12. Oktober 2011, 12:07 Uhr

100 Persönlichkeiten appellieren an Regierungschefs

Joschka Fischer, Hans Eichel, Javier Solana: 100 Persönlichkeiten haben auf Initiative des Investors George Soros einen offenen Brief an die Regierungschefs der Euroländer geschrieben. Sie fordern radikalere Lösungen für die Schuldenkrise.

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Investor George Soros und zahlreiche andere Unterzeichner haben einen Brandbrief an die EU-Regierungschefs geschrieben©

In einem offenen Brief an die Regierungschefs der Eurozone haben rund 100 Persönlichkeiten um Investor George Soros zu einem verstärkten Kampf gegen die Schuldenkrise aufgerufen. "Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus", zitierte das "Handelsblatt" am Mittwoch aus dem Schreiben. Zu den Unterzeichnern zählten neben Soros unter anderem die ehemaligen Bundesminister Joschka Fischer (Grüne) und Hans Eichel (SPD), der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, der Ex-Außenbeauftragte der EU, Javier Solana, der frühere EU-Währungskommissar Pedro Solbes und die ehemaligen Ministerpräsidenten aus Italien und Belgien, Massimo D'Alema und Guy Verhofstadt.

Als "besorgte Europäer" riefen die Unterzeichner die Regierungen der Eurozone dazu auf, ein drei Punkte umfassendes Abkommen zu schließen: Sie forderten dabei die Einrichtung eines "gemeinsamen Finanzinstituts", das in Aufbau und Funktion einem europäischen Finanzministerium ähneln solle. Zweitens sollten Finanzsystem und Einlagensicherung in der Eurozone stärker reguliert und überwacht werden. Zudem forderten sie eine Strategie, die sowohl eine Angleichung als auch ein Wachstum der Wirtschaft im Euroraum zum Ziel hat.

Der Euro brauche "eine europäische Lösung", appellierten laut der Zeitung die Unterzeichner. Das Streben nach nationalen Lösungen führe hingegen "unweigerlich zum Zusammenbruch".

mlr/AFP
 
 
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