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Die besten SSDs unter 100 Euro: So wird Ihr Rechner zum Turbo-PC

Jahrelang waren SSDs teurer Luxus. Nun gibt es die Turbolaufwerke schon für unter 100 Euro. Wir sagen, welche Vorteile sie gegenüber herkömmlichen Festplatten haben und welche Modelle am besten sind.

Von Christoph Fröhlich

Den Fernseher schaltet man ein und das Bild ist da. Man drückt den Lichtschalter und es wird hell. Und auch ein Toaster lässt sich nicht lange bitten: Drückt man den Hebel herunter, glühen die Drähte. Nur beim Computer muss man sich immer noch in Geduld üben: Im Schnitt verbringt jeder Mensch pro Woche 51 Minuten mit dem Warten auf seinen Rechner, wie ein Schweizer Marktforschungsinstitut vor wenigen Jahren in einer Untersuchung herausfand. Pro Jahr sind das 44 Stunden - genug, um alle Staffeln der Erfolgsserie "Breaking Bad" am Stück zu schauen. So viel vergeudete Zeit. Das muss doch nicht sein.

Mittlerweile stecken in den meisten Rechnern flinke Zwei- oder sogar Vierkernprozessoren, gigabyteweise Arbeitsspeicher und aufgemotzte Grafikkarten. Nur bei den Festplatten sind die meisten Käufer genügsam, statt flinker SSDs sind in den meisten PCs und Notebooks herkömmliche mechanische Festplatten verbaut. Dabei haben SSDs viele Vorteile und verleihen dem System ordentlich Tempo.

Was unterscheidet SSDs von herkömmlichen Festplatten?

In einer herkömmlichen Festplatte (HDD) werden Daten in schmalen, kreisförmigen Bahnen auf einer rotierenden Metallscheibe gespeichert. Darüber schwebt ein Schreib- und Lesekopf. Um die Daten von der Platte lesen zu können, muss er zunächst an der entsprechenden Stelle auf der Datenscheibe positioniert sein. Ganz anders arbeitet dagegen eine SSD ("Solid State Drive"): Sie verzichtet auf mechanische Bauteile, statt auf einer Scheibe werden die Daten in Mikrochips gespeichert. Das geht nicht nur wesentlich schneller, sondern auch geräuschlos vonstatten.

Ein weiterer Pluspunkt: SSDs strahlen kaum Wärme ab, so muss der Lüfter im Notebook seltener anspringen, was den Geräuschpegel noch einmal minimiert. Mangels beweglicher Teile sind sie außerdem unempfindlicher gegenüber Stößen und erzeugen keine Vibrationen. Und: Während eine herkömmliche 3,5-Zoll-Festplatte rund fünf Watt zieht, liegt die Leistungsaufnahme vieler SSDs bei unter einem Watt.

Schnell, aber teuer

Doch wie viel schneller ist eine SSD? Die Zeitschrift "Computer Bild" hat ein Notebook mit einer herkömmlichen Festplatte und eines mit einer SSD ausgestattet. Das SSD-Notebook war im Schnitt

• 67 Prozent schneller
• startete fast doppelt so schnell (16 statt 28 Sekunden)
• und hatte einen deutlich schnelleren Datenzugriff (433 Prozent zu 100 Prozent).

Der größte Nachteil des schnellen Speichers ist der Preis: Man muss deutlich mehr Cent pro Gigabyte ausgeben als bei herkömmlichen Festplatten. Doch aufgrund der größeren Verbreitung haben SSDs in den vergangenen Jahren einen massiven Preisverfall erlebt.

Die besten SSDs unter 100 Euro

Einstiegsmodelle mit Kapazitäten zwischen 120 und 256 Gigabyte gibt es bereits für unter 100 Euro. Die Fachzeitschrift "Chip" hat 15 populäre Modelle getestet. Testsieger wurde die Samsung 840 Evo 120 GB für etwa 70 Euro, auf Platz zwei folgt die Toshiba Q Series Pro mit 128 Gigabyte Speicher (80 Euro). Bei "Computer Bild" wurde die Toshiba-SSD sogar Testsieger. Auf dem dritten Platz landet mit der Transcend SD340 256 GB ein absoluter Preisbrecher: 256 Gigabyte SSD-Speicher gibt es bereits für 100 Euro. Sie bietet nicht nur Platz für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme, sondern auch für etliche Dateien.

"Chip" hat unter anderem die Performance der Platten getestet. Dabei fiel auf: Selbst die langsamste SSD war noch rund fünfmal schneller als eine herkömmliche Festplatte. Und auch im Vergleich zu teuren SSDs schlagen sich günstige Modelle sehr gut. Unterschiede gibt es beim Schreibtempo von unkomprimierten Daten sowie bei der Zugriffszeit. Der Geschwindigkeitsverlust beim Schreibtempo kann aber vernachlässigt werden, da es sich bei 90 Prozent der Zugriffe um Lesevorgänge handelt. Wer allerdings häufig mit Datenbanken arbeitet, die viele Schreibzugriffe verursachen, sollte auf eine hohe Schreibgeschwindigkeit achten, empfiehlt "Chip".