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Posting-Kontrolle: Facebook weiß bald auch, ob Sie betrunken sind

Bilder bei Facebook hochzuladen, ist so einfach, dass es auch jeder Betrunkene schafft. Um sie vor allzu peinlichen Partybildern zu bewahren, will Facebook alkoholisierte Nutzer vom Posten abhalten.

Von Malte Mansholt

Viele laden betrunken bei Facebook Bilder hoch - und bereuen es später. Das soziale Netzwerk will seine Nutzer daher in Zukunft davor schützen.

Viele laden betrunken bei Facebook Bilder hoch - und bereuen es später. Das soziale Netzwerk will seine Nutzer daher in Zukunft davor schützen.

Ist man einmal betrunken genug, erscheinen viele noch so dumme Einfälle plötzlich als super Idee. Seit es Smartphones gibt, ist einer davon besonders verbreitet: Schnell mal ein Foto der gelungenen Party auf Facebook posten, gerne auch öffentlich. Am nächsten Tag kommt dann meist nicht nur der Kater, sondern auch die Scham. Denn natürlich haben nicht nur Freunde die Bilder gesehen, sondern auch Eltern, Kollegen und sämtliche andere Bekannte. Peinlich, peinlich - zumal man nie weiß, ob jemand die Bilder gespeichert hat.

Unterstützung können sich die notorischen Trunkenposter nun ausgerechnet von Facebook selbst erhoffen. Um seinen Nutzern die Reue der alkoholschwangeren Bilder zu ersparen, will das soziale Netzwerk sie mittels eines Algorithmus bereits beim Entstehen erkennen. Wie "Wired" berichtet, ist der Alkohol-Warner eines der Projekte des "Facebook Artificial Intelligence Research lab", der Abteilung für Künstliche Intelligenz des Konzerns.

Facebook wird schlauer

Die Forscher der Abteilung arbeiten an einer ganzen Reihe von Programmen, durch die Facebook eine Art eigene Intelligenz entwickeln soll. Besonders bei der Bildererkennung sehen die Tüftler viel Potenzial. Laden Nutzer künftig ein Bild hoch, soll die Seite zum Beispiel erkennen, wer auf den Bildern zu sehen ist - und die Nutzer auch darauf hinweisen, dass sie auf den Fotos anderer auftauchen. Auch alkoholisierte User soll das Netzwerk so erkennen - indem es das nüchterne vom betrunkenen Gesicht unterscheidet. Lädt ein Nutzer dann im Rausch Bilder hoch, könnte die App ihn etwa darauf hinweisen, dass er die Entscheidung besser noch einmal überdenken sollte - oder den Upload sogar ganz sperren.

Natürlich ist die Forschung zur künstlichen Intelligenz bei Facebook nicht nur für Party-Freunde gedacht. Vielmehr soll so eine Art persönlicher Assistent entstehen, der erkennt, mit wem man wie kommuniziert und entsprechend dabei unterstützt. Auch heute schon nutzt Facebook eine abgespeckte Variante eines solchen Assistenten - nämlich bei der Sortierung der angezeigten Posts.

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