HOME

"GTR Evolution": Grün ist die Hoffnung

Reicht ein einziger Kurs aus, um eine Mischung aus Add-On und Zweitverwertung zum Vollpreis unter die Leute zu bringen? Rennspielfreunde, die seit Jahren darauf warten, ihre Bremsspuren auf der legendären Nordschleife zu hinterlassen, stimmen zu. Alle anderen Racing-Fans haben - zu Recht - Bedenken.

Sowohl die bisherigen "GTR"-Titel als auch "Race 07" sind als Hardcore-Simulationen bekannt, die ausschließlich Rennspielprofis ansprechen. "GTR Evolution" stellt - trotz der neuen Fun-Variante "R-Arcade Xtreme" - keine Ausnahme dar. Die mit Abstand wichtigste Neuerung ist die - von allen Fans seit Jahren geforderte - Integration der berühmt-berüchtigten Nordschleife des Nürburgrings - von Kennern gerne als "Die grüne Hölle" bezeichnet. Weltweit gibt es keine Strecke, die sowohl Fahrzeugen als auch Fahrern so viel abverlangt. Allein dieser Kurs steht stellvertretend für wochenlanges Training und die Jagd nach der Hundertstelsekunde.

Außer auf der Nordschleife dürfen sich die Fahrer auf 18 weiteren Originalstrecken austoben. Die Klassiker Brands Hatch, Monza und Zandvoort sind ebenso dabei wie Curitiba und Oschersleben. Zufriedenstellend ist auch die Anzahl der PS-Protze: Rund 50 Autos, deren Fahrverhalten sich spürbar unterscheidet und die sich zudem auf vielfältige Art und Weise optimieren lassen, sorgen für Abwechslung. Unverständlich ist nur, warum die wichtigsten "Made in Italy"-Boliden durch ihre Abwesenheit glänzen ...

Zu tun gibt's eine Menge: Neben der Arcade-Variante, in der es nur auf die Geschwindigkeit ankommt und Rempler an der Tagesordnung sind, darf der Gamer die komplette FIA-Tourenwagenweltmeisterschaft 2007 nachspielen und sich im "Zeitangriff" versuchen. Wer will, kann sogar eigene Meisterschaften auf die Beine stellen. Einsteiger freuen sich über den Trainingsmodus, in dem sie sich ohne Druck mit den rasanten Kisten vertraut machen können. Online wird natürlich auch gerast. Bis zu 26 Spieler machen in Einzelrennen den Sieger aus.

GTR Evolution

Hersteller/Vertrieb

SimBin/Atari

Genre

Rennspiel

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Die Grafik, die einst als Quasi-Referenz in Sachen Rennspielen galt, zeigt erste Ermüdungserscheinungen. Besonders deutlich wird's bei den Streckenobjekten, deren Detailgrad nicht einmal bei maximalen Grafikeinstellungen überzeugen kann. Dafür dröhnen die Motoren kernig aus den Boxen. Steuern lassen sich die Flitzer mit Tastatur oder Gamepad, doch wer richtig Spaß haben will, sollte sich ein Lenkrad mit Force-Feedback-Unterstützung zulegen.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel