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TESTS: PeePing Tom 1.0

Die Schweizer Firma FutureCom holte sich auf dem diesjährigen Werbefestival in Cannes 2000 einen silbernen Löwen. Womit? Mit einem ebenso originellen wie für den Anwender kostenlosen Gimmick. Der Bildschirmschoner PeePing Tom betreibt bei bestehender Internet-Verbindung

Programm: PeePing Tom 1.0

System: Windows 95

Autor: FutureCom

Preis/Sprache: Freeware / deutsch

Dateigröße: 1.831 KB

Die Schweizer Firma FutureCom holte sich auf dem diesjährigen Werbefestival in Cannes 2000 einen silbernen Löwen. Womit? Mit einem ebenso originellen wie für den Anwender kostenlosen Gimmick. Der Bildschirmschoner PeePing Tom betreibt bei bestehender Internet-Verbindung Datenspionage und schaut nach, welche Suchbegriffe die Onliner in die gängigen Suchmaschinen eingeben.

Endlich kann man in Echtzeit miterleben, was das Webvolk wirklich interessiert. Immerhin, wir sind zum Glück kein Volk von Schweinen, wie es die Medien immer wieder andeuten. Sex spielt zwar eine Rolle, aber eine untergeordnete. Nur jeder zehnte Suchauftrag beschäftigt sich mit dem Thema. Wenn aber jemand nach »naked boys« oder »versaute witze« sucht, dann ist das im Büro stets einen Grinser wert, sobald die Suchbegriffe in grüner Neonschrift über den verdunkelten Bildschirm laufen. Schnell entbrennt dabei die Diskussion unter den Kollegen, ob auch Begriffe wie »Queen Mum« oder »harninkontinenz« zum Randbereich der Erotik zählen. Was diesem Thema wieder etwas mehr Gewicht verliehen hätte.

Ein weiterer Teil der Onliner kümmert sich um das Illegale. Ganz offen wird da nach einem »Cool Edit Crack« gesucht, also nach einem von Hackern illegal verbreiteten Freischaltcode für das Shareware-Programm Cool Edit. Ein anderer Anwender fahndet nach »Vanessa Mae« und meint doch offensichtlich raubkopierte MP3-Dateien.

Nicht alle Eingaben werden zu einem brauchbaren Ergebnis führen. Wer Begriffe wie »adiddas« in die Suchmaschine eintippt, sollte besser noch einmal überlegen, ob denn auch wirklich alle Buchstaben benötigt werden. Manchmal macht sich aber auch beim Zuschauer die Ahnungslosigkeit breit. Was um alles in der Welt ist etwa eine »Dörrmaschine«?

Carsten Scheibe

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