HOME

"Europa Universalis 3": Schwedischer Strategieklops

"Europa Universalis 3" bietet wie seine Vorgänger ungeheure Spieltiefe, schafft es aber nicht, diese zu vermitteln.

Es sei vorweggenommen: Die Nordmänner konnten ihr Wort nicht halten. Auch wenn man sich nicht mehr durch drei Menüebenen klicken muss, um essenzielle Werkzeuge der Macht zu erreichen, gilt immer noch: Wer spielen will, muss leiden. Und wer auch nur ansatzweise an die Weltherrschaft denkt, sollte sich zuvor das knapp 150-seitige Handbuch ausführlichst zu Gemüte führen, in dem große Zusammenhänge auf kleinstem Raum verdeutlicht werden.

Aber selbst wenn diese Hürden genommen sind, besteht immer noch die Gefahr, dass Hobby-Generäle und -Staatenlenker vor der altbackenen Grafik mit dem Charme einer Excel-Tabelle davonlaufen. "Europa Universalis 3" spielt nicht nur zwischen den Jahren 1453 (dem Fall Konstantinopels) und 1789 (französische Revolution), sondern scheint auch während dieser Zeit programmiert worden zu sein.

Aber die Aufmachung eines Spiels ist für die Schweden scheinbar ohnehin nur Schall und Rauch. Es sind die inneren Werte, die zählen. Deshalb darf man "Europa Universalis 3" zweifelsohne als eines der komplexesten und vielfältigsten Globalstrategie-Titel der letzten Jahre bezeichnen. Leider scheitern die Entwickler auch diesmal wieder daran, diese ungeheure Spieltiefe dem User irgendwie zu vermitteln. Kriege, Diplomatie, Wissenschaft, Religion, Handel, Ausbau der Hauptstädte, Besteuerung, Spionage - all das schlägt sich nur in schnöden Zahlen und farbigen Flecken auf der zoombaren Übersichtskarte nieder, während das Weltgeschehen in einem kleinen Textfenster vorbeifliegt.

Aber mal langsam: Wie gehabt, übernehmen Hobby-Strategen die Geschicke einer Nation und führen diese von einer historischen Ausgangssituation durch gute und schlechte Zeiten. Alles ist möglich, sagte Produzent Johan Andersson im Vorfeld der Veröffentlichung. "Es kann passieren, dass die Portugiesen Virginia kolonisieren oder ein großes polnisches Imperium Europa kontrolliert." Und der Mann hat Recht. Im Test ließ sich das Königreich Bayern mit viel Mühe zu einer Macht in Mitteleuropa mit Meerzugang und einer Kolonie in Nordafrika ausbauen.

Leicht war das nicht, denn die Wahl des Staates schlägt sich auch auf den Schwierigkeitsgrad nieder. Supermächte wie England haben wesentlich bessere Karten als beispielsweise die Pfalz. Insgesamt fanden rund 250 Nationen ihren Weg ins Spiel, etwa zehnmal so viele Provinzen warten auf ihre Eroberung - auch in Übersee. Kommt es zum Kampf, teilen nach einer Mini-Animation Statistiken und eine Textmeldung das Ergebnis mit.

Für "Europa Universalis"-Veteranen ist das alles freilich nichts Neues. Sie erfreuen sich stattdessen an einer Flut von Fakten und Details. Anstelle von unberechenbaren Unwettern auf hoher See gibt es nun Verlustquoten. Darüber hinaus wurde der Handlungsspielraum für Spione und Diplomaten erweitert. Drei Hofberater geben auf Wunsch ihren Senf zum aktuellen Geschehen ab. Und wer will, kann alles, aber auch wirklich alles im Spiel per Texteditor ändern.

Europa Universalis 3

Hersteller/Vertrieb

Paradox Interactive/Koch Media

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Dennoch wurde das Klassenziel klar verfehlt. "Europa Universalis 3" ist nur marginal zugänglicher als seine Vorgänger. Einsteiger gehen bereits nach wenigen Minuten vor diesem Komplexitätsmonster in die Knie, versierte Zocker scheuen die enorme Einarbeitungszeit. Was bleibt, ist der Status als Spiel für Sonderlinge, die neben ihrem Geschichtsstudium einfach zu viel Zeit haben.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.