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Gefährliche Sicherheitslücken: Fritzbox-Router extrem leicht zu kapern

Die Sicherheitslücken bei Routern der Marke Fritzbox sind gefährlicher als bisher angenommen. Experten raten dringend zum Update, doch noch immer hat die Hälfte der Nutzer es nicht installiert.

Von Timo Brücken

Einfach zu knacken: Router der Marke Fritzbox machen es Hackern offenbar besonders leicht.

Einfach zu knacken: Router der Marke Fritzbox machen es Hackern offenbar besonders leicht.

Die Fritzbox-Router des Herstellers AVM haben noch größere Sicherheitsprobleme als gedacht. Bislang war nur davon die Rede, dass Angreifer die Geräte mit Hilfe der eingebauten Fernsteuerungsfunktion kapern können. Nun warnt "Heise Security", dass dies auch dann möglich ist, wenn der Fernzugriff gar nicht aktiviert ist. Der Nutzer müsse bloß eine manipulierte Website aufrufen, von der automatisch eine Schadsoftware heruntergeladen wird.

Für ihren Test hatten die "Heise"-Redakteure eigens eine solche Seite gebaut und über eine Fritzbox darauf zugegriffen. Daraufhin sorgte das Schadprogramm dafür, dass die Konfigurationsdatei des Routers auf einen fremden Server kopiert wurde. Sie enthält zum Beispiel die Einstellungen, Benutzernamen und Passwörter des Nutzers. Diese Zugangsdaten können wiederum dazu genutzt werden, um das Gerät beispielsweise teure Auslandstelefonnumern anrufen zu lassen, an denen die Angreifer mitverdienen.

"Ein Update ist nun umso dringender"

Doch davor haben viele Nutzer anscheinend keine Angst. Vor einer Woche meldete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI), dass nur 20 Prozent der Fritzbox-Besitzer das von AVM bereitgestellte Sicherheitsupdate installiert hatten. Und das, obwohl Experten dringend dazu geraten hatten. Mittlerweile seien es "immerhin" rund 50 Prozent, sagte ein BSI-Sprecher zu stern.de. Doch angesichts der nun bekannt gewordenen, noch gefährlicheren Sicherheitslücke sei es "umso dringender", die Aktualisierung endlich vorzunehmen.

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