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Standardeinstellung erlaubt Nutzung trotz Tastensperre Sicherheitslücke bei Siri aufgedeckt

Die Standardeinstellung bei Apples neuer Assistentensoftware Siri erlaubt die Nutzung vieler Funktionen des iPhones 4S, selbst wenn die Tastensperre aktiviert ist. Sicherheitsexperten kritisieren das Vorgehen von Apple.

Die Standardeinstellung bei Apples neuer Assistentensoftware Siri erlaubt die Nutzung vieler Funktionen des iPhones 4S, selbst wenn die Tastensperre aktiviert ist. Sicherheitsexperten kritisieren das Vorgehen von Apple.

Das ist auf der einen Seite eine nützliche Funktion, aber kann andererseits auch dazu führen, das unauthorisierte Personen Textnachrichten und Mails diktieren und Anrufe tätigen können. Auch Adressen und Telefonnummern sowie Termine können über die Assistentensoftware eingesehen werden. Direkte Apps können aber nur durch das Freischalten der Tastensperre genutzt werden.

Auch bei vorherigen iPhone-Modellen ließen sich einige Aktionen im Tastensperrmodus ausführen, aber durch Siri ist die Anzahl und Ausweitung der Funktionen erheblich angestiegen.

Die Einstellungen lassen sich natürlich ändern und die Siri-Funktion bei aktivierter Tastensperre ausschalten, aber viele iPhone-4S-Besitzer wissen vielleicht gar nicht, dass diese Gefahr besteht. Apple hätte die Standardeinstellungen kundenfreundlicher ausrichten können.

Graham Cluley vom Sicherheitsgiganten Sophos schrieb in einem Blog: "Enttäuschend ist, dass Apple hier eine Wahlmöglichkeit hatte und sie sich hätten entscheiden können, Siri sicher zu implementieren. Stattdessen haben sie einen Modus als Standard eingestellt, der mehr die Kumpels beeindrucken soll, als die persönlichen Daten wie Kalender und E-Mail zu schützen."

Auch Andy Rubin, Chef der Android-Abteilung bei Google, äußerte auf dem Android-4.0-Event in Hong Kong, China seine Bedenken hinsichtlich Siri. Er sagte: "Ich bin nicht der Meinung, dass ein Telefon ein Assistent sein sollte. Das Mobiltelefon ist ein Werkzeug der Kommunikation und du solltest nicht mit einem Gerät sprechen, sondern mit einer Person am anderen Ende der Leitung."

Aber Rubin lobte auch Apples Timing, die Anwendung zur richtigen Zeit auf den Markt zu bringen, betonte aber, dass Siri keine Idee von Apple ist und Google mit Android bereits exzellente Sprache-Text- sowie Übersetzungsfunktionen bietet. Rubin dazu: "Das ist keine neue Idee. Apple hat genau den richtigen Zeitpunkt erfasst, um diese Technologie an den Kunden zu bringen."

Mit Googles neuem mobilem OS Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) steht die Übersetzungsapp Google Translate den Kunden nun für 14 Sprachen zur Verfügung.

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