Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat die Berufung des US-Beamten Sheng Li zum stellvertretenden Direktor der UN-Organisation rückgängig gemacht. Wegen „anhaltender Verzögerungen bei der Begleichung der Zahlungsrückstände“ sei seine Ernennung widerrufen worden, teilte ILO-Chef Gilbert Houngbo am Montag mit.
Die globalen Arbeitsmärkte haben die jüngsten wirtschaftlichen Schocks nach Einschätzung der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) besser als erwartet überstanden und bleiben 2026 voraussichtlich stabil. Dies dürfe jedoch nicht über einen gravierenden Mangel an menschenwürdigen Arbeitsplätzen hinwegtäuschen, warnte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen am Mittwoch in Genf. Zudem wies die ILO auf Risiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und den aktuellen Handelsspannungen hin.
Rund 50 Millionen Menschen weltweit leben in Zwangsarbeit. Das ist das Ergebnis einer Studie, die von Organisationen und einer Stiftung am Montag vorgelegt wurde. Es gibt einen alarmierenden Trend: Die Zahl sei in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent gestiegen.
Lange verursachten Verletzungen die meisten Gesundheitsschäden am Arbeitsplatz. Laut einer neuen Analyse ist Überarbeitung aber das größere Problem. Die Coronakrise könnte die Lage noch verschlimmern, warnen Experten.
Sehen Sie im Video: Zu lange Arbeitszeiten kosten jährlich Hunderttausende Menschenleben und machen krank.
Arbeit kann krank machen und im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen. Lange Arbeitszeiten kosten einer internationalen Studie zufolge jährlich hunderttausende Menschenleben. Die Weltgesundheitsorganisation und die Internationale Arbeitsorganisation gehen davon aus, dass im Jahr 2016 weltweit fast 400.000 Menschen an Schlaganfällen und knapp 350.000 an Herzerkrankungen starben, weil sie 55 Wochenstunden oder mehr gearbeitet hatten. Laut der Studie nahmen tödliche Herzerkrankungen und Schlaganfälle mit Bezug zur Arbeit zwischen 2000 und 2016 stark zu. In vielen Ländern gelten 35 bis 40 Wochenstunden als Norm, doch vielerorts werde deutlich mehr gearbeitet. Das Risiko, wegen zu viel Arbeit am Herz-Kreislauf-System zu erkranken, hätten vor allem Menschen im westpazifischen Raum und in Südostasien, aber auch in Afrika und in Südamerika. In Europa und Nordamerika seien die Belastungen dagegen nicht so groß. Dennoch sieht man auch hier Probleme. So habe sich im Zuge der Pandemie das Gesundheitsrisiko durch eine erhebliche Veränderung der Arbeitswelt erhöht. Für ihre Analyse haben die Experten Erhebungen aus über 150 Ländern und die Erkenntnisse aus knapp 60 Studien zusammengeführt.