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3. November 2009, 18:39 Uhr
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Warren Buffett kauft Eisenbahn für 44 Milliarden Dollar

Es ist der bisher teuerste Deal des Investment-Genies Warren Buffett: Für 44 Milliarden Dollar kauft der 79 Jahre alte Unternehmer die US-Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe. Wahnsinn - oder hat "das Orakel aus Omaha" einfach mal wieder das beste Näschen?

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Zwei von 6700 Lokomotiven der US-Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Rock. Für 44 Milliarden Dollar wurde das Unternehmen jetzt von Investment-Guru Warren Buffett gekauft© Nati Harnik/AP

Milliarden-Paukenschlag des amerikanischen Kult-Investors Warren Buffett: Noch vor dem sicheren Ende der Krise wagt der legendäre Superreiche die 44 Milliarden Dollar teure Übernahme eines Güterbahn-Riesen in den USA. Es ist der größte Zukauf in Buffetts jahrzehntelanger Firmengeschichte. Und eine für den 79-Jährigen typische Mega-Wette.

Buffetts Holding Berkshire Hathaway schluckt den Bahnkonzern Burlington Northern Santa Fe für umgerechnet 30 Milliarden Euro. Der Gigant mit "Hauptbahnhof" im texanischen Fort Worth hat als einer der Branchenführer eines der weitreichendsten Schienennetze quer über den Kontinent. Der Deal setze alles auf die Karte der wirtschaftlichen Zukunft der USA, sagte Buffett. "Ich liebe solche Wetten."

Er kauft nur Firmen, deren Geschäft er versteht

Angesichts von Buffets legendärem Ruf als Investmentgenie fragen sich nun weltweit sowohl Aktienexperten als auch private Kleinanleger: Steht damit der Aufschwung endgültig fest? Sollen alle ihr Geld so anlegen? Buffetts Credo: Er kaufe nur Firmen, deren Geschäft er verstehe. Coca-Cola etwa mag er. Nun gönnt sich der knorrige Multimilliardär mit der markanten Hornbrille eine Eisenbahn mit rund 6700 Lokomotiven.

Manche Kritiker halten den Kaufpreis für zu hoch. Das US-Bahngeschäft litt schwer unter der Krise. Zuvor allerdings hatten die schier endlosen Güterwaggonzüge in Amerikas Weiten eine regelrechte Renaissance erfahren. Buffetts Holding besitzt schon gut ein Fünftel der durch Fusionen entstandenen Bahngesellschaft und kauft sie nun komplett. Der Preis beinhaltet auch zehn Milliarden Dollar Schulden.

Buffetts Spürsinn hat schon viele Anleger reich gemacht

Wie so oft gelang Buffett ein Überraschungscoup, nichts war zuvor durchgesickert. Ähnlich hatte er vor gut einem Jahr mitten in der Finanzkrise Milliarden in die US-Investmentbank Goldman Sachs und den Siemens-Erzrivalen General Electric (GE) investiert - als kaum jemand Geld hergeben wollte. Doch der ausgefuchste Buffett sicherte sich dafür auch für ihn höchst profitable Konditionen.

Berkshire zahlt je Burlington-Aktie wahlweise 100 Dollar in bar oder in Form eigener Aktien. Der Kaufpreis bedeutet einen Aufschlag von gut 30 Prozent auf den letzten Schlusskurs der Eisenbahn-Aktie. Am Dienstag schoss das Papier fast genauso stark in die Höhe. Auch Berkshire-Anteile verteuerten sich leicht. Die Mega-Übernahme soll im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden - wenn die Burlington-Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen.

Buffetts Holding mit Sitz in Omaha (Nebraska) gehören neben Aktienpaketen großer Konzerne rund 80 eigene Tochterfirmen. Besonders stark ist sie bei Versicherern und anderen Finanzhäusern engagiert. Buffett machte unzählige Anleger in Amerika und aller Welt mit seinem Spürsinn reich. "Orakel von Omaha" nennen sie ihn deshalb ehrfurchtsvoll.

Die Berkshire-Aktie ist mit einem Preis von zuletzt rund 100.000 Dollar die teuerste Aktie der Wall Street. Für Kleinanleger hat Buffett eine spezielle Aktienklasse geschaffen. Diese B-Aktie kostete zuletzt rund 3300 Dollar. Sie soll nun nochmals gesplittet und dadurch billiger werden, um auch kleineren Burlington-Aktionären den Aktientausch zu ermöglichen. Und auch andere Kleinanleger weltweit können sich so noch einmal fragen: "Soll ich's vielleicht auch wie Buffett machen?"

DPA
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Swissmiss (04.11.2009, 14:39 Uhr)
@ Buntklecks
Warren Buffet wird wohl kaum den Personenverkehr auf der Schiene fördern - da wäre er ganz schön bescheuert, da er damit seinen Güterzügen das Wasser abgraben würde. Das Tolle am amerikanischen Eisenbahnverkehr ist ja, dass die Güterzüge dank kümmerlichem Personenverkehr praktisch immer freie Fahrt haben. Und solange Flugreisen erschwinglich sind, steigt eh kaum jemand auf den Zug um.
Swissmiss (04.11.2009, 14:36 Uhr)
@ steinhaus, @ Stony2005
Es geht wohl weniger ums Spielen als ums handfeste Geldverdienen. In den USA werden fast 40% der Güter auf der Schiene transportiert. Die Bahn ist auf längere Distanzen unschlagbar billig und das amerikanischen Schienennetz wird kaum durch Personenzüge blockiert. Gehts mir der US-Wirtschaft wieder ein bisschen aufwärts, dürfte der Mann viel Geld mit seiner Eisenbahn einfahren.
Kasperltheater (04.11.2009, 11:00 Uhr)
Ich vermute....
er hat die Gesellschaft gekauft, weil sie einen strategischen Wert hat, auch wenn das grüne Pappierzeugs nichts mehr wert ist.
Stony2005 (04.11.2009, 10:20 Uhr)
@ Steinhaus
Ich muß nschon schmunzel. Genau den gleichen Gdanken hatte ich auch als ich den Bericht lass.

"Was will er den damit? Eisenbahn spielen???"

*schmunzel
Buntklecks (04.11.2009, 00:01 Uhr)
Gute Idee, aber nur beinahe.
Ich denke eher das Buffet an dem Güterverkehr interessiert ist. Der kann wirtschaftlich betrieben werden und ordentlich Profite abwerfen.
Allerdings werden es die typischen Diesellokomotiven sein, eine vollständige Elektrifizierung wie in anderen Ländern ist nur Illusion weil zu teuer.
Leider wird er wohl auch kaum den Personenverkehr auf der Bahn fördern, den es so in den USA kaum noch gibt. Diese Zukunftsinvestition wäre zu umfassend und kann wohl auch nicht von einem Warren Buffet alleine gestemmt werden. Da müsste zuviel modernisiert werden.
steinhaus (03.11.2009, 22:28 Uhr)
Und wozu eine Eisenbahn?
Keine Frage: die Lieblingsbeschäftigung von Männern dieser Generation ist das Spielen mit der Eisenbahn. Warren Buffett hat es geschafft. Er hat sich die größte Eisenbahnanlage der Welt besorgt. Toller Maßstab 1:1 1cm des Models entspricht 1 cm in der Natur. Wahnsinn! Und wenn er lustig ist, fährt er auf einer Lokomotive mit. Für den Ruhestand eine tolle Beschäftigung...
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