WEBREPORTER Wachsame Kindermädchen für den PC: Net-Nannys


Die Inhalte des Internets lassen sich kaum kontrollieren. Dem Interessierten wird jeder nur erdenkliche Content geliefert, der aber nicht überall willkommen ist. Diesem Problem stellen sich die Anbieter von Filterprogrammen: den so genannten »Net-Nannys«.

Erfahrungsgemäß lassen sich die Inhalte des Internets kaum kontrollieren. Ganz gleich, ob radikale politische Propagandaschriften, aufreizende Damen in eindeutigen Posen oder Anleitungen zum Bombenbauen ? das World Wide Web liefert dem Interessierten jeden nur erdenklichen Inhalt. Doch ist derartiger Content nicht überall willkommen: Eltern wollen ihre Kinder schützen, Unternehmen ihre Angestellten vom Online-Shopping abhalten. Diesem Problem stellen sich die Anbieter von Filterprogrammen: den so genannten »Net-Nannys«. Sie werden zu Hause auf dem PC oder auf dem Server des Firmen-Netzwerkes installiert.

Produkte zur Inhaltsfilterung sind stark im Kommen, da Internetsicherheit für viele Unternehmen zunehmend wichtiger wird. Darauf haben die Anbieter mit umfassenden Paketen reagiert, die vom Virenscanner bis Verschlüsselungssoftware und Filterprogrammen alles enthalten. Groß ist dabei die Auswahl, die Preisskala nach oben hin offen. Überwiegend sind es amerikanische Programme, die zum Leidwesen des Users manchmal nur auf englische-sprachige Begriffe reagieren. Es lohnt sich daher, die Software vorher zu testen. Eine Demoversion kann von fast jedem Programm kostenlos heruntergeladen werden.

In der Regel bedient sich die Software einer Filterliste oder kombiniert mehrere von ihnen: Negativlisten verzeichnen Sites, die nicht gesehen werden dürfen, Positivlisten sperren zunächst alle Inhalte und speichern dann nur die zugelassenen Sites, bei Rating-Systemen werden Seiten von demjenigen nach eigenem Ermessen eingestuft, der sie zur Verfügung stellt. Ein bewährtes Filterprogramm etwa ist Surfcontrol, das Software für Firmen, Familien und Schulen anbietet. Ganze Sicherheitspakete für Firmen, die aus verschiedenen Bausteinen bestehen, hat dagegen Trendmicro auf den Markt gebracht. Sie analysieren die Netzwerke und beraten dann individuell. Eine Kindersicherung für den Heimcomputer ist beim deutschen Anbieter Salfeld erhältlich. Das Programm filtert aber keine Inhalte, sondern schützt nur bestimmte Dateien vor Zugriffen und kann die Dauer der Online-Sitzung einschränken.

Sicherlich sind die Filterprogramme, die auf dem Markt erhältlich sind, noch nicht ausgereift. An Programmen mit Erkennung von Bildinhalten wird bereits gearbeitet. Richtungweisend für die Zukunft ist das Filtern aufgrund einer semantischen Inhaltsanalyse. Securecomputing praktiziert dies bereits: Enthalten die Texte einzelne Worte, die auf einem Index stehen oder stehen diese Wörter in einem »verbotenem« Zusammenhang, werden die ganzen Seiten und auch Mails gesperrt.

Dusko Vukovic


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