6. August 2011, 10:25 Uhr

Zehntausende Jobs bei Eon in Gefahr

Der Energieriese Eon steht nach dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland nach Medienberichten möglicherweise vor einem drastischen Stellenabbau.

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Die Zeichen stehen auf Rot: die Zentrale der Eon-Ruhrgas in Essen©

Nach dem raschen Atomausstieg plant der Energieriese Eon anscheinend radikale Stellenkürzungen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag berichtet, erwägt das Unternehmen den Abbau von bis zu 10.000 Stellen weltweit. Das sind mehr als zehn Prozent der gesamten Belegschaft. Damit würde der Sparkurs des Konzerns viel härter ausfallen als bisher bekannt.

Zuletzt war in Medienberichten von der Streichung einiger hundert Stellen die Rede gewesen. Möglicherweise werde der Aufsichtsrat des Konzerns bereits auf seiner Sitzung Anfang der kommenden Woche über entsprechende Szenarien informiert, berichtete die "SZ".

Der bevorstehende Stellenabbau könnte dem Bericht zufolge alle Bereiche und Regionen des Konzerns betreffen. Etwa ein Drittel der Stellen könne dabei auf Deutschland entfallen. Die schlimmsten Szenarien gingen von einer fünfstelligen Zahl betroffener Jobs aus, erfuhr die "SZ" aus Gewerkschaftskreisen. Der Abbau von Personal im vierstelligen Bereich gelte bereits als wahrscheinlich.

Gigantischen Schuldenberg abbauen

Das Düsseldorfer Unternehmen wollte sich gegenüber der Zeitung nicht dazu äußern. "Infolge der erheblich veränderten Rahmenbedingungen prüft Eon derzeit mögliche Anpassungen der Strategie und der Aufstellung des Unternehmens", sagte ein Sprecher lediglich. "Entscheidungen sind noch nicht gefallen."

Eon ist mit zuletzt 85.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 93 Milliarden Euro Deutschlands größter Energiekonzern. Im November - also noch vor dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg - hatte Eon angekündigt, bis Ende 2013 Unternehmensanteile im Gesamtwert von 15 Milliarden Euro verkaufen zu wollen, um seinen gigantischen Schuldenberg abzubauen und Spielraum für Investitionen zu haben. Der Atomausstieg hat den Druck auf die großen Energiekonzerne erhöht. Ende Juli war in Medienberichten bereits von der Schließung dreier großer Eon-Standorte die Rede gewesen.

tib/DPA/AFP
 
 
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