6. September 2012, 08:00 Uhr

EZB-Chef Draghi kommt bei den Deutschen nicht gut an

Er ist der oberste Währungshüter der Eurozone und wird heute wohl eine der umstrittensten Entscheidungen der EZB verkünden. Doch bei den Deutschen genießt Notenbank-Chef Mario Draghi wenig Vertrauen.

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Nur 18 Prozent der Bundesbürger schätzen ihn: EZB-Präsident Mario Draghi©

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte kürzlich über Mario Draghi: Der Präsident der Europäischen Zentralbank sei "auf dem besten Weg, in das Geschichtsbuch als der Falschmünzer Europas einzugehen". Dobrindt wollte mit seiner Reaktion auf Spekulationen über neue EZB-Schritte im Kampf gegen die Eurokrise vermutlich schon mal die eine oder andere Stimme für die Bundestagswahl im nächsten Jahr fangen. Doch seine Worte zeigen auch: Draghis Image hat in den vergangenen Monaten gelitten.

Der Chef der EZB, die im Laufe des Tages über mögliche Anleihekäufe von Krisenstaaten entscheiden will, ist bei den Deutschen nicht sonderlich beliebt. Nach einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern haben 42 Prozent der Bürger kein (12 Prozent) oder nur geringes (30 Prozent) Vertrauen in den 65-Jährigen. Lediglich 18 Prozent der Bürger schätzen ihn. 31 Prozent kennen Draghi nicht, weitere 9 Prozent haben keine Meinung.

Besonders kritisch wird der EZB-Präsident von den Wählern der Linken gesehen: 62 Prozent von ihnen sagen, sie hätten kein Vertrauen in ihn. Am relativ besten schneidet Draghi bei den Wählern der Grünen ab: Hier vertrauen ihm 32 Prozent, 39 Prozent haben kein Vertrauen.

Die EZB wird an diesem Donnerstag aller Voraussicht nach Regeln für einen systematischen Ankauf von Staatsanleihen bekanntgeben, um angeschlagenen Eurostaaten zu helfen. Die Anleihekäufe werden vor allem von Bundesbankpräsident Jens Weidmann strikt abgelehnt.

 
 
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