HOME

"Fight Night Round 3": Von durchschlagender Wirkung

Der dritte Teil der Box-Reihe weist wenige Veränderungen zum Vorgänger auf. Dennoch: "Fight Night" von EA Sports bleibt das beste Spiels seiner Art auf dem Markt. Extrem motivierend, mit glänzender Steuerung und exzellenter Grafik.

Roy Jones Jr. ist Fallobst. Jedenfalls wird ihm sein Glaskinn, das er im wahren Boxerleben nun wahrlich nicht besaß, schnell zum Verhängnis. Sie geht zügig los, die Karriere vom jugendlichen Amateurboxer hin bis zum Titelkampf. Wer Erfahrung hat, sich also im letzten März "Fight Night Round 2" zulegte, der hat es nun auch in der Fortsetzung, schlicht mit einer "3" versehen, zunächst recht einfach. Denn an der Steuerung, der glänzenden "Total Punch Control" (mit den Analog-Sticks) wurde zum Glück nichts verändert. Ganz intuitiv geht sie von der Hand und schafft ideale Voraussetzungen, um Typen wie Jones Jr., Floyd Patterson und andere ruckzuck in den Ringstaub zu schicken.

"Fight Night Round 3" ist für alle Xbox-360-Besitzer, die das pure, möglichst realistische Sporterlebnis suchen, ein echtes Geschenk. Aber auch Playstation2- und Xbox-Gamer dürfen bedenkenlos zugreifen, wenngleich die Fortentwicklungen zum Vorgänger doch in überschaubarem Rahmen bleiben.

Selbst ist der Boxer

Kern des Spiels ist der Karriere-Modus, der wahlweise mit einem prominenten Namen oder einem selbst kreierten Boxer begonnen wird. Bis ins kleinste Detail wird die Optik des Athleten bestimmt, und dann kann es auch schon losgehen mit den ersten Duellen im Ring, der zu Beginn noch in einer ziemlich dreckigen Sporthalle angesiedelt ist. Die Kontrahenten sind zunächst nicht mehr als nette Aufbaugegner. Ihre Schlagkraft hält sich ebenso in Grenzen wie ihre Fähigkeit, Prügel einzustecken. So geht's zügig hin zum Titel als Amateurboxer. Doch schon beim anschließenden Beginn der Profikarriere warten härtere Gegner - darunter zahlreiche prominente Namen.

Zwischen den einzelnen Fights gilt es, alle angebotenen Trainingseinheiten auszunutzen, um die eigenen Fähigkeiten (Kraft, Schnelligkeit u.a.) schrittweise zu steigern. Dass das Training dabei recht stupide ausfällt, ist ein Preis, an den man sich schon beim Vorgänger gewöhnt hat. Mit zunehmender Spieldauer verbessern sich die eigenen Fähigkeiten, und auch die Kriegskasse wird langsam voller, sodass zusätzliche Ausrüstung gekauft oder auch mal ein besserer Coach engagiert werden kann.

Geringe Änderungen

Ein ausgefeilteres, interessanteres Karrieresystem, zwei neue, mächtige Schläge (die allerdings mit viel Risiko verbunden sind) - viel mehr grundsätzlich Neues ist in "Fight Night Round 3" eigentlich nicht geboten. Überarbeitet wurde noch einmal die Grafik, die nicht nur auf der Xbox, sondern auch auf den etwas angestaubten Playstation 2 beeindrucken kann. Flüssig bewegen sich die Boxer durch den Ring, in den Pausen zwischen den Runden lässt sich am Gesicht deutlich der Kampfverlauf erkennen - da tauchen Schwellungen auf, Blut fließt an Augenbraue und Nase - es ist schon eine höchst authentische Atmosphäre, die EA Sports hier entstehen lässt. Ungeschlagen jedoch die Xbox-360-Fassung: Hier lassen sich einzelne Schweißperlen auf den Körpern der sagenhaft detaillierten Sportler zählen - und wenn ein mächtiger Schwinger sein Ziel trifft, knirschen Knochen und Zähne, verformen sich Wangen und Nase in Zeitlupe.

Fight Night 3

Hersteller/Vertrieb

EA Sports/Electronic Arts

Genre

Sport

Plattform

PS2, Xbox, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12

Schnell zieht diese "Kampfnacht" jeden Boxliebhaber wieder in ihren Bann. Bevor es nicht endlich um den Gürtel geht, mag man das durchweg motivierende Sportspiel nicht aus den Händen legen. Problematisch bleibt indes die Kameraführung, die zwar im Vergleich zum Vorgänger etwas benutzerfreundlicher gestaltet wurde, aber immer noch nicht zu jedem Zeitpunkt des Kampfs die bestmögliche Übersicht erlaubt.

Christopher Zallmann/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel