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Verunsicherte Kunden: Geschäft mit gebrauchter Software stockt

Obwohl Firmen mit Software aus zweiter Hand viel Geld sparen können, kommt das Geschäft nicht aus den Startlöchern. Händler und Hersteller streiten um die Rechtslage - das verunsichert die Kunden.

Von Jörn Petring und Martin Ottomeier

Es sind prominente Namen, die sich auf der Website von Usedsoft verewigt haben. Der Oberbürgermeister von München, ein Manager von Edeka und viele andere betonen dort, was sie für ein gutes Geschäft gemacht haben. Gebrauchte Software: toll! Bis zu 66 Prozent günstiger als beim Neukauf seien die Produkte von Usedsoft. Und vor allem: Alles ist rechtlich einwandfrei, schreiben die glücklichen Kunden in ihren Statements und geben so zu verstehen: Das ist wirklich eine sichere Kiste.

Eigentlich sollte die Wirtschaftskrise das Geschäft mit gebrauchter Software beflügeln. Schrumpfende Unternehmen verkaufen Teile ihrer nicht mehr benötigten Softwarelizenzen und bringen damit Geld in ihre Kassen. Die Käufer der Secondhandware sparen im Gegenzug kräftig beim Kauf - egal, ob bei Windows, Office-Paketen oder der Software von SAP.

Lizenzen für gebrauchte Software gibt es bei Anbietern wie Usedsoft stark vergünstigt. Doch Trotz der Traumkonditionen, zu denen die Händler Software verscherbeln, kommt der Markt nicht richtig in Schwung. Verantwortlich sind Rechtsstreitigkeiten mit Softwarehersteller, die den aufkeimenden Markt mit gebrauchter Software als Bedrohung ausgemacht haben.

Hersteller blockieren

Die Verunsicherung der Kunden ist groß. "Regelmäßig erkläre ich Geschäftsführern und IT-Leitern, wie sie Hunderttausende Euro sparen können. Und am Schluss entscheiden sich trotzdem einige dagegen", sagt Axel Susen, Geschäftsführer bei Susensoftware, einem Anbieter für Gebrauchtsoftware. "Der Gebrauchtmarkt könnte rund 15 Prozent des Softwaremarkts ausmachen, das wollen die Hersteller verhindern", sagt Susen.

Hintergrund des Streits ist die nebulöse Rechtslage. Einig sind sich die Parteien bisher nur beim Verkauf von einzelnen Datenträgern: Eine original CD darf weiterverkauft werden. Auseinander gehen die Meinungen jedoch bei Großkundenverträgen. Die Softwarehersteller sind der Meinung, dass sie erst eine Genehmigung erteilen müssen, bevor Teile dieser Lizenzen an andere Unternehmen weitergegeben werden können.

"Wir schauen uns das momentan genau an. Kunden, die gebrauchte Software kaufen und nicht richtig lizensiert sind, tragen ein großes Risiko", sagt Microsoft-Manager Robert Helgerth. Auch der IT-Branchenverband Bitkom warnt: "Anwender, die gebrauchte Lizenzen im Einsatz haben, müssen sich des erheblichen rechtlichen Risikos bewusst sein." Kunden jedoch rätseln über diese Aussagen.

"Software ist für viele Unternehmen ein Anlagegut wie etwa Maschinen oder Autos. Daher verstehen viele Anwender nicht, dass sie die Software nicht weiterverkaufen dürfen", sagt Axel Oppermann, Analyst beim IT-Berater Experton Group.

Anwälte raten zur Vorsicht: "Auf der Basis der bestehenden Rechtsprechung muss man Anwendern vom Kauf gebrauchter Software abraten - außer bei Einzellizenzen, die auf einem Datenträger verkauft wurden, oder wenn Softwarehersteller der Übertragung zustimmen", sagt Joachim Gores, IT-Experte bei der Kanzlei Kümmerlein, Simon & Partner. Gores rät Unternehmen, schon beim Kauf einer Software mit dem Hersteller zu vereinbaren, dass sie weiterverkauft werden darf.

Geschürte Unsicherheit

Die Gebrauchtsoftware-Händler halten dagegen: "Man muss davon ausgehen, dass jeder Anwalt, der sich mit dem Thema beschäftigt, Interessen vertritt", sagt ein Sprecher von Usedsoft. Auch Usedsoft betont, dass die Rechtslage geklärt sei: "Es hat noch kein Gericht gegen uns entschieden."

Ziel der Softwarekonzerne sei es, Unsicherheit bei Kunden zu schüren. Bisher geht dieser Plan auf, der Markt für gebrauchte Software bleibt winzig: Marktführer Usedsoft hat nach eigenen Angaben 2008 rund 80.000 Lizenzen verkauft - bei einem Umsatz von 10 Millionen Euro.

FTD
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.