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DSL-Tarife Erst denken, dann kaufen


Surfen im Internet wird immer günstiger: Mitte Mai kündigte die T-Com Preissenkungen bei ihren DSL-Tarifen an. Nun ist auch bei anderen Providern mit günstigeren Tarifen zu rechnen. Verbraucher sollten sich aber nicht nur nach dem Preis richten.

Teilweise um bis zu 15 Prozent geht die T-Com bei den Preisen runter. Das Paket "Call & Surf Comfort Plus" etwa kostet 49,95 Euro und enthält einen DSL-Zugang mit einer Übertragungsrate von bis zu 16 Megabit pro Sekunde (MBit/s) sowie Flatrates für deutschlandweite Gespräche im T-Com-Netz, für unbegrenztes Internetsurfen sowie für die Nutzung von T-Com-HotSpots. "Die Preissenkungen der T-Com lösen eine neue Runde im Preiskampf der DSL-Anbieter aus", sagt Harald Boveland, Telekommunikationsexperte bei der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting in Hamburg.

In diese Runde ist ein paar Tage nach der Herausforderung durch die T-Com auch der in Hamburg ansässige DSL-Anbieter Hansenet eingestiegen. Das "Alice" genannte Produkt ist dem Unternehmen zufolge mittlerweile in allen Haushalten verfügbar, die grundsätzlich DSL-tauglich sind. Die Preissenkung von bis zu 25 Prozent für Neukunden gilt vorerst nur für im Juni getätigte Vertragsabschlüsse. Hansenets Gegenstück zum T-Com-Tarif "Call & Surf Comfort Plus" heißt "Alice Deluxe". Es bietet die gleiche Bandbreite, Gratisgespräche ins deutsche Festnetz und eine Internet-Flatrate. Preislich liegt die "Alice"-Offerte um fünf Euro unter der T-Com.

Einzige Möglichkeit zu wachsen

Der Vertrieb von Breitband-Angeboten ist laut Harald Boveland für viele Konkurrenten der T-Com die einzige Möglichkeit zu wachsen. "Die müssen sich im Markt positionieren. Da geht es jetzt vor allem darum, Marktanteile zu sichern." So sollen günstige Preise weiter Kunden von der T-Com weglocken. Aber auch mit Zusatzangeboten wird versucht, Kunden von der einen auf die andere Seite zu ziehen. Neben Arcor und Hansenet etwa bietet auch 1&1 eine Handy-Karte zum DSL-Vertrag an.

Von solchen umfangreichen - und bisweilen unübersichtlichen - Offerten sollten sich Verbraucher aber genauso wenig beeindrucken lassen wie durch Preissenkungen, warnt André Malitzki von der Verbraucherzentrale Hamburg: "Grundsätzlich sollte der Kunde zum Angebot kommen und nicht umgekehrt." Damit meint Malitzki, dass vor der Entscheidung für ein bestimmtes DSL-Angebot die Selbstanalyse des Verbrauchers stehen sollte: "Wer bin ich, was brauche ich?" - nach diesem Motto heißt es, zunächst die eigenen Bedürfnisse zu überprüfen und dann ein passendes Angebot auszuwählen.

"Ende der Spirale nicht erreicht"

Das müsse man sehr genau machen und dazu auch mal seine alten Telefon- und Internetrechnungen studieren. Auf keinen Fall sollten sich Verbraucher von teilweise sehr aggressiv auftretenden Vertretern spontan zur Unterschrift drängen lassen, so der Verbraucherschützer. Vielleicht lohnt es sich auch noch, ein paar Wochen zu warten. Denn Marktbeobachter Boveland ist sich sicher: "Das Ende der Spirale ist noch nicht erreicht." Andere Anbieter werden wohl noch nachziehen und ebenfalls die Preise senken.

Sven Appel/DPA DPA

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