Ein herber Schlag für Ägyptens Tourismus

26. Februar 2013, 14:26 Uhr

Ein Heißluftballon mit Touristen an Bord stürzt ab. Fast 20 Menschen sterben. Auf einem Feld bei Luxor findet die Feuerwehr das Wrack. Dem Tourismus im Land dürfte das Unglück zusätzlich schaden.

Ägypten, Heißluftballon, Absturz, Touristen, Tote, Luxor, Ballon, Verletzte

Die Überreste des verunglückten Heißluftballons fanden Rettungskräfte in einem Zuckerrohrfeld©

Die kleine Reise im Ballon war schon fast zu Ende, als das Unglück nahe der ägyptischen Tempelstadt Luxor seinen Lauf nahm. Der Ballonführer hatte seine Kollegen schon zu dem Ort dirigiert, an dem er mit den Touristen landen wollte. Er reichte ihnen ein Seil hinunter, mit dem sie den Ballon stabilisieren sollten. Der Boden sei zu diesem Zeitpunkt schon ganz nah gewesen, berichten die Ermittler, die mit der Aufklärung des Unglücks betraut wurden.

Das Seil soll den Gasschlauch berührt und beschädigt haben, so dass plötzlich Mengen von Gas austraten, durch die der Ballon wieder Auftrieb bekam. Die Bewohner des Dorfes al Dhabaija sehen, wie der brennende Ballon auf ein Feld stürzte. Sie hören mehrere Explosionen. Die Bauern machen sich auf den Weg, um nach den Opfern zu suchen. Später treffen Feuerwehrleute ein, die das brennende Wrack löschen. Die Leichen, von denen einige bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, werden in schwarzen Plastiksäcken davongetragen. 18 Menschen mussten ihr Leben lassen, die meisten davon waren Touristen aus Asien.

Für die ägyptische Tourismusbranche ist der Unfall nach den politischen Unruhen der vergangenen zwei Jahre eine weitere Katastrophe, die abschreckend auf ausländische Urlauber wirkt. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Touristen unter zehn Millionen. Im Boomjahr 2010 waren noch fast 15 Millionen Urlauber nach Ägypten gekommen. Auch in Luxor, das mit seinen Tempeln und Gräbern aus der Pharaonenzeit Hauptattraktion vieler Ägyptenreisen ist, sind die Folgen der Unruhen seit langem zu spüren.

Lasche Kontrollen sollen schuld sein

Der Vorsitzende der Berufsvereinigung der Tourismusbranche in Luxor, Tarwat al Adschmi, lässt seine Wut nach dem Ballonunglück an den Verantwortlichen des Ministeriums für Zivilluftfahrt aus. Deren lasche Kontrollen seien der Grund für das Unglück, sagt er.

Das gilt jedoch nicht nur für die Anbieter von Ballonfahrten, die immer wieder mit Unfällen in Verruf geraten. Vor einem Jahr sorgte ein Unfall mit einem Glasboot, das auch unter Wasser tauchen kann, für Schlagzeilen. Drei Deutsche fanden damals den Tod, als das Boot bei stürmischem Wetter leckschlug. Auch der leichtsinnige Fahrstil vieler ägyptischer Busfahrer ist häufig Ursache für Unfälle, bei denen Touristen ums Leben kommen.

Dass die beliebten Ballonfahrten über den Tempeln und Grabanlagen von Luxor riskant sind, hatte sich schon bei einem weniger folgenreichen Absturz im März 2009 gezeigt. Damals waren 16 Touristen verletzt worden, als ein Ballon gegen einen Strommast geprallt war. Die Fahrten mit dem Heißluftballon waren erst einmal verboten worden. Nach Verhandlungen zwischen Behörden und den Besitzern der acht Firmen, die in Luxor Ballonflüge anbieten, durften die Firmen den Betrieb jedoch wieder aufnehmen.

Die ägyptische Tempelstadt Luxor Die Tempelstadt Luxor am rechten Ufer des Nils ist einer der Touristenmagneten Ägyptens. Luxor entstand auf dem Siedlungsgebiet der altägyptischen Hauptstadt Theben. Tempel, Grabanlagen und andere alte Denkmäler sind über das gesamte Gelände verteilt.

Auf der anderen Seite des Nils liegen die berühmten Täler der Könige und Königinnen mit den Grabanlagen der Pharaonen, darunter der Grabtempel der Pharaonin Hatschepsut. 1922 hatte der britische Archäologe Howard Carter das Grab Tutanchamuns entdeckt, Herrscher der 18. Dynastie vor gut 3300 Jahren. Die Anlage war mit goldenen Masken und anderen Schätzen gefüllt. Die Totenstadt sowie die Überreste Thebens mit seinen Tempeln und Palästen gehören seit 1979 zum Unesco-Weltkulturerbe.

Bei einem islamistischen Terroranschlag waren am 17. November 1997 58 Urlauber ums Leben gekommen, darunter vier Deutsche. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terror-Organisation "Gamaa Islamija".

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Asien Feuerwehr Heißluftballon Luxor Tempeln Tourismus
Wirtschaft
Ratgeber
Ratgeber Geldanlage: Legen Sie Ihr Geld richtig an Ratgeber Geldanlage Legen Sie Ihr Geld richtig an
Ratgeber Altersvorsorge: So sorgen Sie fürs Alter vor Ratgeber Altersvorsorge Den Ruhestand sorgenfrei genießen
Tools und Vergleichsrechner
Krankenkassen-Vergleich Krankenkassen-Vergleich Sie suchen eine neue Krankenversicherung? stern.de findet die passende für Sie! mehr... >
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von harun: Mein Hund hat Angst vor der Fahrt

 

  von Gast: darf ich den feuermelder drücken bei einer schlägerei im zug

 

  von maily: Beschäftigung von Rentner

 

  von dorfdepp: Wird es in 20 Jahren noch LKW-Fahrer, Lokführer und Piloten geben?

 

  von bh_roth: Win 8.1 Energiesparen

 

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...