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"One Laptop Per Child": Gates spottet über 100-Dollar-Computer

Bill Gates hat sich höhnisch über ein Forschungsprojekt geäußert, dass es ermöglichen soll, Rechner für unter 100 Dollar in ärmeren Regionen anzubieten. Die Entwicklungshilfemaßnahme wird vom Konkurrenten Google unterstützt.

Microsoft-Chairman Bill Gates hat sich spöttisch über ein Forschungsprojekt geäußert, das kostengünstige Laptops für Entwicklungsländer herstellen will. Das vom Rivalen Google geförderte Vorhaben zielt auf die Entwicklung eines tragbaren Computers für weniger als 100 Dollar, der ohne Festplatte auskommen und seine Energie zur Not über eine Handkurbel beziehen soll.

"Himmel, nehmt einen vernünftigen Computer"

"Wenn man die Leute sich einen Computer teilen lassen will, dann schafft man eine Breitband-Verbindung und sorgt dafür, dass jemand da ist, der dem Benutzer helfen kann", sagte Gates am Mittwoch auf einer Microsoft-Konferenz nahe Washington. "Himmel, nehmt einen vernünftigen Computer, bei dem man den Text tatsächlich lesen kann und bei dem man nicht das Ding kurbeln muss, während man versucht zu tippen."

Gates führte auf der Konferenz einen neuen tragbaren Ultra-Mobile PC (UMPC) vor, den Microsoft erstmals auf der Computermesse Cebit in Hannover vorgestellt hatte. Das Gerät mit einem sieben Zoll breiten Bildschirm soll bis zu 1000 Dollar kosten, hatte Microsoft erklärt.

Billig-Rechner läuft mit Linux

Das Projekt "One Laptop Per Child" (OLPC, etwa "Ein Laptop pro Kind") wird von einer gemeinnützigen Organisation in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute for Technology (MIT) entwickelt. Die Geräte sollen statt einer Festplatte mit 500 MByte Flash-Speicher ausgerüstet und mit dem freien Betriebssystem Linux betrieben werden. Dies steht in Konkurrenz zu Windows von Microsoft. Der Internet-Seite von OLPC zufolge wurden erste Gespräche mit China, Indien, Brasilien, Argentinien, Ägypten, Nigeria und Thailand geführt. Erste Modelle sollen Ende 2006 oder Anfang 2007 lieferbar sein. Auch eine kommerzielle Variante des Geräts ist geplant.

Reuters / Reuters