HOME

Technikratgeber: Was bringt viel Arbeitsspeicher?

Arbeitsspeicher ist günstig wie nie, da wird gerne zugeschlagen und der Rechner aufgerüstet. Aber geht die einfache Rechnung "viel hilft viel" wirklich auf? Nicht alle Betriebssysteme und Spiele können überhaupt mit vier Gigabyte vernünftig umgehen.

Jeder kennt das Phänomen: Beim ersten Start eines Spiels dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis sich das Menü öffnet. Beendet man nun das Spiel und startet es erneut, geht es deutlich schneller. Schuld daran ist der Arbeitsspeicher. Dort speichert das Betriebssystem alle Daten, auf die es häufig zugreift und die es gerade benötigt. Schaufelt der Rechner beim ersten Start erst noch alle Daten in den Arbeitsspeicher, fällt dieser Schritt beim zweiten Start weg - die Daten liegen noch im RAM ("Random Access Memory", Speicher mit wahlfreiem Zugriff, die Daten können also direkt angesprochen werden, verlieren beim Ausschalten des PCs jedoch alle Daten).

Wenn Windows der Arbeitsspeicher ausgeht, muss es einen Teil der Daten auf der Festplatte auslagern, den sogenannten "virtuellen Speicher". Da ein Festplattenzugriff deutlich länger dauert als beim Ram, geht durch den Umweg über den virtuellen Speicher viel Zeit verloren - das Spiel fängt an zu ruckeln. Je mehr Arbeitsspeicher im Rechner steckt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Windows Daten auslagern muss. Jedoch nutzt das Betriebssystem selbst einen beträchtlichen Teil des Arbeitsspeichers. Während 512 Megabyte Ram unter Windows XP noch ausreichen, verlangt Vista fast zwingend ein Gigabyte - mit aktivierter Vista-Seitenleiste sollten sogar zwei Gigabyte Ram im Rechner stecken.

32 Bit gegen 64 Bit

Die meisten Nutzer haben noch Windows XP im Einsatz, erst rund ein Viertel setzt auf Vista. Der wohl triftigste Grund für den Umstieg auf ein 64-Bit-Betriebssystem ist der Arbeitsspeicher. Während 32-Bit-Systeme aufgrund ihrer Architektur nicht mehr als vier Gigabyte Ram unterstützen, adressieren 64-Bit- Systeme theoretisch bis zu 16 Exabyte, das sind 16 Millionen Gigabyte. In der Praxis liegt die Grenze deutlich niedriger. Vista Home Basic kann maximal acht Gigabyte ansprechen, Home Premium greift auf bis zu 16 GByte RAM zurück. Käufer der teureren Versionen Business, Enterprise und Ultimate umwirbt Microsoft mit einer Unterstützung von maximal 128 Gigabyte RAM. In der Realität wird aber kaum ein Spieler diese Speichermenge erreichen, da die meisten Mainboards ohnehin höchstens mit 8,0 GByte umgehen können.

Zusammengefasst verträgt ein 32-Bit-Windows also nicht mehr als vier Gigabyte. Allerdings teilen sich der Arbeitsspeicher und verschiedene weitere Geräte wie Grafikkarten und Soundkarten den Adressbereich. Bei einem Rechner mit einer 512-Megabyte-Grafikkarte und vier Gigabyte Ram wird der Adressraum um 512 Megabyte überschritten. Die Folge: Das Betriebssystem begrenzt den Arbeitsspeicher auf etwa 3,5 Gigabyte. Je mehr Speicher die im PC verwendete Grafikkarte also besitzt, desto weniger RAM bleibt dem Rechner. Um die vollen vier Gigabyte Arbeitsspeicher unter Windows nutzen zu können, muss man auf die 64-Bit-Variante von Vista wechseln.

64-Bit-Betriebssysteme bringen aber nicht nur Vorteile mit sich, sie sorgen auch für Probleme. So muss jeder Hersteller spezielle 64-Bit-Treiber veröffentlichen, weshalb gerade alte Hardware nur unzureichend unterstützt wird. Zudem verschlingt eine 64-Bit-Programmierung deutlich mehr Speicher, das macht den Vorteil von mehr Arbeitsspeicher teils wieder zunichte. Auch Spiele müssen mit dem neuen Betriebssystem umgehen können. Das "Games for Windows"-Logo von Microsoft verlangt dies immerhin zwingend, so dass die Entwickler diese Herausforderung annehmen müssen.

Praxistest

Um herauszufinden, ob Spiele von 4,0 GByte Arbeitsspeicher profitieren, nahmen wir die meist gespielten Titel Crysis und Call of Duty 4 unter die Lupe. Zur besseren Vergleichbarkeit testeten wir zwei Spiele auf Windows XP, Vista und Vista 64 Bit. Das Ergebnis: vier Gigabyte schaden nicht, bringen aber auch nicht den erhofften Leistungssprung. Lediglich unter Windows Vista 64 Bit steigert sich die minimale Bildwiederholrate um gut 50 Prozent, damit liegt sie aber nur gleichauf mit den 32-Bit-Betriebsystemen. Die Tests zeigten aber noch etwas anderes. Während sich die maximalen Bildwiederholraten kaum ändern, reagieren die minimalen FPS stärker auf den doppelten Speicher. Unter Windows Vista liegt die minimale Bildwiederholrate in "Call of Duty 4" mit zwei Gigabyte bei 64,3 Bildern pro Sekunde. Verdoppelt man den Arbeitsspeicher auf vier Gigabyte, sinkt die minimale FPS-Rate um 17 Prozent auf 53 fps. Auch bei den getesteten Ladezeiten zeigt sich ein überraschendes Bild. Ob man "World of Warcraft" nun mit zwei oder vier Gigabyte startet - die Ladezeiten blieben mit knapp 30 Sekunden nahezu identisch.

Fazit

In Spielen können vier Gigabyte Ram bislang noch nicht für deutliche Leistungssprünge sorgen, weder die Bildrate noch die Ladezeiten profitieren in unseren Tests vom größeren Speicher. Trotz der mageren Vorteile: Wer heute einen neuen PC kauft, sollte dennoch auf vier GByte Ram Wert legen - zumindest unter Vista arbeitet man subjektiv flüssiger, besonders bei vielen parallel laufenden Anwendungen. Falls bislang 2 Gigabyte Ram im Rechner stecken, gibt es aber keinen triftigen Grund für Spieler aufzurüsten - außer den derzeit unschlagbaren Preisen und der damit günstigen Zukunftsoption.

Gamestar
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.