Versorger erhöhen wieder ihre Preise

21. April 2010, 10:06 Uhr

Strom wird immer teurer: Im ersten Halbjahr haben 360 Anbieter Ihre Tarife angehoben. Auch in den kommenden zwei Monaten werden weitere Energieunternehmen die Preise die Preise erhöhen.

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Auch im Mai und Juni wird der Strom teurer©

Der Trend hält an: Viele Stromanbieter erhöhen im Mai und Juni ihre Preise. "Insgesamt verteuert sich der Strombezug im ersten Halbjahr 2010 bei mehr als 40 Prozent aller örtlichen Grundversorger - etwa 360 Unternehmen - um durchschnittlich 5,9 Prozent", sagt Energie-Experte Thorsten Bohg vom Verbraucherportal TopTarif. "Mit 60 Unternehmen haben im Gegenzug lediglich rund sieben Prozent der lokalen Stromanbieter Preissenkungen von drei Prozent im Mittel vorgenommen oder konkret angekündigt."

Tarife werden deutschlandweit teurer

Auch in den kommenden Wochen werden zahlreiche Verbraucher quer durch die Republik wieder tiefer für ihren Strom in die Tasche greifen müssen. Insgesamt steigen die Strompreise im Mai und Juni bei mindestens 38 weiteren Versorgern im Schnitt um knapp sechs Prozent und in der Spitze bis 16 Prozent. Unter anderem mit Eon Avacon, Eon Hanse, Eon Westfalen-Weser und Eon Bayern vier Regionaltöchter des größten deutschen Energiekonzerns im nächsten Monat ihre Tarife. Teurer wird es im Mai auch für die Kunden des größten ostdeutschen Regionalversorgers enviaM sowie in Erfurt, Gütersloh und Speyer.

"Ein betroffener Familienhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 kWh muss im Rahmen der angekündigten Preiserhöhungen mit zusätzlichen Mehrkosten von durchschnittlich 56 Euro, vereinzelt sogar mit bis zu 144 Euro rechnen", so Bohg. Bei lediglich drei Versorgern wird der Strom in den kommenden beiden Monaten günstiger.

Erhöhte EEG-Umlage soll schuld sein

Als Hauptargument für die gestiegenen Tarife geben die meisten Versorger die Verteuerung der EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien an. Mit der Umlage werden Investitionen in Ökostrom subventioniert, zum Beispiel für Solarzellen und Windkrafträder. Tatsächlich stieg die Umlage nach ihrer bundesweiten Vereinheitlichung zum Jahreswechsel von durchschnittlich 1,2 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom auf 2,047 Cent. Auf der anderen Seite sind aber die Beschaffungskosten der Konzerne seit Mitte 2008 erheblich gesunken.

"Mit Blick auf die jeweilige Beschaffungsstrategie wird auch die unterschiedliche Preispolitik der einzelnen Unternehmen in der jetzigen Phase deutlich", so Bohg. "Versorger, die aktuell ihre Preise stabil halten oder senken, haben meist einen kurzfristigeren Beschaffungsmix und können die aus der Anhebung der EEG-Umlage entstehenden Mehrkosten kompensieren."

Sie sind nicht an langfristige Verträge mit Großversorgern gebunden und können so auch kurzfristig kostengünstiger Strom einkaufen.

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KOMMENTARE (10 von 14)
 
