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Ins Netz gegangen: Halbnackt in der U-Bahn

Wo die Agenten von ImprovEverywhere auftauchen, wollen sie Chaos, aber auch Freude verbreiten. Bei so genannten Flashmobs sitzen sich Hunderte Menschen halbnackt in der U-Bahn gegenüber oder machen eine einsame Trauerfeier zur "coolsten Beerdigung aller Zeiten". Die Reaktionen der Passanten sind gemischt.

Wer in New York City lebt, ist gegen den alltäglichen Wahnsinn des Großstadt-Trubels schon von Natur aus abgehärtet. Doch es gibt eine Gruppe von Menschen, die selbst die abgebrühten New Yorker aus der Fassung bringt: ImprovEverywhere hat es sich zum Ziel gesetzt, überall wo sie auftauchen Chaos und Freude zu verbreiten. Dazu organisieren sie so genannte Flashmobs, bei denen es zu einem spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen Plätzen kommt. Die Teilnehmer kennen sich persönlich nicht, denn wie bei den meisten Flashmobs koordinieren sich auch die „Agenten“ (so werden die Teilnehmer bei ImprovEverywhere genannt) über eine Internetplattform. Bei ihrem neuesten Flashmob wollen 30 ImprovEverywhere-Akteure bei einer Beerdigung, zu der lediglich eine handvoll Angehörige aufgetaucht sind, eine Trauergemeinschaft mit ehrlicher Anteilnahme mimen - und so die „coolste Beerdigung aller Zeiten“ abhalten.

Der Organisator der Gruppe erklärt auf der Webseite von ImprovEverywhere, dass sie durch diese Beerdigungsaktion alles andere beabsichtigen, als sich über die Trauernden lustig zu machen. Trotz aller Beteuerungen: Die Aktion sorgte für böse Kommentare und die „coolste Beerdigung aller Zeiten“ war doch nur ein Aprilscherz. Sarg, Pastor, Trauergemeinde - alles nur Schauspieler. Die meisten anderen der inzwischen über 80 Aktionen laufen ohnehin in sehr viel größeren Dimensionen ab. Die vielleicht spektakulärste ist der „Frozen Grand Central“, bei der Dutzende Teilnehmer für Minuten mitten in der Bewegung erstarren - und das im völlig überfüllten New Yorker Bahnhof. Das Video wurde auf Youtube schon über 16 Millionen Mal angeklickt. Wichtiger Teil der Clips, die von den Flashmob-Aktionen gedreht werden, sind die Reaktionen der Passanten. Die reichen von belustigt über erstaunt bis zu verärgert. So wird es sicherlich auch den meisten Menschen gehen, die die Clips nur vor dem Monitor sehen.

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