"MySims Party" Tristesse statt Party im "MySims"-Zirkus


Auch EA melkt fleißig die Minispiel-Kuh: Das kindgerechte "Sims"-Spin-off "MySims" ist mittlerweile Dauergast auf Nintendos Konsolen. "MySims Party" sorgt für mäßige Unterhaltung ohne Überraschungen.

Während der "Minigame"-Modus direkt die einzelnen Spielchen bereitstellt, lassen sich in der "Traumfestival"-Variante durch erfolgreich absolvierte Turniere weitere freischalten. Bis zu vier User treten in den quietschbunten Matches gegeneinander an - finden sich nicht genug Mitspieler, springt der Computer ein. Highscores lassen sich zwar per Internet abrufen, Multiplayer-Partien können aber lediglich lokal ausgetragen werden.

Seinen Anfang nimmt alles im Sim-Editor: Gesicht, Kleidung, Haare, Brille und Stimme sind nach Belieben modifizierbar. Außerdem gilt es, Punkte für die Eigenschaften Kraft, Tempo, Ausdauer und Glück zu verteilen. Dabei ernten die klare Menüführung sowie putzige Details Pluspunkte.

Anschließend treten die Sim-Teams in diversen Disziplinen gegeneinander an: Pizzabäcker Ginos Pizza belegen, Hotelpage Buddys Koffer tragen, Bürgermeisterin Rosalyns Akten ordnen. Mal spornen die Aufgaben die grauen Zellen an, mal gibt der geschickte Umgang mit der Wiimote den Ausschlag, dann wieder ist Taktgefühl gefragt.

Weitere Aufgaben sind: Quizshow, Schatzsuche, Hantelstemmen, Geister jagen, Snowboard fahren, Blumen gießen und etliche mehr. Kreative Meisterleistungen sucht man jedoch vergeblich, dafür scheint das Gebiet der Minigames schon zu abgegrast. Nerviger als die banalen Missionen ist auf Dauer die Steuerung.

Zwar wird die Fernbedienung auf alle erdenklichen Arten genutzt - gerüttelt, geschwungen, als Laserpointer, als Lenkrad und dergleichen mehr. Doch zu oft muss die Wiimote einfach nur geschüttelt werden - das dürfte selbst Kids rasch langweilen. Darüber hinaus streiken zu häufig die Bewegungssensoren. Regelmäßig scheitern Aufgaben, weil der Controller schlampt. Schade auch, dass der Nunchuck nicht zum Einsatz kommt.

Wer trotz aller Widrigkeiten ein Turnier gewinnt, darf im Austragungsort umherziehen und die dortigen Sims für sein Team rekrutieren. Bei deutlichen Siegen erbauen die knuddeligen Stadtbewohner der Gewinnermannschaft sogar ein Denkmal. Außerdem ist die Stadt frei begehbar und bebaubar. Das macht zwar keine komplexe Bausimulation aus "MySims Party", sorgt aber für Abwechslung.

MySims Party

Hersteller/Vertrieb

Electronic Arts/Electronic Arts

Genre

Geschicklichkeit

Plattform

Nintendo DS, Wii

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Die auf Dauer plumpen Minigames kaschiert das allerdings kaum. Zumal weder Grafik noch Soundtrack nachhaltig überzeugen. Letztlich krankt eben auch "MySims Party" an der typischen Genre-Schwäche, an Lieblosigkeit. Und mal ehrlich: Sind Koffer schleppen und Blumen wässern wirklich Partyspiele? Wohl kaum. Der jüngste "MySims"-Ableger fügt sich leider nahtlos in den Einheitsbrei der Minispiel-Sammlungen ein.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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