"Space Rangers 2 - Dominators" Fugger der Galaxien


Rundenbasierte Weltraumschlachten, Rollenspielelemente, Wirtschaftssystem, 3-D-Echtzeitgefechte auf Planetenoberflächen - "Space Rangers 2" versucht all das unter einen Hut zu bekommen.

Im Jahr 3300 sehen sich die Menschheit und vier weitere Rassen von einer geheimnisvollen Macht bedroht: Die Dominatoren, halbintelligente Kampfroboter, greifen die Planeten der Allianz ein. Zwar wissen die Verbündeten, dass sie drei Kontrollzentren ausschalten müssen, um die Invasion zu stoppen, doch wo diese sich befinden, ist ein streng gehütetes Geheimnis, das erst später verraten wird - wenn überhaupt.

Denn bei "Space Rangers 2" wird Handlungsfreiheit groß geschrieben. Dem Spieler steht es frei, wie er sich innerhalb der Galaxien seine Zeit vertreibt. Der Grundstein wird bereits bei der Charaktererstellung gelegt: Fünf Parteien und fünf Klassen stehen zur Auswahl. Wer mit einem dicken Jagdkreuzer wild ballernd durch das Weltall rasen will, kann dies als Söldner oder Pirat tun. Friedliche Naturen hingegen verdingen sich als Händler. Jede Klasse und Rasse hat ihre bestimmten Vor- und Nachteile beziehungsweise ihre diplomatischen Verstrickungen, die sich auch im Spielverlauf äußern: So können die Maloqus überhaupt nicht mit den Faeyanern und den klugen Gaalianern. Dies äußert sich in erbitterten Angriffen und rundenbasierten Weltraumschlachten, sobald man sich in deren Territorium verirrt.

Zu keinem Zeitpunkt muss dem Faden der Hintergrundgeschichte gefolgt werden, der sich eh nur ziemlich schwach durchs Spiel zieht. Deutlich mehr Spaß bereiten die verfügbaren Aufgaben, die auf jedem Planeten oder Forschungsstation von den jeweiligen Vertretern oder aus dem Nachrichtenticker bezogen werden können.

Diese begeistern mit ihrer Vielseitigkeit und sorgen dafür, dass "Space Rangers 2" immer wieder für ein längeres Spielchen herhalten muss. Die Quests decken das gesamte Spektrum an Auftragsmöglichkeiten ab. So muss der gewiefte Pilot Botenaufträge verrichten, Schiffe eskortieren, Planeten mit Sonden erforschen oder dringend benötigte Waren liefern.

Als Belohnung winken Ruhm und Credits, die in Ausrüstung oder neue Schiffe investiert werden können. Allerdings dürfen die Quests auch links liegen gelassen werden: Wer als Jakob Fugger des Weltalls bekannt werden möchte, sollte einfach die zahlreichen Sonnensysteme abklappern und mit den jeweiligen Planeten und Stationen Handel treiben. Angebot und Nachfrage bestimmen die Preise, die sich realistisch an das vorhandene Warenangebot anpassen.

Als Alternative dazu stehen die kriegerischen Bodenmissionen, bei denen ganze Planeten von den bösen Dominatoren bereinigt werden sollen. Dies geschieht in Echtzeit, inklusive Basen- und Truppenbau. Dabei wollen die Einheiten baukastenmäßig zusammengestöpselt werden, was anfangs innovativ wirkt, nach kurzer Zeit aufgrund der vielen Möglichkeiten aber recht störend ist. Nett ist hingegen, dass die Kontrolle über einzelne Mechs übernommen werden und somit die Kämpfe eine Action-Komponente bekommen. Die Kamera wechselt dabei in die Third-Person-Perspektive, was erstaunlich gut funktioniert.

Schön bunt ist das Weltall an sich geraten. In leuchtenden Farben wabern dicke Nebel durch die 3-D-Galaxien, die bei jedem Spielstart per Zufallsgenerator neu erschaffen werden. Insgesamt ist die Grafik jedoch recht unspektakulär, wenngleich funktionell geraten, was vor allem Besitzer kleinerer Rechner freuen dürfte. Gerade in den Echtzeitstrategiemissionen bluten aufgrund unspektakulärer und trister Texturen die "Earth 2160" oder "Schlacht um Mittelerde 2"-verwöhnten Augen.

Gut gelungen hingegen ist die musikalische Untermalung, die mit Ambient- und Elektromusik die passende Atmosphäre erzeugen. Dies kann auch von den knackigen Soundeffekten behauptet werden. Schade nur, dass die Entwickler bei der Sprachausgabe geschludert haben. Die ist nämlich nicht vorhanden. Anstelle dessen gibt es seitenweise Text, der im ersten Moment abschreckend wirkt - man ist ja schließlich verwöhnt. Wird die Faulheit allerdings überwunden, tragen die gebotenen Wortfluten viel zur Atmosphäre und dem Versinken in der Spielwelt bei.

Space Rangers 2 - Dominators

Hersteller/Vertrieb

Elemental Games / 1C Company/Frogster Interactive

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Alles in allem bietet "Space Rangers 2" viel Inhalt für wenig Geld und sollte von freiheitsliebenden Spacepiraten und Science-Fiction-Fans unbedingt angespielt werden. Allen anderen ist das Spiel allerdings aufgrund der fehlenden Linearität weniger zu empfehlen.

Jens-Ekkehard Bernerth/Teleschau TELESCHAU

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