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"God Hand": Willkommen im wirren Wilden Westen!

Derber Humor, bizarre Gegner, schwache Grafik - das letzte Game der Clover Studios ist gleichzeitig ihr schrägstes. Zuschlagen muss man, das Ding kaufen aber nicht.

Über Dahingeschiedene sollte man eigentlich keine bösen Worte verlieren, aber diese Comedy-Keilerei ist schlicht zu dämlich, um den Clover Studios auch nur eine Träne nachzuweinen. Geneigte PS2-Zocker mit einem Faible für Trash prügeln sich als Großmaul Gene einer bizarren Geschichte folgend durch den wirren Wilden Westen, den hier untote Trunkenbolde, giftige Chihuhuas, geschminkte Zirkusfreaks, fette Elvis-Doppelgänger, kitschige Discozwillinge, kleinwüchsige Power Rangers und dämonische Aggro-Tanztunten besiedeln. Sie alle sind scharf auf Genes "God Hand" - eine Waffe, die er anstelle seines rechten Unterarms trägt.

Das mächtige Ding erlaubt es ihm, göttliche Backpfeifen auszuteilen, Spezialmanöver vom Stapel zu lassen oder eine Combo zu starten, die sich zuvor in einem Baukasten nach Belieben zusammenstellen lässt - Klötenkracher, Fußfeger sowie Hals- und Beinbruch inklusive. Vorausgesetzt, man steckt die gesammelte Kohle in neue Kampftechniken und lässt sie nicht an den Black-Jack-Tischen des Western-Casinos liegen. Apropos: Mit etwas Glück finden sich in herumstehenden Kisten Dämonenkarten und Kugeln. Mit diesen wird auf Knopfdruck ein Roulette in Gang gesetzt, bei dem man sich innerhalb eines engen Zeitlimits für eine tödliche Attacke entscheiden muss.

Balgereien mit Bossen lassen sich trotz allem nicht so leicht gewinnen - dem heftigen Schwierigkeitsgrad sei Dank. Noch übler ist allerdings die schwammige Steuerung, die Gene oftmals mitten in einen Pulk von Gegnern landen lässt. Meist bedeutet das den sicheren Bildschirmtod, denn aus irgendeinem Grund haben die Jungs von Clover vergessen, ihrem Herumtreiber das Blocken beizubringen.

God Hand

Hersteller/Vertrieb

Capcom/Capcom

Genre

Action

Plattform

PS2

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Aber auch bei Grafik und Sound haben die Entwickler arg geschlampt. "God Hand" wirkt über weite Strecken wie ein PSOne-Titel: Triste leblose Umgebungen, farblose Texturen, Clippingfehler an allen Ecken und Enden. Capcoms Klopperei könnte dennoch gefallen, sofern man dem kruden Humor in den albernen Zwischensequenzen etwas abgewinnen kann. Muss man aber nicht ...

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU