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"Electroplankton": Schräge Töne aus der Tiefe

Für all jene, die als Kind um der Töne Willen auf Töpfe geschlagen, mit Gläsern geklirrt und ihren Reißverschluss drangsaliert haben, veröffentlicht Nintendo nun "Electroplankton". Ein Beweis dafür, dass Zocken ohne Highscore Spaß machen kann.

Tief unten im Meer herrscht endlose Stille, heißt es. Wer's glaubt. Nintendos Wassergeschöpfe sind äußerst musikalisch und können bisweilen ziemlich lärmen - ob schön oder nicht, das liegt ganz beim Spieler. In verschiedenen Levels lässt der User mit dem Stylus das "Electroplankton" Kreise ziehen, es im Zickzack schwimmen oder von Seegras zu Seegras hüpfen. Richtung und Bewegungslinie der Meeresbewohner geben dabei verschiedene Klangakkorde von sich, die sich durchaus hören lassen können.

Kein Spielziel, kein Punktestand - kein Stress. DS-Besitzer lassen in "Electroplankton" lediglich ihrer Fantasie und dem Stylus freien Lauf. Der kleine Plastikstift wird zum Dirigentenstab für ein Unterwasserorchester der besonderen Art. Schwingt man ihn geschickt über den Monitor, ertönen teils wohlklingende Kompositionen.

Die Spielmodi

Der Gamer hat die Wahl zwischen Zuhörer- und Aufführungs-Modus. Entweder lauscht er dem Plankton beim Musizieren und lässt sich so inspirieren. Oder er versucht sich selbst am Komponieren. Die Bewegungen des Sticks geben die Schwimmrichtung der niedlichen, glupschäugigen Wesen vor. Sie schwirren in vom User vorherbestimmten Kreisen über den Monitor oder hängen in so genannten Klangbäumen, drehen sich um ihre eigene Achse oder springen von einem Punkt zum nächsten.

Jede Bewegung der kleinen Lebewesen ergibt einen xylophonartigen oder meditativ schwingenden Ton sowie ganze Tonreihen. Eine Gruppe vorbeiziehender Fische entpuppt sich als Voicerecorder. Jeweils einer der Fische zeichnet die Sprache oder den Gesang des Spielers auf, sodass am Ende vier Aufnahmen miteinander kombiniert werden können, im Hintergrund wummert ein pfiffiger Beat dazu.

Musikalische Meeresbewohner

Der User hat die Wahl zwischen zehn musikalischen Meeresbewohnern, die so klangvolle Namen tragen wie Hanenbow, Luminaria, Lumiloop oder Volvoice. Doch nicht jeder hat Musik im Blut. Die Klangexperimente können bisweilen lärmend und nervig sein. Lenkt der Spieler das Plankton unsanft oder zu schnell, klimpern die Akkorde end- und planlos durcheinander.

Electroplankton

Hersteller/Vertrieb

Nintendo/Nintendo

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Nintendo DS

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Um die Fantasie des Users optisch anzuregen, hat Nintendo Toshio Iwai, einen Meister seines Faches, angeheuert. Musik und visuelle Kunst sind das Spezialgebiet des weltbekannten japanischen Medienkünstlers, der die lustigen Tierchen und ihre fantastischen Unterwasserwelten schuf.

Mit "Electroplankton" ist Nintendo mal wieder eine Innovation gelungen. Hier soll nicht der Ehrgeiz geweckt werden, sondern die Kreativität des Spielers. Die Spielerei bietet pure Abwechslung zu den gängigen Handheld-Frickeleien, bei denen es meist nur ums Gewinnen geht.

Nina Hortig/Teleschau / TELESCHAU
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