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Endlich zwei Tage ohne Steckdose: Samsung tüftelt am Wunderakku

Größer, schneller, schärfer - aber nicht länger. Während Smartphones immer besser werden, hängt die Akkulaufzeit bei knapp einem Tag fest. Jetzt könnte Samsung den Durchbruch geschafft haben - und sie immerhin verdoppeln. 

Von Malte Mansholt

Zwei Samsung-Galaxy-Smartphones liegen nebeneinander. Der Konzern soll in die Akkulaufzeit verdoppelt haben.

Samsungs Galaxy-Serie schafft aktuell nur eine durchschnittliche Akkulaufzeit. Bald könnte sich das ändern.

Smartphones gehören heute für die Mehrheit der Deutschen völlig selbstverständlich zum Alltag. Dabei vergisst man schnell, dass es erst wenige Jahre her ist, dass Blackberry, iPhone und Co. die alten Knochen verdrängt haben. Seit dem sind die Displays größer und schärfer, die Fotos knackiger und das Tempo immer schneller geworden. Nur einem trauert jeder hinterher, der mal ein klassisches Handy besessen hat: Eine Woche Akkulaufzeit schafft keiner der Taschencomputer. Nun verspricht eine neue Samsung-Technologie das Leiden wenigstens etwas zu verringern - und die Laufzeit beinahe zu verdoppeln.

Den Forschern des Konzerns ist es dank neuer Materialien gelungen, die Dichte von Lithium-Ionen-Akkus deutlich zu erhöhen. Das berichtet das Wissenschafts-Magazin "Nature". Samsungs Ingenieure setzen dabei auf Silizium. Das hat leider die schlechte Angewohnheit, beim Laden und Entladen anzuschwellen. Viele Hersteller lassen daher Spalten im Akku, die dafür Platz lassen. Samsungs Forscher haben nun entdeckt, dass durch eine Graphene-Beschichtung das Anschwellen verhindert wird - und sich der Akku dadurch kompakter konstruieren lässt.

Beinahe doppelte Akkulaufzeit

Die Forscher sind so in der Lage, Batterien mit einer 1,5 bis 1,8 mal so hohen Dichte zu entwickeln. Statt auf 12 Stunden käme ein Smartphone so auf eine Laufzeit zwischen 18 und 22 Stunden. Das ist zwar immer noch weit entfernt vom Durchhaltevermögen der alten Handys, aber trotzdem eine beachtliche Steigerung.

Wann die Technologie einsatzbereit ist und tatsächlich ihren Weg in Samsungs Smartphones findet, ist leider noch nicht bekannt. Erfahrungsgemäß dürften noch ein paar Jahre ins Land gehen, bevor aus dem Forschungsprojekt auch echte Produkte entstehen. Und wer weiß, vielleicht sind bis dahin auch stromsparende Displays und Prozessoren soweit, dass sich am Ende doch noch eine ganze Woche herauskitzeln lässt. Träumen darf man ja.

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