"Folklore" Ellen im Wunderland


Mit "Folklore" bekommen PS3-Besitzer eine Schauermär geboten, an der sich die Geister scheiden dürften. Zu unentschlossen wandelt dieser Grenzgänger zwischen den Welten und Genres.

Nach Hollywood-reifem Intro landet der geneigte PS3-Spieler im kleinen irischen Dörfchen Doolin. Auf der Suche nach ihrer verstorbenen Mutter, die ihr scheinbar Botschaften aus dem Jenseits sendet, kreuzen sich Ellens Wege mit denen des Okkultismus-Journalisten Keats. Antworten gibt's für die beiden vorerst nicht. Stattdessen tun sich noch mehr Fragen und Rätsel auf.

So viel sei verraten: In dem verschlafenen Hafenstädtchen treffen Welten aufeinander - die der Lebenden und die der Toten. Entsprechend zweigeteilt ist auch der Spielablauf. Tagsüber laufen Ellen und Keats durch das Dorf, sprechen mit den Bewohnern, sammeln Hinweise und ergattern so Schlüssel für die unterschiedlichsten Gegenden der Unterwelt. Dort warten erwartungsgemäß nicht allzu freundliche Gesellen auf den jeweils ausgewählten Charakter.

Anstelle von Schießprügeln setzt das Duo in den Kämpfen vornehmlich auf die Kräfte der "Folks". Ellen und Keats können jenen Wesen, denen das Game seinen Namen verdankt, mit einem Ruck am Sixaxis-Controller die Seelen rauben und sie nach Belieben nutzen. Im Jenseits kommt nicht nur gehörig Action, sondern auch eine Prise Taktik ins Spiel, da die Folks Stärken, Schwächen und andere Besonderheiten haben, die vor allem in den spektakulären Bossfights zum Tragen kommen. Größter Feind ist jedoch die nervige Kamera nebst Zielerfassung, die sich partout nicht in den Griff bekommen lässt.

Folklore

Hersteller/Vertrieb

Game Republic/Sony

Genre

Rollenspiel

Plattform

PlayStation3

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Ärgerlich ist auch, dass mit Ausnahme der Videosequenzen auf eine Sprachausgabe komplett verzichtet wurde. Für Action-Fans dürfte das permanente Textlesen trotz netter Comic-Inszenierung ebenso ermüdend sein wie die Tatsache, im Grunde jedes Level im Grunde zweimal zocken zu müssen - sowohl mit Ellen als auch mit Keats. Immerhin: Durchhaltevermögen wird belohnt - mit einer wendungsreichen Geschichte, orginellen Figuren und einer stimmungsvollen Grafik. Letztere leidet allerdings unter den teils arg simplen Animationen der Helden.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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