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"Midnight Club: Los Angeles": Temposünder in der Stadt der Engel

Mehr Schein als Sein: "Midnight Club: Los Angeles" sieht prima aus, hat einen umfangreichen Tuning-Part und einen fetten Soundtrack. Nur in den Rennen hapert's ...

Schon auf den ersten Blick ist klar: "Midnight Club" orientiert sich überdeutlich am großen Open-World-Konkurrenten "Burnout Paradise", macht hier und da ein paar Sachen besser, manches aber auch klar schlechter. Die Hintergrundgeschichte ist jedenfalls mindestens so alt wie der VW Scirocco, für den man sich anfangs in einer Wahl der Qual entscheiden kann: Der Spieler soll als Neuling die illegale Rennszene der Westküstenmetropole gehörig aufzumischen und am Ende als König der Straße dastehen ...

Bis es jedoch so weit ist, müssen in zahlreichen Rennvarianten und Auftragsfahrten noch mehr Kilometer abgespult werden. Sieger bekommen Respekt in Form von Reputationspunkten - und natürlich jede Menge Geld zum Shoppen. 46 Autos und Motorräder, von der schwachbrüstigen Reisschüssel bis hin zum reinrassigen Lamborghini, stehen bei den Händlern der Stadt. Wer den Neukauf scheut, darf sich im umfangreichen Tuning-Menü austoben und seiner lieb gewonnenen Karre neben einer besseren Perfomance auch ein paar Flügeltüren oder riesige Felgen bescheren.

Wichtigstes Werkzeug in "Midnight Club: Los Angeles" ist jedoch die Übersichtskarte. Auf Knopfdruck wechselt das Spielgeschehen per cooler Kamerafahrt in die Vogelperspektive und zeigt alle relevanten Renn-Veranstaltungen in der wunderschön nachgebauten Westküstenmetropole an. Hat man schließlich einen potenziellen Gegner auf offener Straße ausgemacht und ihn mit der Lichthupe herausgefordert, startet prompt das Duell. Wie bei "Burnout Paradise" bleibt es bei vielen Rennen dem Spieler überlassen, welche Route er zum Ziel wählt. Ansonsten signalisieren gelbe Rauchfahnen den groben Streckenverlauf.

Midnight Club: Los Angeles

Hersteller/Vertrieb

Rockstar/Take2

Genre

Rennspiel

Plattform

PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Gegenverkehr, witzige Spezialfähigkeiten wie ein EMP-Angriff, Windschatten- und Nitro-Boosts sorgen bei "Midnight Club" für einen gehörigen Adrenalin-Schub. Nichtsdestotrotz sind die Rennen der eigentliche Schwachpunkt des Spiels. Einerseits läuft das Geschehen nur mit 30 Bildern pro Sekunde ab, was bei der Fülle an Details, Autos und Effekten auch nicht verwundert. Andererseits ist die Steuerung trotz zahlreicher Einstellungsmöglichkeiten etwas träge ausgefallen. Kapitale Crashs sind auf den dicht befahrenen Straßen von L.A. deshalb unvermeidlich. Weit ärgerlicher jedoch: Der sogenannte Gummiband-Effekt lässt nicht zu, dass sich der Spieler weit von den Computergegnern absetzen kann - egal, wie perfekt er die Kurven auch nehmen mag. Aber zumindest dieser Umstand lässt sich mit Leichtigkeit beheben. Auf Knopfdruck kann - bei vorhandener Internet-Anbindung - vom Solo-Geschehen jederzeit in den Multiplayer-Modus gewechselt werden, in dem sich bis zu 16 Konkurrenten heiße Online-Rennen und Stunt-Duelle liefern können.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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