Skillet4 (21.04.2010, 16:20 Uhr)
Schon mal was von
Sonderkündigungsrecht gehört?
Der Verbraucher hat es in der Hand.
Damit brauchen die Brüder aber (noch) nicht zu rechnen.
Denn der Verbraucher ist (noch) viel zu träge.
kinderhort (21.04.2010, 16:17 Uhr)
Abzocker
Sieht man sich die Bilanzen dieser Unternehmen an kommt man zu dieser Ansicht, schaut man sich noch an wer in den
Aufsichtsräten tummelt, sieht man die Verflechtung von Politik und Wirtschaft, seit
man unsere Stromerzeuger privatisiert hat wird der kleine Stromkunde nur abgezockt
und da hilft auch das Wechseln zu
preiswerteren Anbietern auf die dauer nichts, es gibt kein besseres Beispiel für die Unfähigkeit von Grüner und Roter Energiepolitik und ihre Folgen, hier zeigt sich wieder einmal wozu Neoliberales
handeln führt,
cogito1 (21.04.2010, 15:39 Uhr)
was will man...
... von einer Regierung erwarten, die, völlig dem Privatisierungswahn verfallen, die Bürger ungeschützt dem Kapital preisgibt und gemäß der neoliberalen Ideologie den Wirtschaftsbossen andient statt dessen Regulativ zu sein. Das tragische an der Sache, es wird sich in NRW wieder genau so wiederholen. Mein Vorschlag: jeder NRW Wähler gibt vorher bekannt was er wählt und sollte er sich dann nach der Wahl wieder über Dinge aufregen, die von den neoliberalen Turbokapitalisten nicht anders zu erwarten waren, sollten wir diese alle.... *der Rest wurde leider zensiert*
bayerbienengift (21.04.2010, 14:22 Uhr)
Atomkraft kostet
Jetzt muss die Rückholung des in Asse siffenden Atommuellls bezahlt werden (wohin damit aeiss auch kein Mensch). Der Rückbau sowie der eventuelle Neubau von Atomkraftwerken kostet ebenfalls Abermilliarden und auch das Schoenrechnen dieser irregeleiteten Energiepolitik sowie die alibimäßig durchgeführten regenerativen Energie-Projekte (seht her - wir tun was...) kosten erhebliche Summen.
simbadische (21.04.2010, 13:39 Uhr)
Nachtrag

Und wenn man alles zusammen nimmt dient der ganze Schmus nur einem Interesse : die Bevölkerung weich zu kochen und die Laufzeit der Atomkraftwerke OHNE große Debatte über die Bühne zu bekommen.

Denn wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, dann hört die Angst vor dem strahlenden Müll auf !
simbadische (21.04.2010, 13:28 Uhr)
Gewinne - Gewinne - Gewinne

Strom, Gas - das sind unbedingt nötige "Lebensmittel".

Die Grundversorgung der Bürger - übrigens auch im Bereich Verkehr (Autobahnen, Bahn) und Post - gehört nicht in die Hand gewinnorientierter Aktien-Unternehmen.

Gewinn ja, aber für den Steuerzahler !

Sonst wird es immer wieder so laufen wie gehabt : Verluste werden sozialisiert, Gewinne privatisiert. DARAN geht unsere Demokratie kaputt !
BiffBoffo (21.04.2010, 13:13 Uhr)
Der Stern scheint zu Profitieren
Gleich drunter sind die Links zu den vergleichen. Ad-Banner und Ad-Server bringt gut geld.

Was haben wir noch, das unternehmen welches diese Vergeliche macht, scheint laut Frontal21 auch mit im großen abkassiergeschäft zu stecken.

Es wurden 40 Milliarden an Steuergeld an die Engeriekonzerne gegeben was kommt zurück ? Genau, eine erhöhung! Toll gemacht!

Dann wurde von unserer Regierung sogar ein Gesetz geschaffen das den Energiekonzernen sogar den Abfall abnimmmt. Genau, der Steuerzahler zahlt die Entsorgung und die Aufbewahrung.

Ihr seid alle so toll!

WAS ZUR HÖLLE SOLL DAS !?
x-cube (21.04.2010, 12:51 Uhr)
Versorger?
Ich finde diesen Begriff psychologisch gut gewählt. Besser als Konzern oder Unternehmen.
"Versorger" das hat was familiäres, fürsorgliches, als ob sich jemand um einen kümmert. Die Mafia kümmert sich ja auch um Leute....
DoktorGnadenlos (21.04.2010, 12:40 Uhr)
So ist das mit dem EEG
Jetzt rächt sich das völlig kranke Einspeisegesetz. Die Solaranlagen all der Häuslebesitzer wollen von uns Stromkunden finanziert werden.
tobix (21.04.2010, 12:31 Uhr)
Die übliche Werbung
Zwei Links auf TopTarif, das sagt alles über die Motivation dieses Artikels.

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