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"Game Balancer" Christian Küttler: Dieser Mann fesselt Millionen an den Bildschirm

Sie fragen sich, was Ihre Kinder an Onlinespielen so spannend finden? Der "Game Balancer" Christian Küttler weiß es. Er sorgt dafür, dass Menschen beim Spielen die Welt um sich herum vergessen.

Von Doris Schneyink

Der Typ sieht so harmlos aus, wie ein großer Junge. Doch Christian Küttler hat Don-Juan-Qualitäten: Er weiß, wie man Menschen verführt und ihre Lust so steigert, dass sie die Welt um sich herum vergessen. Küttler, 35, den alle Kollegen nur den "Kütt" nennen, arbeitet als "Game Balancer" für das Hamburger Start-up Goodgames. Es ist ein junger Beruf in einer noch jungen, extrem erfolgreichen Unterhaltungsbranche - Online- und Browser-basierte Spiele.

Weil der Zugang in der Regel kostenlos ist und das aufwendige Herunterladen von Software in der Regel entfällt, können die Spieler sofort loslegen. Auch das ist ein Grund, warum die Nutzerzahlen explodieren. Allein in Deutschland begeistern sich 24 Millionen Menschen regelmäßig für diese "Casual Games". Die Hälfte von ihnen Frauen. Sie sind scharf auf klassische Aufbau- und Strategiespiele wie "Empire" oder "Big Farm", beide von Goodgames, in denen man aus verlotterten Burgen Imperien schafft oder aus dreckigen Hühnerställen blühende Biobauernhöfe.

Überfluss ist langweilig, nur Mangel motiviert

Und wer hat sie scharf gemacht? Der Kütt. "Ich balanciere Spiele so aus, dass die Leute unbedingt das nächste Level knacken wollen", sagt er. Der Schlüssel zur Motivation sei der Mangel. "Game Balancer sorgen dafür, dass Spieler tendenziell über zu wenig Ressourcen verfügen", sagt er. Zu wenig Geld, zu wenige Soldaten, zu wenig Futter für die Hühner. Nichts wäre langweiliger als der Überfluss.

Küttler erklärt das am Beispiel Monopoly: "Was passiert, wenn der Spieler 2000 Euro beim Über-Los-Ziehen erhielte statt 200? Der Kauf von Straßen wäre längst nicht so schwierig und hart umkämpft, kurz: Er wäre langweilig." Spielspaß, so Küttler, bestehe darin, den Mangel strategisch zu bekämpfen und Perfektion zu erreichen. Wenn das gelingt, erlebt der Spieler womöglich den "Flow", jenen rauschhaften Glückszustand, den alle an guten Spielen so lieben. Und der Spieler antreibt, immer weiterzumachen, weil sie nicht genug bekommen können.

Glücksbringer oder Süchtigmacher?

Auf Küttlers Schreibtisch stehen zwei große Bildschirme, auf dem einen quieken rosa Schweinchen, da läuft "Big Farm"; auf dem anderen sind endlose Zahlenkolonnen in einer Excel-Tabelle zu sehen. Der Flow entsteht nicht zufällig - Christian Küttler kann ihn exakt berechnen. Und der sicherste Weg zum Glück sieht so aus: Anfangs hat der User in kurzer Zeit viele Erfolgserlebnisse, doch je länger das Spiel dauert, desto schwieriger wird es. "Mathematisch lässt sich eine solche Erfolgskurve als Exponentialfunktion darstellen", sagt Küttler. Game Balancer wie er brauchen die Mathematik, um Onlinespiele, die komplex sind und häufig über Wochen und Monate gespielt werden, simulieren zu können.

Ihr Geld verdienen Unternehmen wie Goodgames mit dem Verkauf von Spielvorteilen, dem sogenannten Item-Selling: Wer etwa seine Farm schneller ausbauen will als die Konkurrenz, kann sich für echtes Geld virtuelles Geld kaufen und seine Hühner- oder Schweineproduktion ankurbeln. Fünf Prozent der 12 Millionen "Big Farm"-Nutzer machen das, die übrigen 95 Prozent haben auch so Lust, über Wochen zu spielen. Dennoch lohnt sich die Entwicklung - die Branche setzt allein in Deutschland 350 Millionen Euro um.

In den Augen von Internet-Pessimisten sind Menschen wie Küttler böse Buben, Süchtigmacher. Doch solche Vorwürfe sieht er ganz gelassen. "Ich liebe Spiele und habe schon als Schüler Brettspiele entworfen und sie von Freunden testen lassen", sagt er. Dann wendet er sich wieder seinen beiden Bildschirmen zu. Auf dem einen berechnet er das Glück. Auf dem anderen füttert er seine Schweine.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(