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"Syberia II": Kates eiskaltes Abenteuer

Kate Walker, die mutige Anwältin aus dem Grafik-Adventure "Syberia", bringt ihre Mission zu Ende: "Syberia II" gleicht mit optischer Pracht und einer starken Geschichte seine Schwächen mehr als ausreichend aus.

Eigentlich hatte die New Yorker Anwältin Kate Walker nicht länger als unbedingt nötig in diesem französischen Kaff mit dem unaussprechlichen Namen bleiben wollen. Schnell den Kauf der örtlichen "Spielzeugfabrik Voralberg" im Auftrag eines wichtigen Mandaten abwickeln und im nächsten Jet zurück gen Westen düsen. Ihrem Chef den Kaufvertrag auf den Schreibtisch legen, mit Mum über deren neu erworbene Wehwehchen plaudern und den Abend mit ihrem Geliebten Dan verbringen. So war der Plan.

Eine Fehlplanung. In Valadilene - dem "französischen Kaff" - angekommen muss Kate feststellen, dass ein Erwerb der Voralberg’schen Manufaktur nur mit Zustimmung des Fabrikantensohnes und Erben Hans Voralberg möglich ist. Der inzwischen alte Mann hat sich allerdings schon vor langer Zeit auf eine Reise Richtung Nordosten begeben - nach Sibirien. Kate beschließt, die Verfolgung aufzunehmen. Je mehr sie über Hans erfährt, desto mehr ist sie von dem genialen Erfinder fasziniert. Als sie ihn schließlich findet, ist der Kauf einer Fabrik in einem französischen Kaff mit unaussprechlichem Namen für Kate längst unwichtig geworden. Jetzt geht es ihr darum, Hans bei der Erfüllung seines Traumes zu helfen: die Fahrt zu einer sagenhaften Eisinsel, auf der es sogar lebendige Mammuts geben soll.

Weiter geht's in den kalten Osten

Hier endet der erste Teil des von dem französischen Künstler Benoît Sokal erdachten "Syberia"-Adventures, das im Jahre 2002 für Furore gesorgt hat. Jetzt wird die Reise mit "Syberia II" fortgesetzt. Kate zieht mit Hans weiter nach Osten, auf der Suche nach Syberia. Da nützen weder die wütenden Rückrufaktionen des Chefs etwas, noch das besorgte Wehklagen von Mum. Und Dan hat sich inzwischen ohnehin mit Kates bester Freundin getröstet.

Wer die fantastische Grafik und die dichte Atmosphäre von "Syberia" vergessen hatte, dem wird beides zu Beginn des zweiten Teils sofort wieder vor Augen geführt. Die Szenerie des tief verschneiten Städtchens Romansbourg bildet den Auftakt zu einer Reihe fantastischer Bilder, die deutlich machen, warum Eskimos so viele verschiedene Wörter für „Schnee“ kennen. Denn obwohl die Welt von "Syberia II" eine komplett frostig-weiße Landschaft ist - eintönig wird sie nie. Dank zahlreicher Animationen wie vorbeihoppelnden Hasen oder rieselnden Schneeflocken sowie einer noch detaillierteren Hintergrundgrafik wirkt der zweite Teil sogar lebendiger als sein Vorgänger. Auch die 3D-Charaktere sind optisch gut gelungen und bewegen sich flüssig (wenngleich die rudernden Armbewegungen, mit denen Kate Walker ihre Ausführungen unterstützt, einer unfreiwilligen Komik manchmal nicht entbehren). Hervorragende Soundeffekte und eine angenehme, der jeweiligen Spielsituation adäquate Hintergrundmusik komplettieren die Stimmung.

Einige Ausfälle bei der Synchronisation

Ein weiteres Lob, wenn auch kein uneingeschränktes, gebührt den deutschen Synchronstimmen. Die meisten passen perfekt zu den Figuren, gerade bei den Protagonisten Kate, Hans und dem omnipräsenten Roboter Oskar ist das so. Bei den Nebenfiguren sieht es anders aus. Bewegt sich die Hand bereits bei der Begegnung mit der weinerlichen Malka aus Romansbourg reflexartig zum Volumenregler am Lautsprecher, hilft bei einer späteren Begegnung mit einer gewissen "älteren Dame" nur noch der Druck auf den Ausschaltknopf.

Die Steuerung entspricht im Wesentlichen dem klassischen "Point & Click" des ersten Teils. Einen Zip-Modus (wie man ihn von der "Myst"-Reihe kennt), mit dem man bereits erforschte Orte überspringen kann, gibt es leider auch bei "Syberia II" nicht. Was des Öfteren dazu führt, dass Kate Walker ihrem Namen alle Ehre macht. Um eine Aufgabe zu erfüllen, läuft sie von Pontius zu Pilatus, zurück zu Pontius, dann wieder zu Pilatus - und so weiter und so fort. Als Spieler kann man da nur den steten Gleichmut der Heldin bewundern, wie sie klaglos die immergleichen Wege nimmt, um ihrem Ziel ein kleines Stückchen näher zu kommen. Die gleiche Geduld legt sie an den Tag, wenn sie für die Lösung eines Rätsels unbedingt mit einer bestimmten Person sprechen muss, obwohl sie die notwendigen Informationen längst gesammelt hat. Lästige Fälle von Spielverzögerung sind das.

Syberia II

Hersteller/Vertrieb

Microids/Atari

Genre

Adventure

Plattform

PC, Xbox, PS2

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ohne Beschränkung

Überhaupt: die Rätsel. Sie sind nicht mehr ganz so interessant wie im ersten Teil. Zu oft bestehen Kates Aufgaben bloß darin, an verschiedenen Orten bestimmte Gegenstände einzusammeln, die sie an einem anderen Ort wieder auspacken und nach dem "Trial & Error"-Prinzip irgendwo einbauen muss. Zum Glück gibt es aber auch einige so schöne Rätsel, bei denen Fantasie und Kombinationsvermögen gefragt sind, dass man schnell bereit ist, ein Auge zuzudrücken. Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt eher leicht, variiert allerdings in einer angemessenen Bandbreite.

Fazit

"Syberia II" ist ein würdiger Nachfolger von "Syberia". Benoît Sokal und die Entwickler von Microids haben eine schöne Geschichte in einer atemberaubenden Landschaft geschaffen und dabei auf die bewährten Spielelemente des ersten Teils gesetzt. Dass sie dabei auch einige Schwächen übernommen haben, ist angesichts der vielen Stärken des Spiels verzeihlich. Für Adventure-Fans ist "Syberia II" jedenfalls ein Muss.

Jens Findeisen
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.