"Stuntman: Ignition" Frust war mal


Uuund Action! Bei "Stuntman: Ignition" sorgt der Spieler höchstpersönlich dafür, dass aus einer seichten Filmproduktion ein spektakulärer Blockbuster wird.

Die Entwarnung an alle Traumatisierten von einst vorweg: So frustrierend wie im Vorgänger ist die Karriere eines Stuntmans heute nicht mehr - dank eines Easy-Modus, bei dem man sich zwar mehr Fauxpas leisten darf, allerdings auch weniger Punkte einheimst. Problemlos lassen sich die sechs Action-Produktionen, die so trashige Titel wie "Strike Force Omega", "Night Avenger" oder "Never Kill Me Again" tragen, allerdings auch hier nicht bewältigen.

Trotz entschärfter Zeitlimits müssen manche Szenen immer und immer wieder gedreht werden. Schuld hat natürlich der Regisseur: Seine Anweisungen kommen oft reichlich spät: "Schramme am Fahrzeug entlang! Triff die Kisten! U-Turn! Spring über den Tanklastzug!". Aber selbst reaktionsschnelle Gamer werden ihre liebe Not haben: Viele der streng choreografierten Stunts werden vom Programm nur deshalb nicht anerkannt, weil Markierungen um ein paar Zentimeter verfehlt wurden. Immerhin: Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es vor dem Neustart einer völlig verhunzten Szene keine elendslangen Ladezeiten mehr!

Konsolen-Zocker, die in die Fußstapfen von Colt Seavers schlüpfen wollen (am Rande: die Serie erscheint Anfang Dezember auf DVD!), sollten im Übrigen die Führscheinklassen A bis Z besitzen. Von Buggys über Monstertrucks bis hin zu futuristischen Luftkissenbooten muss so ziemlich alles durch die Filmsets gelenkt werden. Die meisten Vehikel reagieren dabei gutmütig-träge, nur das wendige Crossbike und der Sattelschlepper erfordern etwas mehr Fingerspitzengefühl.

Als ebenso vielfältig wie der Fuhrpark erweist sich die Palette der abverlangten Stunts. Gefordert sind rasante Beschleunigungen ebenso wie spektakuläre Slides, brutale Bremsungen, feine Flüge und wilde Wheelies. Wer sich durch die verschiedenen Aufgaben eines Filmsets hindurchmanövriert hat, erhält zur Belohnung ein paar nette Ausschnitte aus dem kommenden Blockbuster. Eine Video-Funktion, mit deren Hilfe sich gelungene Manöver selbst zusammenschneiden ließen, fehlt jedoch.

Dafür wartet "Ignition" mit einem umfangreichen Editor auf. Damit lassen sich bequem eigene Stunt-Arenen zusammenschrauben. Die nötigen Bauteile und Requisiten müssen allerdings erst freigespielt werden. Und auch an einen Mehrspieler-Modus hat THQ gedacht. In diversen Varianten, darunter die "Kulissenschlacht", fahren bis zu acht Xbox-360- und PS3-Zocker um die Wette und sollen nebenbei noch diverse Stunts vollführen.

Stuntman: Ignition

Hersteller/Vertrieb

Paradigm/THQ

Genre

Simulation

Plattform

PlayStation2, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Krasser Generationenunterschied: Während die PS2-Version ziemlich detailarm daherkommt und regelmäßig unter herben Einbrüchen bei der Bildwiederholungsrate leidet, erstrahlen die Next-Gen-Fassungen in schönem Effektglanz. Dazu scheppert es ordentlich aus der Surround-Anlage. Nur über den Umfang lässt sich meckern. Nach vier bis sechs Stunden läuft der Abspann, danach haben nur noch Perfektionisten Spaß am Solo-Spiel.

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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