihr Erspartes dort an Wert. Wenn Sie auch kurzfristig an Ihre Reserven kommen wollen, sollte Ihr Geld auf Tages- oder Festgeldkonten lagern. Doch alle Anlagemodelle haben Vor- und Nachteile. Wir erklären, wann sich welche Sparmethode für Sie lohnt.

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Da schmunzelt das Sparschwein: Mit Tagesgeldkonten kommen Sie auch kurzfristig an Ihr Erspartes© Colourbox

Die gute Nachricht vorweg: Tagesgeld- oder Festgeld-Konten sowie Sparbuch-Einlagen gelten auch in Zeiten der Wirtschaftskrise als sicher.

Das Sparbuch ist Deutschlands Liebling

Die Deutschen sind große Freunde von Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld. Diese Anlageformen sind risikolos und lassen den Bürger ruhig schlafen. Das Grundprinzip der Zinsprodukte: Der Sparer leiht der Bank Geld, dafür bekommt er eine Belohnung - den Zins. Mehr als den vereinbarten Zins kann der Anleger nicht erwirtschaften, es gibt aber auch kein Risiko von Kursverlusten.

Das Sparbuch ist bei den Deutschen zwar beliebt – aber deshalb noch lange nicht sinnvoll. Der Zinssatz auf das Ersparte liegt meist unterhalb der Inflationsrate, das Geld verliert also auf dem Sparbuch an Wert. Weiterer Nachteil: Bei manchen Banken sind nur 2000 Euro im Monat frei verfügbar. Wer mehr abheben will, muss sein Geldinstitut darüber drei Monate im Voraus informieren. Ansonsten drohen (Straf-) Vorschusszinsen.

Die Vierteljahresfrist setzen viele Banken ebenso für die Kündigung des Sparbuches. Lassen Sie sich davon aber nicht einschüchtern. Es lohnt sich, umzuschichten.

Tagesgeldkonto als flexible Alternative

Auf dem Tagesgeldkonto sollte der Notgroschen liegen, also das Geld für die unvorhergesehene Auto-Reparatur. Diese Anlageform ist eine ebenso sichere, aber renditestärkere Alternative zum Sparbuch. Vorteile: Wie der Name schon sagt, können Kurzparker mit einem solchen Konto täglich über ihr Geld verfügen, außerdem sind die Zinsen höher. Nachteil: Diese Freiheiten gelten auch für die Bank. Der Zinssatz ist flexibel und die Bank kann ihn jederzeit senken - oftmals sogar, ohne den Kunden vorher informieren zu müssen.

Die Zinsen von Produkten wie Tagesgeld- und Festgeld-Konten orientieren sich in der Regel am Leitzins, den die Europäische Zentralbank (EZB) festlegt. Der Leitzins ist jener Zinssatz, den Banken zahlen müssen, wenn sie sich bei der EZB kurzfristig Geld leihen.

Beim Vergleich verschiedener Angebote sollte man nicht nur auf den Zins achten. Manche Angebote gelten nur für Neukunden, andere verlangen Mindest- oder Höchsteinlagen oder die Einrichtung eines gebührenpflichtigen Girokontos. Außerdem werden die Zinsen unterschiedlich häufig gutgeschrieben - jährlich, vierteljährlich oder monatlich - das hat Auswirkungen auf die Ertragsstärke, da eine monatliche Ausschüttung gleich wieder angelegt werden kann.

Höhere Zinsen, bei höherem Risiko

Besonders attraktiv sind zumeist die Angebote von Online- oder Telefonbanken. Sie haben kein teures Filialnetz zu unterhalten und sparen auch sonst allerlei Kosten und bieten darum besonders hohe Zinssätze. Oftmals sind es vor allem die deutschen Töchter ausländischer Banken, deren Konditionen besonders anlegegerfreundlich sind.

Doch, Achtung! Das Beispiel der isländischen Kaupthing-Bank hat eines eindrucksvoll gezeigt: Die hohen Zinssätze ausländischer Institute gehen mit einem hohen Risiko einher. Im Falle eines Konkurses sind die Gelder der Kunden oft nur zu 90 Prozent und zu höchstens 20.000 Euro abgesichert. Alles darüber ist im Pleitefall verloren. Deutsche Geldhäuser hingegen gehören fast alle dem Einlagensicherungsfonds an. Geld, das sie bei diesen Banken anlegen, ist einhundertprozentig geschützt.

Festgeld - je länger die Bindung, desto höher der Zins

Wer sein Geld kurzfristig nicht braucht, kann es als Festgeld anlegen. Beim Festgeld-Konto legt der Anleger für einen verabredeten Zeitraum Geld an und bekommt dafür einen festen Zinssatz zugesichert, häufig werden als Anlagebetrag mindestens 5000 Euro verlangt. Je länger die zeitliche Bindung, desto höher der Zins. Steigt jedoch der Leitzins während der Laufzeit, profitiert der Anleger davon nicht. Ein großer Nachteil ist zudem die fehlende Flexibilität. Der Anleger kommt während der Laufzeit nicht an sein Geld. Meist kompensieren die Banken allerdings diesen Nachteil für den Anleger und zahlen beispielsweise auch für ein Zwölf-Monats-Festgeld etwas mehr Zinsen als für Tagesgeld.

Auch bei Festgeld gilt: Onlinebanken oder Konten ausländischer Banken locken mit attraktiven Zinsen. Doch Banken, die nicht dem deutschen Sicherungsfonds angehören, bergen immer ein gewisses Risiko.

Bei Festgeld betragen die Vertragslaufzeiten meist drei, sechs und zwölf Monate bis hin zu drei oder fünf Jahren. Angebote von 30 bis 90 Tagen sind nicht empfehlenswert, sie bringen meist weniger als gute Tagesgeld-Angebote. Längerfristiges Festgeld hat gerade in Niedrigzinsphasen den Nachteil, dass im Verlauf die Zinsen wieder steigen können - der Sparer aber nicht so schnell aus seinem Vertrag herauskommt.

Vorsichtig müssen Anleger außerdem am Ende der Laufzeit sein. Festgeld wird in der Regel automatisch um die gleiche Zeit verlängert, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird. Mit unseren Tools können Sie nachrechnen, welche Bank die besten Tarife bietet.

Wer sein Geld für eine mehrjährige Laufzeit entbehren kann, der sollte sich auch mit Bundesschatzbriefen befassen.

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