3. April 2013, 10:42 Uhr

Hungriges schwarzes Loch nagt an "Super-Jupiter"

Gerade erst erwacht und schon so gefräßig: Ein schwarzes Loch hat zehn Prozent der Masse eines "Super-Jupiters" vernascht. Drei Monate brauchte es, um "Super-Jupiter" von seiner Umlaufbahn zu bringen.

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Das Bild ist eine künstlerische Darstellung eines schwarzen Lochs. Als Forscher gesammelte Gammastrahlung untersuchten, fanden sie ein Lichtsignal - ausgesandt von einem schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie NGC 4845.©

Astrophysiker haben in einer fernen Galaxie ein schwarzes Loch beim Anknabbern eines "Super-Jupiters" beobachtet. Die Entdeckung in 47 Millionen Lichtjahren Entfernung gelang durch Daten des europäischen "Integral"-Satellitenprojekts, wie die Uni Genf am Dienstag mitteilte. Als Forscher die von "Integral" gesammelte Gammastrahlung untersuchten, fanden sie demnach ein Lichtsignal - ausgesandt vom schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie NGC 4845.

Das über Jahre inaktive schwarze Loch war demnach "aufgewacht" und knabbert nun an dem Objekt mit der etwa 15-fachen Masse des Jupiter. Das schwarze Loch im Zentrum von NGC 4845 ist nach Angaben der Genfer Universität mehr als 300.000 Mal größer als die Sonne und hatte über 30 Jahre lang "geschlafen". Nun erwachte das Schwerkraftmonster, dem nicht einmal Licht entkommen kann, und verschluckte zehn Prozent der Masse des "Super-Jupiters". Um diesen von seiner Umlaufbahn abzubringen, benötigte das schwarze Loch drei Monate.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA teilte mit, die Größe des von dem schwarzen Loch angeknabberten Objekts entspreche derjenigen eines sogenannten "braunen Zwergs" - eines Himmelskörpers, dessen vergleichsweise kleine Masse nicht ausreicht, um die Wasserstofffusion in seinem Kern in Gang zu setzen und ihn als Stern erstrahlen zu lassen.

ger/AFP
 
 
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